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Mittwoch, 26. September 2018 18° 1

Religion

Volle Kirchen – nur ein frommer Wunsch

Die Kirche sorgt immer wieder für Diskussionen. Auch im katholischen Bayern ist Religiösität nicht mehr selbstverständlich.

Bayern ist das katholischste Bundesland in ganz Deutschland. Doch auch hier haben sowohl katholische als auch evangelische Kirchen mit Austritten zu kämpfen. Eine Studie zeigt: Die Kirchensteuer ist nicht der Haupt-Ausstiegsgrund.Foto: Nicolas Armer/dpa
Bayern ist das katholischste Bundesland in ganz Deutschland. Doch auch hier haben sowohl katholische als auch evangelische Kirchen mit Austritten zu kämpfen. Eine Studie zeigt: Die Kirchensteuer ist nicht der Haupt-Ausstiegsgrund.Foto: Nicolas Armer/dpa

Vormittags der Geruch von Weihrauch, abends der Duft von brennendem Holz im Lagerfeuer. Diese Erinnerung an das Zeltlager der Ordensgemeinschaft ist Josef Irl die liebste, wenn er an seine Kindheit zurück denkt. Er war ein junger Bub, ist mit dem Glauben aufgewachsen. Der Weihrauch, die Kirchenbänke und die Zeltlager waren fester Bestandteil seiner Kindheit. Er war Ministrant und hat es genossen, ganz nah am Altar zu stehen, während „irgendwie etwas Heiliges passiert“, wie er selbst sagt. Für ihn war es normal, sonntags zur Kirche zu gehen, vor dem Essen zu beten und die christlichen Feste zu feiern.

Über die Hälfte der Bayern sind Christen – 6 571 256 Menschen. Der Freistaat ist außerdem das Bundesland mit dem höchsten römisch-katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland. Auf Platz zwei der Religionen in Bayern kommt mit großem Abstand der Islam. Rund 600.000 Muslime leben in Bayern, schätzt das Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa. Wie viele Menschen an gar nichts glauben ist unbekannt – sie werden statistisch nicht erfasst. Doch die Ergebnisse des Religionsmonitors sowie vergleichbarer internationaler Studien legen nahe, dass es immer mehr werden.

Zur Zeit sorgen vor allem die Kreuz-Debatte und der Streit um die Kommunion von Protestanten für Diskussionen. Die Kirche wurde auch die letzten Jahre immer wieder von Skandalen gebeutelt. Jahrzehntelanger Missbrauch und dessen Verschleierung, Verurteilung von Homosexualität, Protz-Bischöfe und äußerst konservative Positionen. Die Folge: Misstrauen. 2016 verlor die evangelische und die katholische Kirche in Bayern insgesamt gut 70 000 Mitglieder. Im Jahr davor waren es rund 78 000. Der Mitgliederschwund hat sich etwas verlangsamt, geht aber weiter.

Gründe zum Kirchenaustritt hat dieses Jahr das Bistum Essen erstmals statistisch erhoben. Das Ergebnis: Zwischen Karriere- und Familienplanung kündigen so viele Menschen ihre Mitgliedschaft wie in keinem anderen Lebensalter. Und: Am Geld alleine liegt es nicht. Die Steuer wurde zwar besonders häufig genannt, aber meist in Verbindung mit einem persönlichen Argument: Die von der Kirche vertretene Moral passt nicht mehr zum eigenen Weltbild, die Arroganz von oberen Kirchenleuten stört schon länger. Clemens Neck, Sprecher des Bistums Regensburg, hat ähnliche Erfahrungen gemacht: „Die gängigen Themen, die den Leuten aufstoßen, sind Zölibat und Sexualität.“

„Christus war schon immer eine Provokation für die Menschen. Der Glaube ist eine Herausforderung“

Clemens Neck vom Bistum Regensburg

Die Kirche sei eben nicht zeitgeist-konform, das wolle sie auch nicht sein. „Christus war schon immer eine Provokation für die Menschen. Der Glaube ist eine Herausforderung“, sagt Neck. Er habe den Eindruck, die Leute stellen heutzutage den Glauben mehr in Frage als früher.

