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Was hat Herr „Nix“ mit einem Wassergeist zu tun?

Für den Familiennamen „Nix“, der nichts mit dem bairischen Dialektwort „nix“ für ‚nichts’ zu tun hat, gibt es zwei verschiedene Deutungsmöglichkeiten. So kann „Nix“ einmal auf das mittelhochdeutsche Wort „nickese, nixe“ zurückgehen – mit den Bedeutungen ‚Nixe, Sirene oder Wassergeist’ (Mittelhochdeutsch = durch bestimmte Merkmale gekennzeichnete historische Sprachperiode des Deutschen, die von zirka 1050 bis etwa 1350 dauerte).

Bei dieser Deutungsvariante wäre der Familienname „Nix“ als sogenannter Übername für einen Menschen zu deuten, dem im übertragenen Sinn ganz bestimmte Eigenschaften einer Nixe, einer Sirene oder eines Wassergeistes zugeschrieben wurden. Übernamen sind häufig Spitz- oder Spottnamen, mit denen die Leute ihre Mitmenschen nach besonderen, speziell für diese Person typischen Eigenschaften (zum Beispiel körperlichen, charakterlichen oder auch beruflichen Merkmalen) benennen. Solche Namen wurden zunächst als Beinamen verwendet und konnten im Lauf der Zeit zu fest vererbbaren Familiennamen werden.

Als zweite Deutungsvariante kann der Familienname „Nix“ aber auch auf eine verkürzte Form des Rufnamens „Nikolaus“ zurückgehen. Dieser Rufname ist griechischer Herkunft und setzt sich ursprünglich zusammen aus den griechischen Wörtern „níkê“ mit der Bedeutung ‚Sieg’ und „laós“ mit der Bedeutung ‚Volk, Kriegsvolk’.

Seinen Häufigkeitsschwerpunkt in Bayern hat der Familienname „Nix“ heutzutage im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Auf ganz Deutschland bezogen sind die mit Abstand meisten Träger dieses Familiennamens im hessischen Main-Kinzig-Kreis zu finden.

Von Namenforscher Stefan Hackl

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