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Gillamoos

Aiwanger: „Wir sind die Alternative“

Hubert Aiwanger vertritt in seiner Rede beim politischen Gillamoos einen klaren Kurs gegen Rettungsschirme – und hat keine Angst vor großen Tieren.
Von Fritz Winter, MZ

Der Vorsitzende der Freien Wähler in Bayern, Hubert Aiwanger, posiert am Montag (03.09.2012) beim politischen Gillamoos-Frühschoppen in Abensberg mit einer Maß Bier. Foto: dpa

Abensberg. Angst vor großen Tieren hat Hubert Aiwanger, der Chef der Freien Wähler, auf dem politischen Gillamoos in Abensberg nicht. „Hallo Angela, komm herüber, Du altes Schlachtross, hier siehst Du die wirkliche politische Alternative“, ruft der Landwirt aus dem Rottal der Bundeskanzlerin aus dem Weißbierstadel heraus zu. „Wir sind die Demokraten, hinter uns steht die Mehrheit der Bevölkerung“, donnert er den 900 Zuhörern entgegen und erinnert an die Tradition des Gillamoos als Rossmarkt. „Manche unserer politischen Mitbewerber sind Rosstäuscher – wenn man ihnen die Hand gibt, sollte man hinterher nachzählen, ob noch alle Finger dran sind“.

Merkel traut sich vom Hofbräuzelt natürlich nicht in den Weißbierstadel und so hat Aiwanger freie Fahrt für seinen klaren Kurs gegen Rettungsschirme und Europäischen Stabilitätsmechanismus. Obwohl „Europäer aus tiefstem Herzen“ forderten die Freien Wähler dennoch, dass alle Staaten in finanziellen Schwierigkeiten für ihre Schulden selbst haften müssten. Notfalls müsse Griechenland eine Parallelwährung einführen oder die Euro-Zone verlassen, sagt Aiwanger. Bei zwei Billionen Euro Staatsschulden in Deutschland seien weitere Rettungsschirme nicht zu finanzieren. „Ich will nicht, dass Zigaretten und Damenstrumpfhosen wieder zur Ersatzwährung werden, nur weil wegen einer verfehlten Euro-Politik unser Geld bald nichts mehr wert ist“.

„Hubert, Hubert“-Rufe

Solch starke Sprüche gefallen Aiwangers Anhängern, die mit frischen Maßen anstoßen und „Hubert, Hubert“ skandieren. Für Schwarz, Gelb und Grün hat er nur Hohn und Spott übrig. Die Anhänger des Rettungsschirmes sollten sich zum Gruppenfoto aufstellen und sich künftig „die Schirmlinge“ nennen, sagt Aiwanger und benutzt den Ausdruck mit einem Gesichtsausdruck, als hätte er gerade giftige Schwammerl gegessen. „Diese Schirmlinge fahren mit 100 Stundenkilometern auf einen Baum zu und behaupten, das alles sei alternativlos“.

Ganz im Gegensatz zu den Freien Wählern. Diese seien die „Ideenschmiede für Bayern“ und die entscheidende Frage bei den Landtagswahlen 2013 im Freistaat sei nicht, mit wem die Freien Wähler koalieren würden, sondern „wer mit uns zum Wohle der Bürger regieren darf“. Bei den letzten Landtagswahlen habe man 10,2 Prozent der Stimmen erzielt, heute liege man „näher bei 15 als bei zehn Prozent“, prognostiziert der FW-Fraktionsvorsitzende im Maximilianeum.

Eine Koalitionsaussage macht er wieder nicht: „Wir könne als Freie Wähler mit und ohne Regierungsbeteiligung existieren“, sagt er, nicht ohne die Regierungspolitik von Angela Merkel und Horst Seehofer scharf zu kritisieren: „Sie ist nicht alternativlos, sie ist hirnlos“.

Nachdrücklich fordert der Chef der Freien Wähler, künftig die Bürger in wichtige politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Bei der Einführung des Euro sei das Volk nicht gefragt worden, das gleiche gelte für die Gewährung der Rettungsschirme. Das müsse sich in Zukunft ändern.

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