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Bayern
Sonntag, 22. Juli 2018 24° 5

Kriminalität

Viel weniger Wohnungseinbrüche

Zum dritten Mal in Folge ist die Zahl der Einbrüche gesunken. Polizeigewerkschaft warnt davor, sich auf dem Trend auszuruhen.

Was Einbrüche betrifft, ist Bayern sehr sicher. Szenen wie diese kommen selten vor. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Was Einbrüche betrifft, ist Bayern sehr sicher. Szenen wie diese kommen selten vor. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

München.In Bayern ist im vergangenen Jahr die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich zurückgegangen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen wurden 2017 nur noch 6045 Vorfälle bei der Polizei gemeldet – das bedeutet im Vergleich zu 2016 (7480) einen Rückgang um rund 19,2 Prozent.

Das Innenministerium wollte die Zahl auf Anfrage nicht kommentieren. Die polizeiliche Kriminalstatistik soll heute vorgestellt werden. Die genauen Zahlen für die Regionen folgen dann Anfang April. Dietmar Winterberg, Sprecher am Polizeipräsidium Oberpfalz, bestätigt gegenüber der MZ für 2017 aber eine erneute „deutliche Senkung bei Wohnungseinbruchsdiebstählen“. Derselbe Trend zeigt sich in Niederbayern. Nach einem sprunghaften Anstieg im Jahr 2014 hält der Rückgang ebenfalls seit 2015 an. Im bundesweiten Vergleich ist in Bayern die Gefahr, zu Hause bestohlen zu werden, am niedrigsten. 47 Einbrüche gab es 2017 pro 100 000 Einwohner, 2016 waren es 58. Zum Vergleich: 2016 führte Bremen die Statistik mit 459 Einbrüchen pro 100 000 Einwohner an.

Prävention bleibt wichtig

Auch die Aufklärungsquote ist im Freistaat den Informationen zufolge im selben Zeitraum leicht gestiegen – um 2,3 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent (2017). Niederbayern verzeichnet einen leichten Rückgang, während es auch in der Oberpfalz einen Anstieg gibt. Laut Winterberg sind dafür auch verbesserte Ermittlungsmethoden sowie die konstante Schulung und bessere technische Ausrüstung der einzelnen Polizeiinspektionen verantwortlich.

Im langfristigen Vergleich ist die Zahl der Einbrüche in bayerischen Wohnungen und Häusern zum dritten Mal in Folge gesunken und hat den niedrigsten Wert seit fünf Jahren erreicht. Der bayerische Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Nachtigall, erklärt diesen Trend unter anderem damit, dass sich die Polizeipräsidien schwerpunktmäßig mit dem Thema Einbrüche beschäftigt hätten. Auch in der Bevölkerung steigt das Bewusstsein für Prävention. Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen geben Tipps, wie das Zuhause gesichert werden kann.

Nicht auf dem Trend ausruhen

Auch Ludwig Gradl von der Beratungsstelle in Regensburg, die auch für die Landkreise Cham und Neumarkt zuständig ist, sieht ein gestiegenes Bewusstsein für die Problematik. Auf dem rückläufigen Trend ausruhen sollte man sich aber nicht: Sinkt die Zahl der Einbrüche, sinkt auch das Bewusstsein für die Prävention – was wiederum Einbrecher ermutigt.

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