Die Austritts-Studie

  • Hintergrund:

    Das Bistum Essen hat in einer fünfteiligen Studie erfragt, warum Menschen aus der Kirche ausgetreten sind. Die Befragung stellt erstmals die differenzierten Austritts-Gründe der Menschen dar.

  • Die Kirchensteuer:

    Es gibt einen Zusammenhang zwischen Kirchensteuer und Kirchenaustritt, die Kirchensteuer ist dabei jedoch eher Auslöser als tatsächliche Ursache für einen Kirchenaustritt. Die wesentlichen Gründe für Kirchenaustritte sind „Entfremdung“ und „fehlende Bindung“.

  • Seelsorge spielt große Rolle:

    Die Qualität der Seelsorge in den Gemeinden vor Ort ist für viele Kirchenmitglieder entscheidend: Die Erfahrungen gerade im Zusammenhang mit besonders persönlichen Gottesdiensten wie einer Taufe, Trauung oder Beerdigungen sind ein wichtiges Kriterium. Viele Gläubige leitet dabei ein „Kosten-Nutzen-Kalkül“, heißt es in der Studie: Wenn etwa positive Erfahrungen bei der Erstkommunion der Kinder durch schwerwiegende Enttäuschungen getrübt werden, kippe die „Waage“ und ein Austritt sei oft die Folge.

  • Eine besondere Herausforderung:

    Als besonders herausfordernd nennt die Studie die bewusste Hinwendung der Kirche zu den Menschen, die wenige oder keine kirchliche Angebote nutzen, diese aber mit ihren Kirchensteuern finanzieren. Hier plädiert die Studie für neue Wege der Beteiligung, eine verbesserte Erreichbarkeit von kirchlichen Institutionen und regt ein professionelles Mitgliedermanagement an.

  • Altmodische Haltungen:

    Entscheidend ist aus Sicht der Studie zudem das „Erscheinungsbild der Kirche“, das mit einer „nicht mehr zeitgemäßen Haltung“ verbunden ist. Dabei dürfe es nicht nur um die „Verpackung“ gehen, sondern um den eigentlichen Inhalt, zum Beispiel beim Umgang mit Homosexuellen oder wiederverheirateten Geschiedenen.

Auch Josef Irl hat trotz seiner Liebe zum Ministrieren und den vielen christlichen Bräuchen in seiner Kindheit an einem Punkt in seinem Leben mit dem Glauben gerungen. Er kannte von klein auf keine andere Welt, als die mit einem Gott. In der Pubertät ist er sich dann plötzlich nicht mehr sicher, ob das das Richtige für ihn ist. Mit 16 Jahren fährt er schließlich zum Weltjugendtag in Köln. Schon bevor er in den Zug einsteigt, ist für ihn klar: In den nächsten Tagen entscheidet er sich. Für oder gegen Gott. Es ist für ihn nicht selbstverständlich, dass er die religiöse Lebensform seiner Eltern einfach übernimmt. Er will sich ganz bewusst entscheiden. Für oder gegen Gott. Und als er da steht, zwischen hunderttausenden Menschen verschiedenster Kulturen, betet und einen inneren Frieden spürt, war die Entscheidung klar: Er entscheidet sich für Gott. Für den Glauben. Für die Kirche. Es war ein Bauchgefühl, das ihn überzeugt hat.

Josef Irl ist mit dem Glauben aufgewachsen, hat in seiner Jugend damit gehadert aber doch zurück zu Gott gefunden. Heute ist er Religionslehrer in Kelheim. Foto: Pfeffer
Josef Irl ist mit dem Glauben aufgewachsen, hat in seiner Jugend damit gehadert aber doch zurück zu Gott gefunden. Heute ist er Religionslehrer in Kelheim. Foto: Pfeffer

Irl ist mittlerweile 28 Jahre alt und lebt immer noch für seine Entscheidung, die er vor über einem Jahrzehnt getroffen hat. Trotz aller Kirchen-Skandale. Trotz Zweifel in der Pupertät. Trotz Momenten, in denen auch er alles in Frage gestellt hat. Er ist mittlerweile Religionslehrer in Kelheim, nimmt sich immer noch jeden Tag Zeit für ein Gebet, geht regelmäßig in die Kirche.

