mz_logo

Bayern
Mittwoch, 15. August 2018 27° 6

Religion

Voderholzer stützt Söders Kreuz-Vorstoß

Bayerns Ministerpräsident erhält in der Debatte viel Kritik – auch von der Kirche. Jetzt stützt ihn der Regensburger Bischof.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: David Ebener/Archiv
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: David Ebener/Archiv

Regensburg.Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erhält für seinen Vorstoß, Kreuze in Landesbehörden aufhängen zu lassen, auch Unterstützung aus der katholischen Kirche. „Ausdrücklich begrüße ich es, wenn in öffentlichen Einrichtungen sichtbar ein Kreuz angebracht ist“, sagte Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer am Mittwoch und setzte sich damit vom Münchner Kardinal Reinhard Marx ab, der die Entscheidung kritisiert hatte.

Der Regensburger Tarek Carls startet eine Unterschriftensammlung gegen Söders Initiative.

„Die Bayerische Verfassung verweist mit Recht auf das Kreuz als Fundament für das öffentliche Zusammenleben in Freiheit, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit. Unser Werteverständnis und der gelebte Glaube begründen diese unsere Gesellschaft in ihrer freiheitlichen Grundordnung“, betonte Voderholzer in einer Mitteilung.

„Ausdrücklich begrüße ich es, wenn in öffentlichen Einrichtungen sichtbar ein Kreuz angebracht ist.“

Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer

Dabei gehe es nicht darum, das Kreuz zu instrumentalisieren. Das, was die Menschen trage und was sie glauben, lasse sich nicht gesetzgeberisch oder autoritativ herbeiführen. Historisch und sachlich sei dieses Fundament in Bayern, Deutschland und Europa der christliche Glaube, sagte Voderholzer.

Bayerns wahlkämpfendem Ministerpräsidenten ist der Trick gelungen, ein Thema quasi aus dem Nichts zu setzen, meint MZ-Politik-Chef Christien Kucznierz:

Kommentar

Der Schattenboxer

In diesem Land herrscht Religionsfreiheit. Wer will, hat also das Recht, sich ein Kreuz aufzuhängen, wenn er Christ ist. Er könnte sich, wenn er Buddhist...

Kardinal Marx hatte der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt, Söders Vorstoß habe zu „Spaltung und Unruhe“ geführt. Wer das Kreuz nur als kulturelles Symbol sehe, habe es nicht verstanden. Es stehe dem Staat nicht zu, zu erklären, was das Kreuz bedeute, sagte der Münchner Erzbischof.

Laut Söder steht das Kreuz für Bayerns Identität. Dieses Argument stößt vielen auf.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht