MyMz

Lokalfernsehen

Medienrat gibt Isar TV den Zuschlag

Der Verleger Martin Balle bekommt die Lizenz für das Landshuter Lokalfernsehen. Die Meinungsvielfalt sehen die Medienräte dadurch nicht in Gefahr.
von Christine Strasser, MZ

Der Medienrat der Bayerischen Landesanstalt für Neue Medien (BLM) hat über die Vergabe der Landshuter TV-Lizenz. entschieden Foto: dpa

München. Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) hat die Fernsehlizenz in Landshut dem Konsortium um den Verleger Martin Balle zugesprochen. 17 Medienräte stimmten am Donnerstag für die Bewerbung des Programms, das unter dem Namen Isar TV senden wird. Zehn sprachen sich dagegen aus, vier enthielten sich. Eine klare Entscheidung, aber dennoch knapper als von einigen erwartet – oder befürchtet.

Die Genehmigung erfolgt unter Vorbehalt. Im drahtlosen Hörfunk Landshut für die Radio AWN Landshut GmbH & Hörfunk KG, die sich zu 100 Prozent im Besitz der Familie Balle befindet, muss bis spätestens 31.07.2013 ein Stimmrechtsausschluss in Programmfragen festgelegt werden. Eine öffentliche Stellungnahme zu der Entscheidung des Medienrats wollte keiner der bei der Medienratssitzung anwesenden Vertreter von Isar TV abgeben.

Eine 13-köpfige Gruppe aus Geschäftsleuten hatte mit ihrem Konzept für ein Landshut TV der Bürger das Nachsehen. Der Anwalt der 13 Unternehmer und Geschäftsleute, Dr. Jürgen Wente, betonte, dass die Verwaltung der BLM beide Bewerber gerecht behandelt habe. Die Entscheidungsgründe müssten noch abgewartet werden, aber voraussichtlich werde gegen den Ablehnungs- und den Zuweisungsbescheid Klage eingereicht. „Das ist ein ganz normaler Konkurrentenstreit“, fügte Wente hinzu. Er zweifelte an, dass eine Medienvielfalt in Landshut dadurch gewahrt bleibt, dass der Verleger Balle auf Stimmrechte beim Hörfunk verzichten muss. „Balle beherrscht das Fernsehen in Landshut“, sagte Wente.

Das Bürgerkonsortium hatte im Vorfeld der Entscheidung vor einem „Meinungsmonopol“ gewarnt, falls Balle die Lizenz zugesprochen wird. Balles Griff nach der Lizenz hatte für reichlich Unmut gesorgt. Im Dezember 2012 hatte der Verleger die Lizenz im Handstreich erobert. Er stockte seine Anteile an der RFL Regional Fernsehen Programmanbieter GmbH von 23 auf 100 Prozent auf - und das ohne Rücksprache mit der BLM. Balle übernahm 77 Prozent der Anteile, die bis dahin Norbert Haimerl gehalten hatte. Die BLM schrieb die Lizenz daraufhin neu aus. Der Unternehmer Balle besitzt in der Region die lokalen Zeitungen Straubinger Tagblatt und Landshuter Zeitung zu 100 Prozent und hält 50 Prozent am Funkhaus, aus dem Radio Trausitz und Radio Galaxy senden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht