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Bildung

Hochschulen auf Zukunftskurs

An Bord der MS Starnberg diskutieren die Teilnehmer des Bayerischen Hochschultages aktuelle Themen. Beim Promotionsrecht gehen die Meinungen auseinander.
Von Louisa Knobloch, MZ

Auf der MS Starnberg diskutierten mit Moderator Tobias Ranzinger (nicht im Bild) Oliver Jörg, Ulrike Gote, Christoph Rabenstein, Michael Piazolo, Wolfgang Heubisch und Michael Braun (v.l.) über die Zukunft der Hochschulen. Foto: Knobloch

Starnberg. Die Finanzierung der Hochschulen für angewandte Wissenschaft im Freistaat, Promotionsrecht und Forschungsprofessuren – diese Themen standen am Mittwochabend beim Bayerischen Hochschultag im Mittelpunkt. An Bord der MS Starnberg auf dem Starnberger See diskutierte der Vorsitzende von Hochschule Bayern, Prof. Dr. Michael Braun, mit Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) und den Landtagsabgeordneten Ulrike Gote (Die Grünen), Oliver Jörg (CSU), Prof. Dr. Michael Piazolo (Freie Wähler) sowie Dr. Christoph Rabenstein (SPD).

Mit Blick auf die anstehende Wahl wolle man wissen, „von wem die Hochschulen welche Unterstützung zu erwarten hätten“, so Braun. Trotz Wahlkampfs waren hitzige Wortgefechte bei der Diskussion selten, nur SPD-Mann Rabenstein leistete sich eine Spitze gegen die CSU: Nachdem der Vorsitzende des Hochschulausschusses im Landtag, Oliver Jörg, mehrfach von den Plänen seiner Partei für die nächste Legislaturperiode gesprochen hatte, konterte Rabenstein: „Warten wir mal ab, wer in der nächsten Legislaturperiode die Akzente setzt.“

Unterschiedliche Meinungen gab es zum Thema Promotionsrecht: Bislang sind an den Hochschulen nur kooperative Promotionen zusammen mit Universitäten möglich. 405 davon laufen momentan im Freistaat, davon 63 an der Hochschule Regensburg. Heubisch und Jörg sprachen sich dafür aus, das Kooperationsmodell erst einmal beizubehalten und künftig zu evaluieren. Piazolo forderte mittelfristig ein eigenes Promotionsrecht für Hochschulen. „Das wäre auch eine Chance, gute Leute an den Hochschulen zu halten.“ Ulrike Gote geht das alles viel zu langsam: „Einige Hochschulen sind längst soweit – diejenigen, die das leisten können und wollen, sollten das Promotionsrecht unabhängig von Universitäten längst haben.“ Braun schlug vor, statt über ein Promotionsrecht für die ganze Hochschule auch über ein zunächst begrenztes Promotionsrecht nachzudenken.

Auch das Thema Hochschulfinanzierung wurde diskutiert. Bei den Grundmitteln pro Student liegt Bayern Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge unter dem Bundesdurchschnitt. Auch zwischen Universitäten und Hochschulen gibt es ein Gefälle. So erhalten Universitäten für die Bibliotheksausstattung 115 Euro pro Student, die Hochschulen dagegen nur 15 Euro, rechnete Moderator Tobias Ranzinger vor. „Hier gibt es Aufholbedarf“, gab Oliver Jörg zu. Auch für den flächendeckenden Ausbau von Forschungsprofessuren müssten entsprechende Mittel bereitgestellt werden, forderte Rabenstein. Bislang gibt es an den Hochschulen 29 solcher Professuren. Diese Stellen könnten nicht nur über Drittmittel finanziert werden, betonte Gote: „Forschung braucht auch unabhängige Mittel.“

Nach dem Wettbewerb um den Titel Technische Hochschule seien auch weitere profilschärfende Maßnahmen denkbar, sagte Jörg und kündigte eine weitere Ausschreibung an.

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