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Erzbischof Müller bewegt weiter die Gemüter

Anonyme Kritiker werfen Regensburgs ehemaligen Bischof Müller vor, ein „Nimmersatt“ zu sein. Das Bistum Regensburg betont jedoch: Alles läuft korrekt.
Von Christine Schröpf, MZ

Der jetzige Präfekt der Römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, bewegt in seinem früheren Bistum Regensburg noch immer die Gemüter. Foto: dpa

Regensburg.Seit Juli ist Erzbischof Gerhard Ludwig Müller Präfekt der Glaubenskongregation. Sein Bischofssitz in Regensburg wird Ende Januar neu besetzt. Trotzdem bewegt der 65-Jährige weiter die Gemüter der Gläubigen in seinem früheren Bistum. Es gibt Spekulationen um finanzielle Zuwendungen, die er weiter aus Bayern erhält: Sein vatikanisches Gehalt von 3000 Euro werde vom Bistum um 7000 Euro aufgepolstert, heißt es in einem der MZ vorliegenden anonymen Brief eines offenbar gut informierten Müller-Kritikers. Zwei Mallersdorfer Schwestern kümmerten sich auch in Rom weiter gratis um den Haushalt des Erzbischofs. Eine BMW-Limousine solle ihm „samt Chauffeur“ als Dienstwagen zur Verfügung gestellt werden. Im Regensburger Priesterseminar sei für Aufenthalte eine ständige Wohnung reserviert. Handgefertigte Büromöbel und einen Computer habe er nach Rom mitgenommen. Müller wird deshalb als „Nimmersatt“ tituliert. Die Vorwürfe haben inzwischen Kreise gezogen – und werden heftig diskutiert.

Bistumssprecher verwundert

Bistumssprecher Clemens Neck bestätigte im Großen und Ganzen den Sachverhalt – wunderte sich aber über böse Untertöne. An Geldflüssen und anderer Unterstützung für den Erzbischof sei nichts Anstößiges. Müller erhalte, was jedem emeritierten Bischof zustehe. Er verweist darauf, dass Müller zum Jahreswechsel mit seinem 65. Geburtstag das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht habe. Sein römisches Gehalt werde nicht aufgestockt, vielmehr würde es von seiner Bischofs-Pension abgezogen. Genaue Angaben zur Höhe machte er nicht. Rund 10 000 Euro brutto sind aber nach MZ-Informationen eine belastbare Größe.

Die Frage nach einen Dienstwagen für Müller ist laut Neck noch nicht entschieden. Als Emeritus stehe ihm zu, den Fahrdienst des Bistums zu nutzen. „Er ließ sich bisher einmal vom Flughafen in München abholen.“ Anlass sei seine Verabschiedung im September in Regensburg gewesen. Im Priesterseminar stünden Müller für Besuche zwei kleine Gästezimmer zur Verfügung. Seine Regensburger Computer „teilweise seit vielen Jahren im Gebrauch“ seien ihm überlassen worden. „Ein Schreibtisch, eine Schrankwand und eine Sitzungstisch-Gruppe“ wurden ihm laut Neck leihweise zur Verfügung gestellt worden. „Die Möbelstücke sind alle rund zehn Jahre alt.“

Rückhalt von Vorgänger

Rückendeckung erhält Gerhard Ludwig Müller von seinem Regensburger Amtsvorgänger. „Die römischen Gehälter sind sehr knapp“, sagt Altbischof Manfred Müller. Über die Pensionszahlungen sei sein Glaubensbruder sicher sehr froh. Wieviel er selbst als Rente erhält, weiß Manfred Müller auf Anhieb nicht. „Es ist Besoldungsstufe B6“, schätzt er. Das wären laut Tabelle etwa 8000 Euro. Nach seiner Emeritierung durfte auch er den Dienstwagen behalten.

Geld und Güter spielten für Manfred Müller am Alterssitz im Kloster Mallersdorf aber keine Rolle mehr. Die Schwestern umsorgten ihn sehr gut. Nur eine finanzielle Ausgabe sei ihm noch wichtig. Nach seinem Tod müsse so viel Erspartes da sein, dass jeder Trauergast nach dem Gottesdienst eine Gulaschsuppe bekomme. „Das habe ich im Testament vermerkt.“

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