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„Arnschwang“ hat sich aus einem Flurnamen entwickelt

Vermutlich wurde die Siedlung auf bzw. bei einer Wiese einer Person namens „Aruni“ gegründet

Der Name des Pfarrdorfes „Arnschwang“ im Landkreis Cham ist erstmals in einer Traditionsnotiz des Klosters Reichenbach, die auf vor 1180 datiert wird, in der Form „Arinswanch“ historisch bezeugt. 1202 ist der Ortsname als „Arinswanc“, 1349 als „Arenswanchk“, 1414 als „Arnswang“ sowie 1527 und 1616 bereits in der Form „Arnschwang“ überliefert. Die Mundartform des Ortsnamens lautet „Oanschwang“. Aus der Belegreihe und der Mundartform des Ortsnamens kann eine althochdeutsche Ausgangsform „Arunes-wang(e)“ erschlossen werden. Dabei handelt es sich um eine Zusammensetzung aus einer Genitivform auf „-es“ des erschlossenen althochdeutschen Personennamens „Aruni“ und dem erschlossenen Grundwort althochdeutsch „wang“ mit den Bedeutungen ‚Wiese, Weide, Feld’ (belegt ist althochdeutsch „holzwang“ für ‚Waldwiese’). Setzt man eine althochdeutsche Nominativform „Aruneswang“ an, ergibt sich eine Deutung des Ortsnamens als ursprünglicher Flurname mit der Bedeutung ‚Wiese/Weide, die (bzw. Feld, das) nach einer Person namens „Aruni“ benannt ist’, der auf die auf oder bei diesem Flurstück gegründete Siedlung übertragen wurde. Beim althochdeutschen Ansatz „Aruneswange“, einer Dativsingularform auf „-e“, die einen Örtlichkeitsbezug im Sinne von ‚bei …’ ausdrückt, wäre von einem ursprünglichen Siedlungsnamen auszugehen mit der Bedeutung ‚(Siedlung) bei der Wiese/Weide, die (bzw. bei dem Feld, das) nach einer Person namens „Aruni“ benannt ist’. Die Bedeutung des Ortsnamengrundworts „-wang“ kann als ‚Grasgefilde, waldfreie Grasebene, für Weidewirtschaft besonders geeignetes Gelände’ weiter spezifiziert werden, was im Fall von „Arnschwang“ zutreffen dürfte, da die Siedlung im Flusstal des Chamb liegt.

Forschung: Wolfgang JankaVon Namenforscher Stefan Hackl

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