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Verbrechen

Weitere Hinweise zu Monika Frischholz

Wieder haben sich Zeugen zu der 1976 verschwundenen Schülerin aus Flossenbürg gemeldet. Die Suche wurde vorerst eingestellt.
Von Isolde Stöcker-Gietl

An einem Waldstück nahe Waldkirch untersuchte die Polizei einen möglichen Ablageort der Leiche. Ohne Erfolg. Foto: armin weigel/dpa
An einem Waldstück nahe Waldkirch untersuchte die Polizei einen möglichen Ablageort der Leiche. Ohne Erfolg. Foto: armin weigel/dpa

Georgenberg.Die Suche nach der seit fast 43 Jahren vermissten Monika Frischholz am Montag und Dienstag in einem Waldstück bei Waldkirch (Lkr. Neustadt/Waldnaab) hat weitere Zeitzeugen dazu gebracht, Beobachtungen an die Polizei zu melden. Etwa zehn neue Hinweise seien seit Wochenbeginn eingegangen, sagt Polizeisprecher Florian Beck. Diese müssten nun erst wieder überprüft und im Kontext der Ermittlungen eingeordnet werden. „Wir haben erneut festgestellt, dass noch viel Wissen in der Bevölkerung schlummert.“ Durch die Grabungen seien die Menschen offenbar motiviert, die Ermittlungen weiter zu unterstützen. „Genau da wollen wir weitermachen und hoffen deshalb auf weitere Informationen und Beobachtungen, die uns vielleicht weiterhelfen können.

Mit schwerem Gerät hatte die Polizei am Montag und Dienstag am Beginn eines Waldstückes oberhalb der kleinen Ortschaft Waldkirch nach den sterblichen Überresten der zwölfjährigen Schülerin aus Flossenbürg gesucht. Ein etwa 50 Quadratmeter großes Areal war bis in etwa zwei Meter Tiefe abgegraben worden. Dafür mussten auch mehrere meterhohe Fichten gefällt werden. Neben zwei Polizeibaggern unterstützte auch ein Privatunternehmen die Arbeiten, die am Dienstagabend vorläufig beendet wurden.

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Seit 1976 fehlt von der damals Zwölfjährigen aus Flossenbürg jede Spur. Am Montag gräbt die Polizei erneut bei Waldkirch.

Viele kleine Mosaiksteine

Ein konkreter Zeugenhinweis hatte die Polizei in dieses Gebiet geführt, das etwa sechs Kilometer entfernt von Flossenbürg liegt. Auf der Abzweigung nach Waldkirch wurde das Mädchen am späten Nachmittag des 25. Mai 1976 das letzte Mal gesehen. Die Vermutung ist, dass sie kurz nach dieser letzten Beobachtung auf ihren Mörder getroffen ist. An der Grabungsstelle vermutet die Polizei einen möglichen Ablageort der Leiche. Es ist eine erst jetzt herausgearbeitete Erkenntnis der im Herbst gegründeten Ermittlungsgruppe „Froschau“. In den früheren Ermittlungen war man davon ausgegangen, dass sich Monika auf den Weg in Richtung Floß gemacht hatte. Floß liegt entgegengesetzt zu Waldkirch. Dort, so dachten die Menschen bis vor wenigen Monaten, sei sie in ein Fahrzeug mit Kennzeichen „Lü“ eingestiegen. Doch Monika war mit einem anderen Mädchen verwechselt worden.

Monika Frischholz wird seit 1976 vermisst. Foto: Polizei
Monika Frischholz wird seit 1976 vermisst. Foto: Polizei

Es sind viele kleine Mosaiksteinchen, die die Ermittlungsgruppe unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Armin Bock in den vergangenen Monaten zusammengesetzt hat. Ablageorte wie die damals neugebaute Kläranlage und ein Steinbruch konnten inzwischen ausgeschlossen und damit langjährige Gerüchte im Ort aus der Welt geschaffen werden, hatte Bock bei den Grabungen erzählt.

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Monika Frischholz: Wird Rätsel gelöst?

Die Schülerin verschwand vor fast 43 Jahren. Nun keimt Hoffnung auf, dass das Schicksal des Mädchens endlich geklärt wird.

Ob man nun in Waldkirch auf der richtigen Spur sei, das bleibt vorerst offen. Ein verrotteter VW Käfer, den die Spurensicherung gemeinsam mit der Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes am Montag in der Grube freigelegt hatte, brachte nicht die erhofften Spuren. Die Polizei sagt inzwischen sogar, dass ein Zusammenhang mit dem Verbrechen an Monika Frischholz „höchst fraglich“ sei. Ganz ausschließen wolle man es aber noch nicht. Es werde versucht, den damaligen Halter zu ermitteln.

Suche nach der vermissten Monika Frischholz

Auswertungen laufen

Forensisch untersucht werden außerdem Stofffetzen und andere Teile, die die Spurensicherung in dem ausgehobenen Erdreich zwischen jeder Menge entsorgtem Hausrat fand und sicherstellte. „Derzeit haben wir aber nichts, was auf eine sogenannte heiße Spur hindeutet“, so Polizeisprecher Beck. Denn auch die in dem Aushub gefundenen Knochenteile stammen wohl eher von einem Tier. Das wird derzeit rechtsmedizinisch noch genauer untersucht. Die Auswertung werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Vermisste Monika Frischholz

  • Person:

    Die zwölfjährige Monika Frischholz verschwand am 25. Mai 1976 am späten Nachmittag aus Flossenbürg. Monika trug damals eine dunkle Hose, einen gelben Pullover und eine schwarz-rot-geringelte Weste.

  • Hinweise:

    Das Bayerische Landeskriminalamt hat eine Belohnung für Mitteilungen, die zur Aufklärung der Tat führen, in Höhe von 10 000 Euro ausgesetzt.

Ob und wie die Suche in den kommenden Wochen fortgesetzt wird, dazu will sich die Polizei derzeit nicht in die Karten schauen lassen. „Das werden wir zu gegebener Zeit bekannt geben.“ Aufgeben, das haben die Ermittler deutlich gemacht, wollen sie so schnell jedenfalls nicht.

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