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Verkehr

Warten auf schnelle Bahnverbindungen

Projekte für Ostbayern gibt es viele. Aber bis tatsächlich mehr Züge auf die Schiene kommen, braucht es noch viel Geduld.
von Christine Strasser

Bessere Bahnverbindungen sind ein Anliegen vieler Oberpfälzer. Foto: Ried
Bessere Bahnverbindungen sind ein Anliegen vieler Oberpfälzer. Foto: Ried

Regensburg.Gemeinsame Erklärungen von ostbayerischen Kommunalspitzen, die einen 30-Minuten-Takt auf der Schiene fordern. Bürgerdialoge wie der von der Regensburger Landrätin Tanja Schweiger (FW) Ende Februar in Regenstauf. Und am Mittwochabend nun das Regionalforum Schienenverkehr, zu dem der Regensburger CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Aumer lud. Bahnverbindungen, Netzausbau, mehr Haltepunkte und barrierefreie Bahnhöfe - all das bewegt in der Boomregion Regionsburg, die spürt, dass auf den Straßen rund um die Stadt der Kollaps droht.

Für Bahn-Projekte ist viel Geduld notwendig

Der Regensburger Bundestagsabgeordnete Peter Aumer (CSU, r.) lud zum Regionalforum Schienenverkehr. Foto: Straßer
Der Regensburger Bundestagsabgeordnete Peter Aumer (CSU, r.) lud zum Regionalforum Schienenverkehr. Foto: Straßer

Gleichzeitig verläuft der Fortschritt von Bahnprojekte in der Geschwindigkeit eines Blumenpflückexpresses. Anders gesagt: Die Geduld wird strapaziert. Das gaben Friederike Reineke, Leiterin des Referats Investitionsfinanzierung Bedarfsplan im Bundesverkehrsministerium, sowie Stefan Schell, der das Referat Schieneninfrastruktur und Eisenbahnwesen im bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr leitet, unumwunden zu. Immerhin hat die Planung für die Elektrifizierung der Strecke Hof-Marktredwitz-Regensburg im vergangenen Jahr begonnen. Statt Dieselloks können dann schnelle Elektrozüge eingesetzt werden. Auch der Güterverkehr soll von der Elektrifizierung profitieren. Noch ist das Projekt aber ganz am Anfang, wie Robert Hanft erklärte. Er leitet das Portfolio Nordbayern von der DB Netz AG. Zu einer Aussage über einen zeitlichen Horizont für die Elektrifizierung lässt er sich nicht verleiten.

Verkehr

Bahnpläne alarmieren die Bürger

Die Elektrifizierung auf der Strecke Regensburg – Hof kommt. Anlieger fürchten den Lärm und wünschen sich neue Haltepunkte.

Hanft kommt auch auf die Auflösung des Engpasses zu sprechen, den die Strecke zwischen Regensburg und Obertraubling darstellt. Hier soll ein drittes Gleis her. Was die Ausführungen aber auch deutlich machen: Eigentlich sollte man auch an ein viertes Gleis denken. Hanft stellte außerdem die Pläne für einen neuen Containerumschlagbahnhof in Regensburg-Burgweinting vor. Die bestehende Anlage ist mit rund 155 000 Ladeeinheiten pro Jahr bereits überlastet. Vorgesagt wird ein Bedarf im Raum Regensburg von 317 000 Ladeeinheiten bis zum Jahr 2030. Damit es für Güterzüge, die standardmäßig 740 Meter lang sind, ausreichend lange Überholgleise gibt, werden in der Oberpfalz die Bahnhöfe in Regensburg, Beratzhausen, Mangolding und Sünching umgebaut. Und 203 Millionen Euro werden von 2019 bis 2023 in die Erneuerung des Bestandsnetzes investiert.

Haltepunkt am Walhalla-Bahnhof

  • Rückblick:

    Seit 1999 bemüht sich der Gewerbepark, wo mehr als 6500 Beschäftigte arbeiten, um einen Halt am Walhalla-Bahnhof. Konkret wurde nichts. Reservierte Fördermittel des Freistaates wurden zwischenzeitlich anders verwendet.

  • Ausblick:

    Regensburg Planungsreferentin Christine Schimpfermann schilderte, dass eine neue Initiative im Gespräch sei. Verkehrsexperte Stefan Schell vom Staatsministerium sagte zu, dass er wohl ab 2020 wieder Fördermittel aktivieren könne. Entscheidend wird sein, zu welchem Ergebnis das Gutachten der Bayerischen Eisenbahngesellschaft kommt. Der Abgeordnete Peter Aumer bot an, einen Termin zwischen Stadt, Bahn und den Unternehmen im Gewerbepark zu organisieren, sobald das Gutachten vorliegt.


Schneller nach Berlin oder nach München?

Wer im Hauptbahnhof Regensburg in den Zug einsteig, braucht 1,5 Stunden, um in München anzukommne.. Foto: Gruber
Wer im Hauptbahnhof Regensburg in den Zug einsteig, braucht 1,5 Stunden, um in München anzukommne.. Foto: Gruber

Wer angelockt von der neuen Expressverbindung von München nach Berlin auf die Bahn umsteigen will, wird herbe enttäuscht, wenn er von Regensburg aus startet. Das schilderte die ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete Maria Eichhorn. Denn die Wartezeit beim Umstieg ist sogar gestiegen. Schienenexperte Schell meinte, dass das unter Umständen behoben werden könnte, wenn auf der neuen Trasse mehr Züge fahren könnten. Aumer kritisierte seinerseits, dass man von Regensburg nach München 1,5 Stunden im Zug sitze. Gehe das nicht schneller? Auch da hat Schell eine Idee. Er schlug vor, ganz neu zu denken. Er regte an, zu untersuchen, ob ein Ausbau der Donautalbahn möglich ist, ohne die Ecke über Ingolstadt auszufahren Das will Aumer nun aufgreifen und dazu einen Brief an den Bundesverkehrsminister und seinen bayerischen Kollegen schreiben. Vielleicht kommt etwas in Gang.

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