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Domkapitel

Gegenfurtner ist „Übergangs-Bischof“

Der frühere Generalvikar wurde vom Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt. Bis zur Neuberufung eines Bischofs für Regensburg führt er die Geschäfte. Die so genannte Sedisvakanz könnte sich über Monate erstrecken.
von Christine Schröpf, MZ

  • Der frühere Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner wurde vom Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt. Foto: Bistum
  • Der frühere Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner wurde vom Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt. Foto: MZ-Archiv

Regensburg. Neue Überraschung aus dem Bistum: Bereits einen Tag nach dem Wechsel von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller an die Spitze der römischen Glaubenskongregation hat das Regensburger Domkapitel einen „Übergangs-Bischof“ gewählt: Dompropst Wilhelm Gegenfurtner (65) wird als Diözesanadministrator bis zur Neuberufung des künftigen Oberhirten die Geschäfte führen. Sein Ständiger Vertreter ist Prälat Michael Fuchs. „Damit ist der geregelte Fortgang der Diözesanverwaltung in der Zeit der Sedisvakanz gewährleistet“, heißt es aus dem Bistum. Die Übergangszeit könnte sich über mehrere Monate erstrecken.

Wahl sorgt für Gesprächsstoff

„Mich freut das Vertrauen der Mitbrüder und ich hoffe, dass ich dem gerecht werde“, sagte Gegenfurtner in einer ersten Reaktion. Seine Wahl sorgte auch im Ordinariat für Gesprächsstoff. Als aussichtsreichster Kandidat war in den vergangenen Tagen Weihbischof Reinhard Pappenberg gehandelt worden. Gegenfurtner ist ein sehr guter Kenner des Bistums. Er war viele Jahre Generalvikar. Doch 2005 hatte ihn Gerhard Ludwig Müller von dieser Funktion enthoben und Michael Fuchs an seine Stelle gesetzt.

Der 65-Jährige wurde zum Superior in Kloster Mallersdorf berufen – dort wo Altbischof Manfred Müller seine Ruhesitz gefunden hat. Auch wenn öffentlich das Gegenteil beteuert wurde: Als Beförderung war diese Personalentscheidung nicht gewertet worden. Als Domprobst war Gegenfurtner aber in den vergangenen Jahren weiter in das Domkapitel eingebunden.

Kandidatenlisten für den vakanten Bischofsstuhl wird erstellt

Als Diözesanadministrator rückt er nun in eine wichtige Position, mit allerdings begrenztem Spielraum. Er muss die Linien Gerhard Ludwig Müllers fortführen, darf keine eigenen Akzente setzen. Eine seiner nächsten Aufgaben ist es, mit dem Domkapitel eine Kandidatenlisten für den vakanten Bischofsstuhl zu erstellen. Die „Wunschlösungen“ werden danach an Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset übergeben, den Apostolischen Nuntius in Deutschland.

Auch der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx kann Vorschläge für die Neubesetzung des Regensburger Bischofsstuhls machen. Er tut dies dann in seiner Funktion als oberster Bischof (Metropolit) der Kirchenprovinz München und Freising, zu der als untergeordnete sogenannte Suffraganbistümer die Diözesen Regensburg, Passau und Augsburg gehören.

Der Papst ist gemäß dem bayerischen Konkordat nicht an die Liste mit den Vorschlägen gebunden, sondern völlig frei in seiner Personalentscheidung. Als ein möglicher Kandidat gilt Prälat Wilhelm Imkamp, Wallfahrtsdirektor im schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild bei Günzburg. Er war schon wiederholt als Bischofskandidat im Gespräch und soll in engem Kontakt zu Papst-Sekretär Georg Gänswein stehen.

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