„Ich lebe meinen Glauben auch, indem ich fortgehe und Gaudi hab“

Josef Irl, Religionslehrer

Doch er sagt: „Ich lebe meinen Glauben auch, indem ich fortgehe und Gaudi hab.“ Weggehen gehöre zu seinen Hobbies, am liebsten trinke er Bier. Und auch im frommen Bayern wird er am Stammtisch schon mal kritisch auf seine Religiösität angesprochen. „Über das ein oder andere Thema wird schon mal diskutiert, sei es die Kirchensteuer oder Missbrauchsfälle“, erzählt er. Aber auch in solchen Momenten steht er zu seinem Glauben und verteidigt ihn. „Manchmal muss man den ein oder anderen Punkt halt dann so stehen lassen, weil man nicht zusammen kommt. Das ist aber ok, deswegen kann man sich ja trotzdem verstehen“, sagt der junge Lehrer.

„Die Bibel ist ein Märchenbuch“

Armin Schmid aus Regensburg hat für Religion und alles was damit zusammenhängt nichts übrig. Er engagiert sich im Bund für Geistesfreiheit, wo er die Interessen und Rechte von Konfessionslosen vertritt. Die Versuche der Kirche, wieder mehr Leute für sich zu begeistern, bezeichnet er als das sprichwörtliche Klammern am Strohhalm. Er ist sich sicher: „Es würden noch viel mehr austreten, wenn im Sozialbereich viele Trägerschaften nicht mehr bei der Kirche liegen würden.“ Viele Menschen seien nur noch nicht ausgetreten, weil es berufliche Folgen hätte. Wirklich religiös sei aber der Großteil schon lange nicht mehr.

„So wie die Menschheit nicht mehr an Elfen und Fabelwesen glaubt, so glauben viele auch nicht mehr an Gott“

Armin Schmid vom Bund für Geistesfreiheit

„So wie die Menschheit nicht mehr an Elfen und Fabelwesen glaubt, so glauben viele auch nicht mehr an Gott. Die Bibel ist ja auch nicht mehr wie ein altes Märchenbuch“, sagt Schmid.

Bayern ohne die katholische Kirche, das ist für viele kaum vorstellbar: Der Freistaat hat nicht nur viele Kirchen, auch Fronleichnamsumzüge und Kirchweihfeste prägen das Bild – und das Gesellschaftsleben. Zwar sind auch hierzulande die Sonntagsgottesdienste längst nicht mehr gut besucht – doch immer dann, wenn die Tradition und die bayerische Kultur ins Spiel kommt, dann sind sie wieder auf den Beinen, die katholischen Bayern: Bei den unzähligen Marienwallfahrten nach Altötting zum Beispiel.

Jährlich brechen tausende Gläubige zur mehr als 100 Kilometer langen Fußwallfahrt nach Altötting auf. Foto: Lex
Jährlich brechen tausende Gläubige zur mehr als 100 Kilometer langen Fußwallfahrt nach Altötting auf. Foto: Lex

Clemens Neck vom Bistum Regensburg sagt: „Man kann nicht durch Bayern gehen, ohne Glaube und Christentum zu sehen. Ohne diese Traditionen und die Religion wäre es nicht mehr das selbe in Bayern.“ Doch die Kirchenbänke werden leerer. Der Kirchgang gehört nur noch für 5,5 Prozent der bayerischen Bevölkerung zum festen Bestandteil des Sonntags. „Früher gab es eben die Volkskirche, da war kulturell völlig klar, dass man zur Kirche geht. Das ist jetzt anders“, sagt Neck. Heute verliere die Zugehörigkeit zur Kirche an Selbstverständlichkeit.

Wir haben uns auf den Regensburger Straßen umgehört: Gehen die Menschen noch in die Kirche?

Gehen die Menschen heutzutage noch in die Kirche?

