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Projekt

Zooschule in Straubing will mehr bieten

Der Tiergarten Straubing plant Ausbau der Einrichtung hin zu einer Umweltschule. Nachhaltigkeit und Artenschutz sind gefragt.
Von Melanie Bäumel-Schachtner

In der Zooschule, die zur Umweltschule werden soll (v.l.): OB Markus Pannermayr, Zoopädagogin Michaela Gauderer, MdEP Manfred Weber und Zoodirektor Wolfgang Peter mit dem imposantesten Ausstellungsstück, dem ausgestopften sibirischen Tiger. Foto: Melanie Bäumel-Schachtner
In der Zooschule, die zur Umweltschule werden soll (v.l.): OB Markus Pannermayr, Zoopädagogin Michaela Gauderer, MdEP Manfred Weber und Zoodirektor Wolfgang Peter mit dem imposantesten Ausstellungsstück, dem ausgestopften sibirischen Tiger. Foto: Melanie Bäumel-Schachtner

Straubing.Aus der Zooschule im Straubinger Tierpark soll eine Umweltschule werden, die auch die Themen Nachhaltigkeit und Artenschutz thematisieren soll. Angesprochen werden sollen vor allem Schulklassen im gesamten ostbayerischen Raum.

Die Ideen sind schon weit gediehen, die Umsetzung steckt aber noch in den Kinderschuhen. Noch unklar ist, welche Kosten auf den Tierpark und die Stadt Straubing zukommen. Das soll in den kommenden Wochen und Monaten ausgelotet werden. Ein prominenter Unterstützer soll als Türöffner dienen: MdEP und EVP-Fraktionsvorsitzender Manfred Weber (CSU), der bei der Eröffnung des Gäubodenfestes 2019 versprochen hatte, sich für die Neukonzeption der Zooschule stark zu machen. Am Montag kam Weber mit Straubings OB Markus Pannermayr zu Zoodirektor Wolfgang Peter und Zoopädagogin Michaela Gauderer in den Tierpark, um sich ein Bild zu machen.

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Bei Personal und Platz am Limit

Der Bedarf ist da, der Platz auch. Noch fehlen aber die Mittel, schilderte Leiter Wolfgang Peter die Problematik. Derzeit hat die Zooschule mit Michaela Gauderer eine Biologin als Leiterin und sieben Zooführer, die die Führungen und Programme leiten, aber selbst keine neuen Führungen konzipieren. Angeboten werden zum Beispiel Touren durch den Zoo für Schulklassen, Geburtstagsführungen und Ferienaktionen. Derzeit sind es rund 400 Führungen pro Jahr. „Wir sind damit personell und vom Platz her am Limit“, so Peter. Doch die Nachfrage wäre größer – und gehe zudem immer weiter auch in Richtung Umwelt- und Artenschutz.

Stimmen der Politik

  • Stadt:

    Für OB Markus Pannermayr passt die Neukonzeption der Umweltschule hervorragend zu Straubing als Stadt der Nachwachsenden Rohstoffe mit der Universität und den Forschungseinrichtungen.

Daher soll die Zooschule zur Umweltschule erweitert werden, um auch den Lehrplan zu bedienen, mit dem man sich stark abstimmt. Direkt neben dem Gebäude wäre noch ein freies Grundstück und somit Raum zur Erweiterung. Bislang gibt es einen Vortragsraum für rund 30 Gäste sowie diverse Schränke mit Exponaten, von beschlagnahmten Zoll-Gütern wie Kroko-Handtaschen bis zum ausgestopften Hermelin. Manches davon habe man auch von Privatleuten oder Schulen erhalten, sagt Zoodirektor Peter.

„Ich habe gefragt, warum eine Schule so ein Kaninchenskelett herschenkt. Da hat mir die Lehrerin gesagt, mit so etwas könne man heute keinen Schüler mehr hinter dem Ofen hervorholen“, erinnert er sich. „Doch bei uns drücken sich die Kinder und Jugendlichen dann die Nasen an den Scheiben platt.“ Peter glaubt, der Zoo mache aufnahmefähiger: „Das Handy bleibt in der Hosentasche und man erreicht die Menschen eher. Das hat mit Emotionen zu tun, die hier entstehen.“

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Verhaltensänderung erreichen

Deshalb soll in der neuen Umweltschule auch Wissenswertes zum Thema Heizverhalten oder Autogebrauch vermittelt werden: „Wir können uns sicherlich auf den Weg machen zu einer Verhaltensänderung.“ Geplant ist eine personelle und räumliche Aufstockung, um noch mehr Schulen zu erreichen; Kooperationen mit Bildungseinrichtungen sollen geschlossen werden. Das Angebot soll erweitert werden, zum Beispiel wollen die Verantwortlichen eine Nacht im Tiergarten anbieten.

Und auch Erwachsene sollen mit Infoständen erreicht werden. Themenbereiche sind etwa auch Amphibienschutz. Der Einzugsbereich der Zooschule gehe schon heute weit hinaus. Dies solle in Zukunft ausgebaut werden. Tiergartenleiter Wolfgang Peter erklärte: „Wir wollen hier in Zukunft mehr machen als Hühner- und Straußeneier miteinander zu vergleichen.“

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