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Prozesse

Zschäpes Anwälte fordern zehn Jahre Haft

Die beiden Verteidiger wiesen in ihren Plädoyers daraufhin, dass Zschäpe nicht an den NSU-Morden beteiligt gewesen sei.

Seit Mai 2013 wird gegen Beate Zschäpe und mutmaßliche Unterstützer der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) verhandelt. Foto: Peter Kneffel/Archiv
Seit Mai 2013 wird gegen Beate Zschäpe und mutmaßliche Unterstützer der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) verhandelt. Foto: Peter Kneffel/Archiv

München.Die Verteidiger der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe haben im NSU-Prozess eine maximal zehnjährige Haftstrafe für ihre Mandantin gefordert. Zschäpe sollte demnach nur wegen besonders schwerer Brandstiftung und Beihilfe zu mehreren Raubüberfällen verurteilt werden, nicht aber wegen Mittäterschaft an den Morden und Anschlägen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, wie ihre Anwälte Hermann Borchert und Mathias Grasel am Donnerstag vor dem Münchner Oberlandesgericht sagten. Zschäpes Anwalt Grasel sagte in seinem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht München, Zschäpe sei weder an der Planung noch an der Durchführung der Morde beteiligt gewesen. Die Beweisaufnahme im NSU-Prozess habe dafür keine Beweise gebracht.

Die zehn Morde des NSU – Grasel verlas die Namen sämtlicher Opfer – „wurden allein von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos begangen“. Die beiden Täter seien aber tot und stünden für eine Strafverfolgung nicht mehr zur Verfügung. „Der Wunsch, jemanden für diese „abscheulichen Taten zu bestrafen, rechtfertigt es jedoch nicht, meine Mandantin als einzige Überlebende des sogenannten Trios für die Taten der beiden Verstorbenen verantwortlich zu machen“.

Grasel zitierte außerdem mehrere Entscheidungen des Bundesgerichtshofs, mit denen Verurteilungen wegen Mittäterschaft in anderen Fällen kassiert wurden. Dieselben Kriterien würden auch für Beate Zschäpe gelten und stünden einer Verurteilung wegen Mittäterschaft im Weg.

Genau dafür möchte die Bundesanwaltschaft die mutmaßliche Rechtsterroristin bestraft sehen und hat lebenslange Haft für sie gefordert. Nach Ansicht der Anklage müsse Zschäpe genauso bestraft werden wie unmittelbare Täter. Neun der NSU-Mordopfer waren türkisch- und griechischstämmige Gewerbetreibende, eines eine Polizistin. Als Motive nennt die Bundesanwaltschaft Rassenhass und Hass auf den Staat.

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