Das Bild vom gläubigen und frommen Bayern sieht Atheist Armin Schmid nicht. „Der Anteil der nicht konfessionell gebundenen ist bei uns ziemlich hoch. Und wenn man die Fassade von den sonntäglichen Kirchengängern fallen lässt, sind es noch mehr Menschen, die eigentlich nicht wirklich glauben.“ Die christliche Weltanschauung sei einfach nicht schlüssig. Und die Leute seien eben nicht blöd. „Der Mensch sucht für alles im Leben eine sinnvolle Erklärung. Die liefert aber der christliche Glaube nicht“, sagt Schmid. Die Schöpfungsgeschichte wäre ein gutes Beispiel.

„Es ist ok, wenn man bestimmte Dinge nicht erklären kann. Aber ich finde, die christlichen Märchen sind dafür auch keine Lösung“

Armin Schmid vom Bund für Geistesfreiheit

Da kämen dann oft Phrasen wie: „Man darf nicht alles wörtlich nehmen, was in der Bibel steht.“ Das sind für ihn Ausflüchte. „Es ist ok, wenn man bestimmte Dinge nicht erklären kann. Aber ich finde, die christlichen Märchen sind dafür auch keine Lösung.“

Ein harter Schicksalsschlag

Auch beim frommen Religionslehrer Josef Irl gab es einen Moment im Leben, an dem er alles in Frage stellte und nicht wusste, wie er sich seine Situation mit dem Glauben erklären soll. Vor ein paar Jahren starb einer seiner engsten Freunde bei einem Autounfall. „Das war hart. Und man stellt sich natürlich die Frage, wieso sowas passiert, wenn es doch einen liebenden Gott gibt, der für alle nur das beste will“, erzählt Irl. Doch auch in dieser schwierigen Situation hat er sich nicht vom Glauben abgewand. Er hat ihn als Trost genutzt. Er hat sich daran erinnert, dass das Leben nicht mit dem Tod aufhört. Dass es eine Ewigkeit beim Herrgott gibt. Dass sein Freund nun dort auf alle wartet. Und dass das eine Perspektive ist. „Es war zwar ein harter Abschied, aber der Glaube zu Gott hat mich auch in dieser Situation aufgefangen“, sagt der 28-Jährige.


Hier lesen Sie: An der Kirche scheiden sich die Geister - zwei verschiedene Meinungen zum Thema.

Auch die so genannte „Theodizee“-Frage, die Kirchengegner immer wieder in den Raum werfen, hat er sich schon gestellt. Also: Wie ist das Leiden auf der Welt zu erklären, wenn es doch einen Gott gibt, der liebend und allmächtig ist? Josef Irl gibt zu: „Ja, das ist ein Widerspruch. Und das wird keiner jemals erklären können.“ Doch er ist für sich zu dem Schluss gekommen, dass sein Gott auch in Situationen für ihn da ist, die er nicht versteht. Und dass er die Menschen immer wieder auffängt. Denn genau das ist Gott für den jungen Kelheimer: „Wie ein guter Papa, der das beste für uns will und immer da ist, wenn man ihn braucht. Auch, wenn man nicht immer alles verstehen kann.“

Harsche Kritik von Atheisten

Armin Schmid ist vor allem von Vorurteilen gegenüber Atheisten genervt. „Man wird oft verurteilt, dass man ja keine ethischen Werte hätte, nur weil man nicht religiös ist.“ Außerdem stört ihn, dass die katholische Kirche ein unglaubliches Vermögen hat, das sie zusammenhält. „Man könnte damit viel mehr helfen. Armen, Hilfsbedürftigen, und so weiter. Man predigt Nächstenliebe, ist aber nicht bereit, anderen Menschen so zu helfen, wie man es könnte. Das hat schon heuchlerische Züge“, kritisiert er.

