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Kommunalpolitik

CSU-Kandidat gewinnt in Geiselhöring

Nach dem Wahl-Skandal im Kreis Straubing-Bogen stand am Sonntag die Nachwahl an. Der FW-Kandidat Krempl hat das Nachsehen.

Auch bei der Nachwahl bleibt CSU-Kandidat Lichtinger vor seinem Konkurrent von den Freien Wählern.
Auch bei der Nachwahl bleibt CSU-Kandidat Lichtinger vor seinem Konkurrent von den Freien Wählern. Foto: dpa

Geiselhöring.Fast elf Monate nach der Kommunalwahl in Bayern gingen die Bürger im Landkreis Straubing-Bogen am Sonntag erneut zur Stimmabgabe. Die Regierung von Niederbayern hatte die Wahl vom vergangenen März für ungültig erklärt, weil auch Erntehelfer in Geiselhöring gewählt hatten. 85 waren gar nicht wahlberechtigt, 260 Stimmzettel waren nicht von den Wahlberechtigten selbst ausgefüllt worden. Am Sonntag waren 79 000 Bürger erneut zur Wahl von Kreistag, Stadtrat und Bürgermeister von Geiselhöring aufgerufen.

Der Skandal konnte der CSU zumindest bei der Bürgermeisterwahl in Geiselhöring nichts anhaben. Im Gegenteil: Unionskandidat Herbert Lichtinger verbesserte sich laut vorläufigem Endergebnis um 7,66 Prozent auf 61,49 Prozent der Stimmen. Der Altbürgermeister und Kandidat der Freien Wähler, Bernhard Krempl, bekam demnach nur noch 38,51 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl im Vorjahr hatte der Unterschied lediglich 303 Stimmen betragen – und damit in etwa die Zahl der Erntehelferstimmen.

Dabei stieg die Zahl der für Lichtinger abgegebenen Stimmen von 2132 auf 2312. Krempl büßte gegenüber der Wahl im Vorjahr 381 Stimmen ein und kam auf 1448 Stimmen. Insgesamt waren 541 weniger stimmberechtigte Bürger zur Wahl aufgerufen als 2014. Die Wahlbeteiligung lag mit 73 Prozent noch über der der annullierten Wahl.

Bei der Stadtratswahl wurde die CSU mit 49,4 Prozent stärkste Kraft. Die Freien Wähler erreichten 37,8 Prozent, die SPD 12,8 Prozent.

Bürger sprechen Lichtinger an der Urne frei

Der neue Bürgermeister Lichtinger war hörbar erleichtert über das eindeutige Ergebnis. „Ich freu mich wahnsinnig“, sagte er am Sonntagabend gegenüber Mittelbayerische.de. Die Wahl sei ein Beweis dafür, dass er von den Bürgern nicht mit den Wahlmanipulationen in Verbindung gebracht wird. „Ich bin ein ehrlicher Mensch“, sagte Lichtinger, „und als solcher will ich auch die nächsten fünf Jahre regieren“.

Dazu gehöre auch, dass er alle Fraktionen im Stadtrat mit einbinden werde. Die Stadt bestehe derzeit aus zwei Lagern. „Die wollen wir in den kommenden Jahren wieder zusammenbringen“, versicherte Lichtinger und fügte hinzu: „Ich freue mich darauf.“

Krempl, von 2008 bis 2014 Bürgermeister in Geiselhöring, zeigte sich am Sonntagabend enttäuscht von dem eindeutigen Wahlergebnis. Mittelbayerische.de sagte er: „Ich hatte ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.“ Und zwar mit für ihn positivem Ergebnis. Dementsprechend sagte Krempl zum Ausgang: „Das ist für mich unverständlich.“

Offenbar habe der Wahlskandal bei den Wählern keine Rolle gespielt. „Der Skandal wurde nur einer Person zugesprochen, nicht der CSU“, versuchte Krempl das Ergebnis zu erklären und meinte damit die Spargelbäuerin, die als eine der Verantwortlichen für die Wahlmanipulation gilt. Konsequenzen wollte Krempl am Wahlabend nicht ziehen. Am Montag gehe zunächst das Arbeitsleben weiter. „Wie es politisch weitergeht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen“, sagte Krempl Mittelbayerische.de.

Ergebnisse der Kreistagswahl am Montag

Das Ergebnis der Kreistagswahl sollen erst am Montag bekanntgegeben werden. Im Kreistag hatte die CSU im Vorjahr 31 der 60 Sitze erobert.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt wegen Wahlmanipulation gegen fünf Verdächtige, darunter eine Spargelbäuerin, die im März für die CSU in den Stadtrat eingezogen war. Ein graphologisches Gutachten hatte ergeben, dass die untersuchten 260 Stimmzetteln mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lediglich von fünf verschiedenen Personen ausgefüllt worden waren. Bei der Wahl im Vorjahr hatte die CSU in dem Wahlbezirk der Spargelbäuerin ungewöhnlich viele Stimmen bekommen. Die 49-jährige, die inzwischen aus der CSU ausgetreten ist, beteuerte ihre Unschuld. (dpa/ma)

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