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Verbrechen

Zwei Verbrechen in Baden-Württemberg

Erst ein mutmaßliches Familiendrama in Rot am See, dann ein toter Teenager in Güglingen: Beide Fälle bestürzen.

Am Tag nach den tödlichen Schüssen in Rot am See auf sechs Menschen liegen Blumen und Kerzen vor dem Tatort. Foto: Tom Weller/dpa
Am Tag nach den tödlichen Schüssen in Rot am See auf sechs Menschen liegen Blumen und Kerzen vor dem Tatort. Foto: Tom Weller/dpa

Rot am See.Zwei Verbrechen mit Toten und Verletzten innerhalb von Stunden haben Baden-Württemberg erschüttert. In beiden Fällen waren miteinander verwandte Menschen betroffen. In Rot am See im Kreis Schwäbisch Hall soll ein 26-Jähriger am Freitag sechs Menschen erschossen, zwei verletzt und zwei Jungen mit seiner Pistole bedroht haben. Unter den Toten waren seine Eltern.

Im etwa 100 Kilometer entfernten Güglingen im Landkreis Heilbronn wurde dann in der Nacht auf Samstag ein 15 Jahre alter Junge getötet. Sein 54 Jahre alter Vater und sein 17 Jahre alter Bruder liegen mit Stichverletzungen im Krankenhaus. Auch an der Leiche des 15-Jährigen wurden nach Angaben der Ermittler Stichverletzungen festgestellt. Ob diese auch die Todesursache waren, werde man erst nach einer Obduktion wissen, hieß es von der Polizei.

Gewalt

Haftbefehl gegen 19-Jährigen erlassen

Nach der Bluttat in der Frankenstraße ermittelt die Polizei wegen versuchtem Totschlags. Auch das Opfer wurde vernommen.

Polizei geht von Familien-Drama aus

„Es sind noch viele Dinge unklar, wir gehen aktuell aber davon aus, dass sich die Tat innerhalb der Familie abgespielt hat“, teilte ein Sprecher der Polizei zu dem Fall in Güglingen mit. Eine der drei Personen habe einen Notruf abgegeben. Hinweise auf eine flüchtige Person gab es nicht.

Der 15-Jährige war in der Nacht in einem Wohnhaus auf einem Aussiedlerhof getötet worden. Kurz nach ein Uhr sei die Polizei per Notruf alarmiert worden. Wie der Behördensprecher sagte, lebten die Jugendlichen und der Vater gemeinsam auf dem Anwesen. Zur Mutter gab es zunächst keine Angaben.

Motiv ist in beiden Fällen noch völlig unklar

Die Ermittler tappen in beiden Fällen bei der Suche nach Beweggründen im Dunkeln. „Wir haben keinerlei Hinweise auf ein Motiv“, hieß es bei dem Fall in Rot am See. Der 26-Jährige soll seinen Vater (65) und seine Mutter (56), mit denen er über einer Gaststätte gewohnt hatte, mit einer halbautomatischen Waffe getötet haben. Der Vater hatte das Lokal vermutlich betrieben.

Angst

Opfer spricht über Abensberger Bluttat

Im Oktober wurde Fatos Lumi in Abensberg erschossen. Sein Bruder Haki überlebte - und spricht nun erstmals über die Bluttat.

Opfer des jungen Sportschützen waren auch zwei weitere Männer im Alter von 36 und 69 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 36 und 62 Jahren. Unklar war noch, in welcher verwandtschaftlichen Beziehung der mutmaßliche Täter zu diesen vier Menschen und den Verletzten stand. Ein Anlass, warum die Verwandten an diesem Tag zusammengekommen waren, wurde nicht genannt.


68-Jähriger schwebt weiter in Lebensgefahr

Der Verdächtige aus Rot am See war bislang strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten. Er hatte sich am Samstagmorgen zur Tat laut Polizei noch nicht geäußert und sollte im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Sportschütze hatte seine Tat der Polizei Freitagmittag gemeldet und war vor dem Gebäude festgenommen worden, vor dem vier und in dem zwei Leichen gefunden wurden.

Nach den Schüssen in Rot am See schwebte ein angeschossener 68-Jähriger weiter in Lebensgefahr. „Er ist noch im selben kritischen Zustand“, sagte ein Polizeisprecher. Eine 64-jährige Frau, möglicherweise die Frau des Schwerstverletzten, wird wegen leichterer Schussverletzungen im Krankenhaus versorgt. Die beiden bedrohten zwölf und 14 Jahre alte Jungen seien in psychologischer Betreuung.

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