Die Glaubensfrage ist auch in Schulen ein Dauerthema: Gehört Gott ins Klassenzimmer? Religion ist in Bayern keine Arbeitsgemeinschaft, sondern ein „ordentliches Lehrfach“. Das heißt: Jede Schule muss es anbieten, so wie Mathe, Deutsch oder Biologie. So steht es im Grundgesetz. Zwei Drittel der Menschen in Bayern befürworten laut einer Studie den Religionsunterricht. Der Rest der vom Emnid Institut befragten Personen findet, dass Religion Privatsache sei oder heute keine Bedeutung mehr habe.

Religionslehrer Irl versucht in seinem Unterricht Tag für Tag, den jungen Menschen Religion näher zu bringen. Zur Zeit hat er eine zwölfte Klasse – und die setzt sich auch gerne mal kritisch mit den Themen auseinander. „Mir ist wichtig, dass sie sich grundsätzlich mit dem Glauben beschäftigen. Dann hat man schon viel gewonnen.“ Und er stelle durchaus fest, dass die jungen Menschen offen für Religion sind und sich für viele Themen motivieren lassen. „Ich setze mich auch in meiner Freizeit dafür ein, dass Jugendliche an den Glauben herangeführt werden.“ Er ist Mitglied in einer katholischen Jugendbewegung und versucht dort ganz gezielt junge Menschen für die Kirche zu begeistern – durch moderne Elemente, gute Musik und einen lockeren Umgang. Denn er findet: Ein Gottesdienst ist nicht nur was für alte Menschen.

Der Ethik-Unterricht boomt

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands war zwölf Jahre Lehrerin an einer Hauptschule und genau so lange Schullleiterin einer Grundschule. Sie findet: Die Verankerung der Kinder in einer religiösen Welt ist wichtig. Und dabei sollte es egal sein, von welcher Religion die Rede ist.

„Alle Religionen, die Kinder mitbringen, sollten in der Schule gelebt werden“

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands

„Alle Religionen, die Kinder mitbringen, sollten in der Schule gelebt werden.“ Sie fordert konkret: Alle Glaubensrichtungen sollten Bestandteil des Lehrplans werden, nicht nur die katholische. Es sei wichtig, verschiedene Religionen aufleben zu lassen und die Vielfalt zum Beispiel im Rahmen von Festen zu feiern. Das beuge auch Radikalisierung vor. „Das klingt doof, aber Essen verbindet. Da entsteht Begegnung und Interesse. Das habe ich in meiner Laufbahn als Lehrerin und Schulleiterin immer wieder festgestellt.“ Und auch sie sagt: das Interesse der Kinder sei grundsätzlich auf jeden Fall vorhanden. „Die wollen wissen, was dahinter steckt, wenn jemand zum Beispiel ein Kopftuch trägt. Deswegen stellt sich die Frage nicht so, ob wir an Schulen religiös erziehen. Wir müssen das tun. Die Kinder werden automatisch damit konfrontiert und dann ist das Thema. Da kommst du als Lehrerin nicht aus.“

Aber: Es gibt auch Eltern, die das partout nicht wollen. Bei Kirchgängen müssen dann alternative Angebote geschaffen werden. „Man merkt im Alltag schon, dass sich immer mehr Leute von der Kirche abwenden und das auch für ihr Kind nicht mehr wollen. Immer mehr Kinder gehen in den Ethik-Unterricht, das hat immens zugenommen“, erzählt Fleischmann. Sie persönlich findet, Religion kann in der Erziehung viele Fragen beantworten, gerade wenn es um das Thema Tod oder Ängste geht. „Unsere Gesellschaft wird durch die Digitalisierung immer schnelllebiger, da braucht man Halt und Glaubenssätze. Da gibt die Religion eine gute Orientierung.“

Josef Irl hat selbst noch keine Kinder. Wenn es mal so weit ist, möchte er sie auf jeden Fall religiös erziehen. Aber er erwartet auch, dass sie sich ab einem gewissen Alter selbst die Frage stellen, ob sie das wollen – wie er, mit 16 Jahren. Entscheiden sich seine Kinder dann gegen Gott, wäre es ein Schmerz für ihn, aber trotzdem würde er sie weiterhin respektieren. Am Ende muss es eben doch jeder selber wissen.

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