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Landtagswahl

Die wichtigsten Fakten zur Landtagswahl

Am Sonntag wählt Bayern einen neuen Landtag. Wieso hat jeder zwei Stimmen? Ein Überblick über die wichtigsten Wahl-Fakten.
Von Anna Zimmermann

Ausschnitt einer Handstickerei mit bayerischem Rauten-Muster. Foto: Tobias Hase/dpa
Ausschnitt einer Handstickerei mit bayerischem Rauten-Muster. Foto: Tobias Hase/dpa

Wer darf wählen?

Wählen darf bei der Landtagswahl, wer mindestens 18 Jahre alt ist, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, und seit mindestens drei Monaten einen Hauptwohnsitz in Bayern hat.

So häufig wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt

Seit 1998 wird in Bayern alle fünf Jahre ein neuer Landtag gewählt. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es alle vier Jahre einen neuen Landtag.

Per Briefwahl oder vor Ort im Wahllokal

Alle Wahlberechtigten bekommen vor der Wahl per Post eine sogenannte Wahlbenachrichtigungskarte. Darauf steht neben dem Datum der Wahl unter anderem das Wahllokal, in dem der Wähler seine Stimme abgeben muss.

Grundsätzlich steht es jedem Stimmberechtigten frei, in diesem Lokal oder alternativ per Briefwahl zu wählen. Wer nicht vor Ort wählen möchte, muss aber einen Wahlschein beantragen. Das Antragsformular für die Briefwahlunterlagen sollte jeder mit der Wahlbenachrichtigungskarte bekommen.

Der neue Landtag: Diese Parteien können theoretisch einziehen

Zur Landtagswahl 2018 treten 18 Parteien und Wählergruppen an. 1923 Kandidaten stehen zur Wahl.

Folgende Parteien können gewählt werden:

  • CSU (Christlich-Soziale Union in Bayern e.V.)
  • SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschland)
  • FREIE WÄHLER (Freie Wähler Bayern)
  • GRÜNE (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
  • FDP (Freie Demokratische Partei)
  • DIE LINKE
  • BP (Bayernpartei)
  • ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei)
  • PIRATEN (Piratenpartei Deutschland)
  • DIE FRANKEN (Partei für Franken)
  • AfD (Alternative für Deutschland)
  • LKR (Liberal-Konservative Reformer)
  • mut
  • Die Humanisten (Partei der Humanisten)
  • Die PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative
  • Gesundheitsforschung (Partei für Gesundheitsforschung)
  • Tierschutzpartei (PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ)
  • V-Partei3 (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer)

Was mit welcher Stimme wo gewählt wird

Jeder Kandidat hat zwei Stimmen: Die Erst- und die Zweitstimme. Die Erststimme hängt mit dem jeweiligen Stimmkreis eines Wählers zusammen. Sie sorgt dafür, dass aus jeder Region Bayerns ein Abgeordneter im Landtag sitzt. Die Zweitstimme bezieht sich auf den Wahlkreis. Sie gibt Wählern die Chance, einen Kandidaten in den Landtag zu schicken - auch, wenn durch die Erststimme nicht der gewünschte Bewerber ins Parlament einzieht. In Bayern gibt es 91 Stimmkreise und den Regierungsbezirken entsprechend sieben Wahlkreise.

Mit der Erststimme stimmen Wähler für einen Kandidaten in ihrem Stimmkreis. Gewählt ist jener Kandidat, der die einfache Mehrheit bekommt, also die meisten Stimmen. Er kann aber nur in den Landtag einziehen, wenn seine Partei mindestens fünf Prozent aller Stimmen bekommt (Fünf-Prozent-Sperrklausel).

Mit der Zweistimme stimmen Wähler für einen Bewerber auf der Wahlkreisliste. Damit geben sie – anders als bei der Bundestagswahl – nicht nur einer Partei, sondern erneut einem Kandidaten der Parteiliste eine Stimme. Sie bestimmen damit, wer außer den Direktkandidaten in den Landkreis einzieht. 91 der 180 Sitze im Landtag gehen an diese sogenannten „Listenkandidaten“. Auch hier gilt jedoch die Fünf-Prozent-Sperrklausel.

So landet eine Partei im Landtag

Nach der Wahl werden die Stimmen für die einzelnen Parteien ausgezählt. Die Erst- und Zweitstimmen werden zusammengerechnet (Gesamtstimmen). Eine Partei kann nur in den Landtag einziehen, wenn sie insgesamt mindestens fünf Prozent der Stimmen erhalten hat.

Nach diesem Schema werden die Sitze verteilt

Hat eine Partei die Fünf-Prozent-Hürde überwunden, wird für jeden bayerischen Regierungsbezirk errechnet, wie viele Sitze sie bekommt. Dabei kommt seit 2010 das sogenannte Hare-Niemeyer-Verfahren zum Einsatz. Hat eine Partei in einem Wahlkreis 50 Prozent der Gesamtstimmen erreicht, erhält sie die Hälfte der Sitze, die dort insgesamt zu vergeben sind.

Zuerst werden die Sitze einer Partei mit jenen Direktkandidaten besetzt, die ihren Stimmkreis gewonnen haben. Wenn die Partei so viele Stimmen erhalten hat, dass ihr weitere Stimmen zustehen, ziehen Listenkandidaten ein. Hier bekommen diejenigen einen Sitz, die persönlich die meisten Stimmen erhalten haben.

Seltene Angelenheit: Überhang- und Ausgleichsmandate

In seltenen Fällen gewinnt eine Partei in einem Wahlbezirk über die Erststimmen mehr Direktmandate, als ihr von den Gesamtstimmen her zustehen. Dieser sogenannte Mandatsüberhang bleibt dann bestehen, weil die Direktkandidaten das Volk im Landtag unmittelbar. Damit die Sitze im Landtag trotzdem gemäß des Gesamtergebnisses verteilt werden können, erhalten die übrigen Parteien zusätzliche Sitze für ihre Listenkandidaten. So soll sichergestellt werden, dass das Kräfteverhältnis das Wahlergebnis bestmöglich widerspiegelt.

Erfahren Sie mehr zur Landtagswahl:

Testen Sie in unserem Quiz Ihr Wissen zum Landtag und zur Landtagswahl:

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