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Unesco

Vier Vorschläge für Unesco-Welterbe

Ludwigs Königsschlösser, der Saal der Nürnberger NS-Kriegsverbrecherprozesse, die alpinen und voralpinen Wiesen- und Moorlandschaften sowie die Bauten der Augsburger Wasserwirtschaft schickt Bayern als mögliches Weltkulturerbe ins Rennen.

Schloss Neuschwanstein Foto: dpa

München. Bayern geht mit vier neuen Vorschlägen ins bundesweite Rennen um die Aufnahme ins Welterbe der Unesco: die drei Königsschlösser Ludwigs II., der Saal der Nürnberger NS-Kriegsverbrecherprozesse, die alpinen und voralpinen Wiesen- und Moorlandschaften sowie die Bauten der Augsburger Wasserwirtschaft. Das beschloss die Staatsregierung am Dienstag bei ihrer Kabinettssitzung in München, wie Staatskanzleichef Thomas Kreuzer (CSU) anschließend sagte. Die vier bayerischen Vorschläge gehen nun an die Kultusministerkonferenz, die eine gesamtdeutsche Vorschlagsliste erarbeitet - die sogenannte Tentativliste. Bis dann die Unesco entscheidet, werden Jahre ins Land gehen. Die nächste deutsche Tentativliste wird ab 2018 abgearbeitet.

Beworben hatten sich insgesamt 13 Kommunen, doch die von der Staatsregierung eingesetzte Expertenkommission wählte dann vier Vorschläge aus. Vier Vorschläge seinen sowieso viel, sagte Kreuzer dazu. Am bekanntesten sind ohne jeden Zweifel die drei Königsschlösser Ludwigs II. - Linderhof, Neuschwanstein und Herrenchiemsee, die die Kommission als „gebaute Träume des Historismus“ bewertete. Der Gerichtssaal 600 in Nürnberg wurde ausgewählt, weil bei den Kriegsverbrecherprozessen nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals ein internationales Gericht über die ehemalige Staatsspitze eines einzelnen Landes urteilte. Damit sieht die Staatsregierung den Nürnberger Saal als Geburtsstätte des Völkerstrafrechts.

Die Bekanntheit der Augsburger Wasserwirtschaft - eines verzweigten historischen Kanal- und Leitungssystems, das Handwerk und Industrie mit Wasser versorgte - und der Wiesen- und Moorlandschaften beschränkt sich dagegen eher auf Fachkreise. Kreuzer betonte, dass die Expertenkommission mit anerkannten Historikern und Fachleuten aus allen Landesteilen besetzt gewesen und in ihrer Entscheidung unabhängig gewesen sei.

Überregionale Bekanntheit ist aber nicht unbedingt ein Kriterium für die Unesco. Bayern ist bisher mit sieben Welterbe-Stätten vertreten. Das sind die Würzburger Residenz, die Wieskirche, die Bamberger Altstadt, die Regensburger Altstadt, das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth, die prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen und der obergermanisch-rätische Limes.

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