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Demonstration

Neonazis marschieren in Regensburg auf

Neonazis sorgen am Freitag mit einem Aufmarsch in der Innenstadt für Aufruhr. Hunderte Gegendemonstranten setzen ein Zeichen gegen Rassismus.

  • Rund 100 Polizeibeamte sorgen am Freitagabend während der Neonazi-Demonstration in Regensburg für Sicherheit. Sie bildeten im Park beim Hauptbahnhof eine Barriere zwischen den etwa 60 Rechtsgesinnten und den bis zu 300 Gegendemonstranten. Fotos: Seidl
  • Die Gegendemonstranten sangen Parolen gegen die Rechtsgesinnten.
  • Spruchbänder machten klar, worum es den Gegendemonstranten geht.
  • Die Gegendemonstranten hatten sich bereits vor dem Eintreffen der Neonazis des bayernweiten Netzwerkes „Freies Netz Süd“ am Bahnhofvorplatz postiert.
  • Die Polizei versammelte die Netzwerk-Mitglieder zunächst bei einer Bushaltestelle.
  • Die Einsatzkräfte schirmten die Demonstranten systematisch ab.
  • Die Polizei schirmte die Demonstranten systematisch ab. Später kam es trotzdem zu Übergriffen auf Gegendemonstranten.
  • Hunderte Gegendemonstranten blockierten den Protestzug der Neonazis.

Regensburg. Mindestens 60 Neonazis des bayernweiten Netzwerks „Freies Netz Süd“ – darunter auch Daniel Weigl aus Wackersdorf sowie Robin Siener – haben am Freitagabend mit einem Aufmarsch in der Regensburger Innenstadt für einen massiven Polizeieinsatz gesorgt.

Der Auftakt des Protestmarsches fand gegen 19 Uhr vor dem Hauptbahnhof statt. Dort hatten sich erste Gegendemonstranten versammelt. Die Polizei war mit Dutzenden von Einsatzkräften angerückt. Die Beamten fingen die eintreffenden Neonazis sofort ab und versammelten sie bei einer Bushaltestelle. Von dort wollten die Mitglieder des Netzwerks in Richtung Maxstraße ziehen.

Sie kamen allerdings kaum 50 Meter weit. In der Parkanlage vor dem Bahnhof verhinderten Gegendemonstranten den Marsch. Bis zu 100 Polizeibeamte schirmten Neonazis und Gegendemonstranten voneinander ab. Die Einsatzkräfte sollten, so Einsatzleiter Markus Fuchs, die angemeldete Demonstration durchsetzen.

Trotz des Großaufgebots der Polizei kam es kurz darauf zu Auseinandersetzungen zwischen den mittlerweile rund 300 Gegendemonstranten, Neonazis und Polizisten: Rund 20 weitere Neonazis attackierten Gegendemonstranten aus dem Hinterhalt. Mindestens ein Rechtsgesinnter wurde von der Polizei verhaftet. Immer wieder kam es zu Konfrontationen zwischen den Parteien. Die Einsatzkräfte vor Ort hatten erhebliche Schwierigkeiten, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Die Demonstration des Netzwerks „Freies Netz Süd“ wurde erst am Freitag gegen Mittag angemeldet und genehmigt. Nach Angaben der Polizei war die Gegendemonstration nicht angemeldet – die Blockade damit rechtswidrig. Die Gegendemonstranten erhielten die Mitteilung per Lautsprecher, auf die Lage hatte dies allerdings wenig Einfluss. Später zogen die Netzwerk-Mitglieder wegen des massiven Widerstands der Gegendemonstranten wieder in Richtung Bahnhof.

Gegen 22 Uhr stiegen die meisten Netzwerk-Mitglieder nach Angaben von DGB-Sekretär Andreas Schmal wieder in den Zug. Er erklärte, man habe erst eine gute Stunde vor dem Eintreffen der Neonazis von dem Aufmarsch erfahren. Umso erfreulicher sei die schnelle und große Resonanz derer gewesen, die gekommen waren, um sich gegen den rechten Aufmarsch zu wehren. Eine Anmeldung sei nicht mehr möglich gewesen.

Schmal sprach von bis zu 90 Neonazis, die bis aus Bayreuth angereist seien. Es habe sich um eine lange vorbereitete Aktion gehandelt.

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