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Unfall

Zwei Biogas-Pannen führen zu Fischsterben

In Ostbayern verenden zahlreiche Fische, nachdem Gärstubstrat in den Landkreisen Rottal-Inn und Neumarkt in Flüsse geraten ist.

Biogas-Pannen haben zu einem Fischsterben in Ostbayern geführt.

Pilsach/Eggenfelden. Pannen in zwei Biogasanlagen in Ostbayern haben zu einem Fischsterben in angrenzenden Flüssen geführt. In Massing-Geratsdorf (Landkreis Rottal-Inn) waren am Mittwoch wegen eines Bedienungsfehlers 20 Kubikmeter Gärsubstrat in den Fluss Bina gelangt, teilte die Polizei in Eggenfelden mit. Bereits in den vergangenen Tagen waren in der Pilsach bei Neumarkt große Mengen Fische verendet, nachdem nachts aus einer Biogasanlage tonnenweise ein gülleartiges Substrat ausgelaufen war. Im Pilsacher Fall ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft.

Im Massinger Fall war nach vorläufigen Polizei-Erkenntnissen wohl vergessen worden, ein Ventil zu schließen. Dadurch habe eine große Menge Gärsubstrat in eine Auffanggrube gelangen können. Als diese überfüllt war, sei die Flüssigkeit über einen Regenüberlauf in die vorbei fließende Bina geflossen. In dem Fluss seien größere Mengen Fische verendet, berichtete die Polizei in Eggenfelden. Die genaue Schadenshöhe war zunächst nicht klar.

Im Pilsacher Fall hat unterdessen die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. „Wir haben einen Gutachter eingeschaltet. Und dieser soll jetzt klären, ob der Unfall auf einen technischen Defekt oder einen fahrlässigen Bedienfehler zurückzuführen ist“, teilte ein Sprecher der Nürnberger Behörde am Mittwoch mit, die auch für Neumarkt zuständig ist. Gegen eine bestimmte Person richteten sich die Ermittlungen vorerst nicht.

Nach Angaben des Vorsitzenden des Fischereivereins Neumarkt, Johannes Medl, wurde bei dem Giftunfall der gesamte Fischbestand in der Pilsach vernichtet. Der Schaden belaufe sich auf 20.000 bis 30.000 Euro. Die Pilsach sei biologisch tot, weil das ausgelaufene Substrat sofort den Sauerstoff im Wasser gebunden habe. „Die Fische sind praktisch erstickt“, erläuterte Medl. Der Verein hatte nach seinen Angaben erst vor 10 Tagen 850 Kilogramm Forellen in der Pilsach ausgesetzt. „Am 1. Mai hatten wir die Fischsaison eröffnen wollen.“ Das Substrat war nach vorläufigen Ermittlungen ausgetreten, weil eine Pumpe sich in der Nacht nicht ordnungsgemäß abgeschaltet hatte.

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