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Sturm auf eine erfolgreiche Karriere

Vor zehn Jahren begann die Schwandorferin Anna Maria Sturm mit der Schauspielerei. Nun ist sie bei den ARD-Sonntagskrimis angekommen.
von Daniel Wenisch, MZ

Der Film, mit dem ihre Karriere durchstartete: Als Kati feierte Anna Maria Sturm in Marcus H. Rosenmüllers „Beste Zeit“ ihren ersten großen Kinoerfolg. Nun nimmt auch die Laufbahn im deutschen Fernsehen zunehmend Fahrt auf. Foto: dpa

Regensburg.Als 17-Jährige entschied sie sich in ihrem Heimatort Schwandorf während einer kunsttherapeutischen Aufführung mit Behinderten zu einer Schauspielkarriere. Heute – rund zehn Jahre später – hat sie es geschafft. Anna Maria Sturm ist eine erfolgreiche Darstellerin, die im Kino, in Fernsehfilmen und auf der Theaterbühne große Erfolge gefeiert hat.

Mit dem Film „Beste Zeit“ (2007) und dem Nachfolger „Beste Gegend“ (2008) von „Wer früher stirbt, ist länger tot“-Regisseur Marcus H. Rosenmüller gelang ihr der Durchbruch auf der Kinoleinwand. Seitdem hat sie an zahlreichen Projekten mitgewirkt und ist ab 2011 auch in der ARD-Krimireihe „Polizeiruf 110“ regelmäßig zu sehen.

Dennoch hat sie ihre Heimat nicht vergessen: „Ich liebe Bayern und die Oberpfalz und komme immer wieder gerne dorthin zurück“, sagt Sturm, die seit einem Jahr in Berlin lebt, im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung. Sie pendle zwischen der Hauptstadt und Schwandorf, wo die Familie und viele Freunde zuhause sind, erzählt sie. Dorthin kehre sie sehr gerne zurück, um zu entspannen und von der stressigen Zeit am Set oder im Theater etwas Abstand zu gewinnen. Besonders der Bayerische Wald hat es der jungen Mimin angetan. Um Ruhe zu finden, verbringt sie viel Zeit in der Natur.

Anti-WAA-Aktivistin als Mutter

Diese sehr enge Umweltverbundenheit ist eine Sache, die Anna Maria Sturm mit ihrer Mutter Irene Maria teilt. In den 80er-Jahren kämpfte diese als leidenschaftliche Aktivistin gegen die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf (Lkr. Schwandorf) und war eine der Mitverantwortlichen dafür, dass der Bau letztendlich scheiterte. Von 1994 bis 1998 saß sie für Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag. „Ich bewundere sie“, sagt die Tochter über ihre Mutter heute. „Es ist toll, dass ich im Murner See schwimmen kann, ohne dass die WAA daneben steht.“ Ihre Mutter habe sie mit ihrer selbstständigen, selbstbewussten und auch sehr stolzen Wesensart geprägt und sei bis heute ein wichtiges Vorbild. Sie selbst habe zwar ihre festen Einstellungen und Überzeugungen, sei aber nicht mit ihrer Mutter vergleichbar. „Ich bin nicht so politisch aktiv, auch wenn es in solchen Zeiten eigentlich nötig wäre. Das Thema Atomkraft ist nun ja wieder wahnsinnig aktuell.“

Von der Pharmazie zum Schauspiel

Doch nicht nur in der von der Mutter bewahrten, schönen Heimat fühlt sich Anna Maria Sturm wohl. Und sie findet auch nicht nur im Bayerischen Wald die nötige Entspannung. Am liebsten möchte sie die ganze Welt entdecken: „Ich reise sehr gerne und finde es äußerst wichtig, hin und wieder etwas anderes zu sehen“, verrät sie. „Besonders nach Frankreich fahre ich gerne, ich liebe Paris!“ Auch Australien sei sehr schön. Und das nächste große Ziel, das im kommenden Jahr in Angriff genommen werden soll, heißt Amerika. „Dort wollte ich schon immer einmal hin“, so die Schauspielerin, die ihre gesamte Kindheit und Jugend in Schwandorf verbrachte.

Geboren wurde Sturm allerdings in Regensburg. Nach dem Abitur verließ sie 2002 die Oberpfalz und ging nach München, um in der Landeshauptstadt Pharmazie zu studieren. Diese Karriere verfolgte sie allerdings nicht einmal ein Jahr lang. „Als Kind habe ich immer viele verschiedene Dinge gerne gemacht, ohne ein konkretes Berufsziel im Kopf zu haben. Bei dem Auftritt mit der kunsttherapeutischen Gruppe, wo wir Shakespeares „Sommernachtstraum“ spielten, hatte ich dann gemerkt, dass ich unbedingt Schauspielerei betreiben will“, blickt die Künstlerin auf den Karriereanfang zurück. Da kam 2003 der Bescheid über die bestandene Aufnahmeprüfung bei der renommierten Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München gerade recht, wo sie 2007 ihre Ausbildung abschloss. Direkt anschließend flatterten bereits die ersten Rollen ins Haus. An den Münchner Kammerspielen debütierte Sturm im Stück „Engel“ und sie bekam die Hauptrolle der Kati in „Beste Zeit“, die sie trotz – oder gerade wegen – des bayerischen Dialekts weit über den Freistaat hinaus bekannt machte.

„Tatort“ und „Polizeiruf 110“

So weit sogar, dass Anna Maria Sturm inzwischen in der Sonntagabendunterhaltung zur Prime-Time in den Öffentlich-Rechtlichen angekommen ist. Im Dezember wird sie erstmals in einem „Tatort“-Krimi zu sehen sein. In den vom Bayerischen Rundfunk produzierten Folgen von „Polizeiruf 110“ verkörpert sie zudem ab dem kommenden Frühjahr neben Matthias Brandt den zweiten Teil des neuen Ermittlerteams, die Polizistin Anna Burnhauser. Diese wird auf der BR-Homepage als „jung, unverbraucht, ein bisschen anarchisch und vom Land kommend“ beschrieben. „Ich habe beim Casting wohl gut in das Rollenbild gepasst“, meint Sturm. Im April wurde der erste Film gedreht, der zweite wird im November folgen. Rund einen Monat dauert der Dreh einer Folge. Auf ihre Zukunftspläne angesprochen antwortet die Schauspielerin: „Das will ich jetzt schon ein paar Jahre machen. Nebenbei gibt es aber noch andere Projekte, die parallel laufen.“

Beispielsweise wird sie die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihrem Entdecker Marcus H. Rosenmüller wieder aufleben lassen. In seinem neuen Kinofilm, der das Leben des Theatermannes Emanuel Schikaneder (1751 – 1812) darstellt, wird sie zu sehen sein. Gedreht wird dort, wo sie sich ganz besonders wohlfühlt, im Bayerischen Wald.

Aber auch abseits der Kamera legt sich Anna Maria Sturm nicht auf die faule Haut – im Gegenteil. Sie beweist ihre Vielfältigkeit und plant ein gemeinsames Projekt mit einer Cellistin. „In einem halben Jahr soll das auf die Beine gestellt sein. Es handelt sich um eine sehr freie Sache, hauptsächlich mit Musik und Gedichten“, verrät sie. Zunächst sollen Aufführungen in Berlin stattfinden, anschließend soll es mit dem Programm aber auf Tour gehen – wenn es nach Sturm geht gerne auch nach Bayern und in die Oberpfalz. Nach Hause zurückkehren wird sie so oder so immer wieder gerne – ob mit oder ohne Bühnenprogramm.

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