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Interview

Viel mehr Lohn ist nötig

Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, fordert bessere Bezahlugn für Lokführer.
Von Julia Ried

Lukas Iffländer Foto: Nikolas Herbst
Lukas Iffländer Foto: Nikolas Herbst

Regensburg.Das Gutachten hat diverse Probleme identifiziert. Ist die Analyse zutreffend?

Man stellt fest, dass die Probleme in allen Bereichen liegen: Fahrplan, Infrastruktur, Fahrzeuge und Personal. Das entspricht unseren Erfahrungen und den regelmäßig eingehenden Beschwerden zum Alex-Netz.

Wie beurteilen Sie die vorgeschlagenen Lösungsansätze?

Die sind unseres Erachtens zu schwach. Vor allem fehlt bei den meisten ein konkretes Datum, bis wann die umzusetzen sind. Beim Personal ist der Tenor: Wir bilden jetzt mehr aus und hoffen, dass es dann besser wird. Bei der Infrastruktur heißt es: Wir wollen ausbauen. Alle, die sich mit dem Thema beschäftigen, wissen: vor 2030 wird das nichts. Und beim Fahrplan wurschtelt man bis 2023 erst einmal weiter und dann kommt etwas Neues. Da könnte man auch über innovativere Ansätze nachdenken.

Was schlagen Sie vor?

Man müsste versuchen, das für 2023 geplante Fahrplankonzept jetzt schon umzusetzen. Dafür bräuchte es eine neue Vergabe von Teilleistungen. Uns ist bewusst, dass das aufwendig ist. Allerdings kann man den Fahrgästen den aktuellen Zustand die nächsten vier Jahre nicht weiter antun. Bei der Infrastruktur müsste komplett neu angesetzt werden. Da müsste vor allem die Bundesregierung anpacken.

Der Personalmangel ist das Hauptproblem. Tut die Länderbahn hier genug?

Man hat auf jeden Fall einige richtige Maßnahmen ergriffen. Wir haben da aber ein branchenweites Problem. Das wird vermutlich beim aktuellen Fachkräftemangel nicht ohne großzügige Gehaltserhöhungen dauerhaft zu beseitigen sein. Man muss in der Lage sein, mit der Industrie zu konkurrieren. Da reden wir von 35-Stunden-Woche bei höheren Gehältern.

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