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Kirche

Lerchenfeld zieht Bilanz über Bistum

Der scheidende Vorsitzende des Regensburger Diözesankomitees, Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, hat ein positives Fazit seiner Amtszeit gezogen.

Philipp Graf Lerchenfeld: In die Laienarbeit im Bistum Regensburg ist wieder Beruhigung gekommen. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Graf Lerchenfeld, Ihre Amtszeit wird von zwei kirchlichen Großveranstaltungen in Regensburg gerahmt: 2006 kam Papst Benedikt XVI. zu Besuch, vor einem Monat fand der Katholikentag vor Ihrer Haustüre statt. Welches Ereignis wird länger nachwirken?

Sehr langfristig wird natürlich der Besuch des Heiligen Vaters in Regensburg wirken, auch auf internationaler Ebene. Einfach deswegen, weil er 2006 mit seiner berühmten Regensburger Rede den Dialog zwischen den Weltreligionen neu in Gang gesetzt hat. Der Katholikentag wird sicherlich Folgen haben für die katholische Kirche bei uns in Deutschland. Er war ein ganz außergewöhnliches Ereignis.

Können Sie das präzisieren?

Ich denke auch hier an den Dialog, diesmal zwischen den unterschiedlichsten Gruppen in unserer katholischen Kirche in Deutschland. Es ist gelungen, dass auch wieder katholische Organisationen in Regensburg teilgenommen haben, die viele Jahre lang nicht auf Katholikentagen vertreten waren. Außerdem war der Katholikentag sehr stark durch das Gastgeberbistum akzentuiert. Mit seiner Wallfahrtstradition und den starken Verbänden konnte sich der Regensburger Katholizismus nachhaltig in Szene setzen.

Vor Ihrer ersten Wahl hat der damalige Bischof Gerhard Ludwig Müller die diözesanen Räte neu strukturiert, was bei einigen Katholiken Unmut hervorrief. Ist davon noch etwas übrig?

Sicherlich zeigt diese damalige Entscheidung des Bischofs noch bei einigen Katholiken Nachwirkungen. Ich denke aber auch, dass es in meinen beiden Amtsperioden gelungen ist, Beruhigung in unsere Kirche in Regensburg zu bringen.

Zwischenzeitlich war auch das Verhältnis zwischen dem Bistum Regensburg und den Laiengremien auf Bayern- und Bundesebene angespannt.

Das hat sich wieder absolut normalisiert. Das beweist allein unsere sehr gute Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) beim jüngsten Katholikentag. Unsere Delegierten sind im ZdK wie auch im Landeskomitee in Bayern anerkannt und arbeiten dort hervorragend mit. Das wird auch in anderen Bistümern positiv wahrgenommen.

Was waren die wichtigsten Initiativen, die das Diözesankomitee in den letzten acht Jahren gestartet hat?

Wir haben uns sehr mit der Situation katholischer Familien beschäftigt und dazu verschiedene Aktionen gestartet: Wir haben für sie zusammengetragen, was sie an Wallfahrtsorten im Bistum unternehmen können. Wir haben einen Kinderwettbewerb zur Heiligung des Sonntags ausgerichtet. Mehrere Veranstaltungen haben wir zur katholischen Schwangerschaftsberatung gemacht, in denen wir einem weit verbreiteten Missverständnis entgegenwirken konnten, nämlich dass sich die Kirche aus diesem Gebiet zurückgezogen hätte. Das ist ja nicht der Fall. Deshalb war das wichtig.

Warum hören Sie jetzt auf? Sie sind doch im besten Alter.

Lerchenfeld: Es war weise, dies in in der Satzung unseres Diözesankomitees festzulegen: Der Vorsitzende kann nur einmal wiedergewählt werden. (kna)

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