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Gefäßhändler mit Humanistennamen

„Rumpus“ ist auf eine Mode im 15. Jahrhundert zurückzuführen.

Bei dem Familiennamen „Rumpus“ handelt es sich um einen sogenannten Humanistennamen, der durch eine Latinisierung des Bei- bzw. Familiennamens „Rump“ entstanden ist. Die Familiennamengruppe der Humanistennamen ist in erster Linie aus Gräzisierungen und Latinisierungen während der Humanistenzeit (vor allem im 15. und 16. Jahrhundert) hervorgegangen. Durch die Hochschätzung der klassischen Sprachen im Humanismus kam von Italien her im 15. Jahrhundert in gebildeten Kreisen die Mode auf, seinen Namen der griechischen oder lateinischen Sprache anzupassen.

Dies geschah u. a. durch lautliche Umformung und Anfügen griechischer oder lateinischer Endungen (vergleiche zum Beispiel die Familiennamen „Krämer“ zu „Cremerius“, „Kruse“ zu „Crusius“ oder „Michels“ zu „Michaelis“). Eine Reihe dieser Humanistennamen blieb bis heute im Sprachgebrauch erhalten. Der Name „Rumpus“ stellt eine wohl im 15. oder 16. Jahrhundert durch Anfügen der lateinischen Endung „-us“ gebildete Latinisierung des Bei- bzw. Familiennamens „Rump“ dar. Der Bei- bzw. Familiennamen „Rump“ stammt aus dem mittelniederdeutschen Sprachgebiet, das geographisch betrachtet heute zum größten Teil Norddeutschland umfasst. Er entspricht dem mittelniederdeutschen Wort „rump“ mit den Bedeutungen ‚Rumpf, Leib; längliches, bauchiges Gefäß’ und dürfte somit ursprünglich eine Person bezeichnet haben, die vermutlich von Berufs wegen als Hersteller und/oder Händler oder aber auch nur als Benutzer mit länglichen, bauchigen Gefäßen zu tun hatte.Mit Namenforscher Stefan Hackl

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