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Flussname gab „Flossenbürg“ den Namen

Sowohl der Markt Floß im Landkreis Neustadt/Waldnaab als auch das Pfarrdorf Flossenbürg gehören, was die Deutung der Namen angeht, eng zusammen. Beide haben sie ihren Namen von der Floß übernommen, einem Bach, der im Norden der Oberpfalz von links in die Waldnaab mündet. Die naheliegende Vermutung, dass der Flussname „Floß“ etwas mit ‚fließen‘ zu tun hat, ist richtig. Er wird gegen Ende des 13. Jahrhunderts zum ersten Mal in lateinischer Sprache erwähnt als „aput Flozzam“ (‚bei/an der Floß’). Der Name des Marktes Floß findet sich allerdings einige Zeit früher, nämlich zum ersten Mal im 10.Jahrhundert in der Form „ad Flozzun“, im 12. Jahrhundert als „Flossen“, ab dem 14. Jahrhundert als „Flozz“ und „Floß“. Der Name von Flossenbürg taucht ebenfalls in den Quellen zuerst im 12.Jahrhundert auf als „iuxta castrum … Flozzen“ (‚neben der Burg Flozzen’), später heißt er nach Kaiser Friedrich Barbarossa auch „Friderichesfloze“. Der Bezug auf die Burg wird erst im 14.Jahrhundert durch Anfügen des Wortes „-berg“ oder „-burg“ zum Ausdruck gebracht. Wie kann man aber die Beziehung von „Floß“ zu „fließen“ herstellen? Der Trick besteht darin, dass die Namenforscher vom Partizip „(ge-)flossen“ ausgehen, das im Althochdeutschen „(gi-)flozzan“ lautete. Dieses Wort beruht auf der germanischen Vorstufe „flutan-“. Eine ähnliche Vorform ist aus den historischen Nennungen für „Floß“ zu rekonstruieren, nämlich „Flutô“. Das ist die weibliche Form eines germanischen Substantivs „fluta-“, das unter anderem ‚Fahrwasser’ bedeutete. Daraus kann man schließen, dass die „Floß“ ursprünglich als ‚befahrbares Fließgewässer’ angesehen wurde. In der Konstellation der Vokale wurde im Lauf der Zeit das „u“ an das folgende „ô“ angepasst. Ferner wurde das auslautende „-ô“ zu „-a“, später zu „-e“ abgeschwächt, um schließlich ganz zu verstummen.

Vergessen dürfen wir auch nicht die Wirkung der oberdeutschen Lautverschiebung, die aus „Flota“ „Flozza“ (sprich: „Flossa“ mit scharfem „s“) entstehen ließ, wie aus englisch „water“ deutsch „Wasser“ wurde. Mit der Zeit wurde wie bei „Wasser“ auch die Schreibung des Ortsnamens angepasst und man schrieb nun zunächst „Flosse(n)“ später einfach „Floß“. Nach der Rechtschreibreform müsste man heute „Floss“ schreiben.Forschung: Albrecht Greule

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