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Hier ist alles Gold was glänzt

Mehr als nur anziehend – Modemacher aus der Oberpfalz. Miriam Gradl und Stefan Behnke fertigen Schmuckstücke mit individuellem Charakter.
Von Katja Bock, MZ

  • „Moquii ist unsere Vorstellung von dem, was wir mit Schmuck machen wollen“, sagen die Inhaber Miriam Gradl und Stefan Behnke über ihre Goldschmiede und Schmuckgalerie in Stadtamhof. Fotos: Gabi Schönberger
  • Die Goldschmiede ähnelt einem Zahnlabor.
  • Alle Schmuckstücke sind aus hochwertigen Edelmetallen gefertigt.
  • Auch das Ladendesign ist auffällig und wohl durchdacht.

regensburg. Fein säuberlich drapiert liegen die Schmuckstücke unter Hauben auf weißen Kuben im Schaufenster. Von schweren Siegelringen mit Ankermotiv in Silber bis zu zierlichen gebogenen Herzen aus Gold zeigt sich der Schmuck in seiner ganzen gestalterischen Bandbreite. Vor fast genau einem Jahr eröffneten Miriam Gradl und Stefan Behnke in Stadtamhof 20 „Moquii“. Zwischen Goldschmiede, Atelier und Galerie ist der kleine Laden ein Raum für zeitgenössischen Schmuck. „Moquii ist unsere Vorstellung von dem, was wir mit Schmuck machen wollen. Wir machen selbst Schmuck, deshalb Goldschmiede. Wir möchten gerne Schmuck zeigen, deshalb eine Galerie und was wir zeigen, ist zeitgenössischer Schmuck“, erklärt Designer Behnke.

Der Laden zieht sich durch das Gebäude. Auf der rechten Seite hängen weiße Schaukästen in unterschiedlichen Formen und Größen an einer Wand aus Pressspannplatten. Auf der linken Seite steht eine schmale Bank mit orangefarbener Polsterung. Am hinteren Ende sitzt Behnke hinter der Ladentheke.

Zwischen Ironie und Purismus

Gradl ist an ihrem Werktisch. Die ausgebildete Goldschmiedin und staatlich geprüfte Designerin poliert eine Silber-Kette mit einem Halbbogen-Anhänger. Um sie herum liegen unterschiedliche Werkzeuge, die aussehen wie aus einem Zahnlabor. „Die Kette ist aus unserer Straight-Collection“, erklärt Gradl und legt sie vorsichtig zurück in ein gepolstertes Holzkästchen.

Betrachtet man den Schmuck genauer, erinnert wenig an die klassischen Goldschmiede-Stücke. So treffen Silber-Ösen auf Taue, geschriebene Wörter wie „Ja“, „Nein“, „Yes“ oder „No“ finden sich in Ringen wieder und Mini-Goldbarren mit eingravierten Gewichtsangaben balancieren auf Ringen. Zwischen Ironie, Purismus und Geometrie bestechen die Kollektionen und Kleinserien durch ihre unmittelbare Aussage. „Ich würde sagen, im Gegensatz zu klassischen Goldschmieden sind wir modisch orientierter. Da wir den Zugang nicht nur von der technischen Seite finden, sondern vor allem auch durch die Gestaltung“, erklärt Behnke. „Ich glaube auch durch die Zeit bei Dior bin ich sehr stark durch die Mode geprägt“, ergänzt Gradl.

Von Dior-Collier mitgestaltet

Über ihrem Arbeitstisch hängt ein Bild von Charlize Theron in der Werbekampagne des Parfums „J`adore Dior“. „Vor Moquii war ich bei Dior als Modell-Goldschmiedin tätig. Dort habe ich unter anderem an dem Collier aus der Werbekampagne mitgearbeitet“, erzählt die Oberpfälzerin. Vor ihrer Zeit bei Dior schließt sie ihre Ausbildung zur Goldschmiedin in Darmstadt und zur staatlich geprüften Designerin am Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät in Pforzheim ab.

Stefan Behnke hat zu der Zeit sein Studium als Diplom Industrial Designer in Pforzheim abgeschlossen und arbeitet als Designmanager. Ihre Lebenswege führen die beiden zusammen und 2012 entschließen sie sich, sich selbstständig zu machen. Als Ausgangsbasis wählen sie Regensburg und den kleinen Laden in Stadtamhof 20.

Als Plattform für zeitgenössischen Schmuck präsentieren sie dort ihre eigenen Serien und Kollektionen, sowie andere ausgewählte Schmuckkünstler.

Querschnitt durch mehrere Stile

„Wichtig ist für uns, dass die Unikate und Kleinserien der verschiedenen Künstler technisch sauber gearbeitet sind, aus Echtmaterial bestehen und eine klare Aussage haben“, beschreibt Gradl die Auswahlkriterien. „Es ist immer ein Querschnitt durch verschiedene Stile“, fügt Behnke hinzu. Zum ersten Geburtstag plant das Gestalterpaar eine Sonderausstellung noch im September. So werden ausgewählte Stücke des Labels „Bastard Collection“ zu sehen sein. Auch ihre nächste Kollektion ist schon in Arbeit. „Es wird was mit Ketten, Quasten und geometrischen Formen zu tun haben. Den formalen Grundstock bilden die 20 er und 40 er Jahre“, verrät Gradl. Nach dem Motto „markant, charmant und mit Substanz“ entwickeln Gradl und Behnke ihre Schmucklinien.

Das Bild der Unikate und Kleinserien bestimmen eine klare Formensprache und zeitgemäße Ästhetik. „Unsere Arbeiten sollen von bleibendem Wert, doch auch innovativ und individuell sein“, bekräftigt das Gestalterpaar.

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