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Innovation

Mit Elektroautos in den Bayerwald

An den eCarsharing-Stationen der Bahnhöfe Bogen, Plattling, Passau, Vilshofen oder Zwiesel stehen mehr als 200 E-Wald-Autos.
Von Katia Meyer-Tien, MZ

 Michael Braun vom TVO, Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Anton Stiebler vom DB RegioNetz und Anton Achatz von der E-Wald GmbH (v. l.) präsentierten das Projekt.
Michael Braun vom TVO, Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Anton Stiebler vom DB RegioNetz und Anton Achatz von der E-Wald GmbH (v. l.) präsentierten das Projekt. Foto: Meyer-Tien

München.„Dieses Projekt ist die Blaupause für den Rest Deutschlands“, sagt Anton Achatz, COO der E-Wald GmbH. Hinter ihm bremst quietschend ein Zug, neben ihm steht, auf Hochglanz poliert, ein schwarzes Elektroauto. Und damit sind die Hauptakteure des Projektes, das Achatz und seine Partner von DB und Tourismusverband Ostbayern am Donnerstag im Münchner Hauptbahnhof präsentieren, bereits vorgestellt.

Ab sofort können Kunden der Deutschen Bahn, die in den Bayerischen Wald reisen, direkt an den eCarsharing-Stationen der Bahnhöfe Bogen, Plattling, Passau, Vilshofen oder Zwiesel in eines der mehr als 200 E-Wald-Elektroautos umsteigen. Und so „ökologisch und individuell ihre Reise fortsetzen“, auch in Gebiete, die vom öffentlichen Nahverkehr nicht optimal erschlossen sind, sagt Anton Stiebler von der DB RegioNetz Verkehrs GmBH. 150 Ladestationen sind dafür im gesamten Bayerischen Wald gebaut worden, ein deutschlandweit einzigartiges Netz. Und alle Stationen werden mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, betont E-Wald-Chef Achatz. Was ganz im Sinne des Mottos des Bayerischen Waldes sei, sagt Michael Braun, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern: „Alles soll im Gleichgewicht sein.“

Seinen Ursprung hat das Projekt in Deggendorf. An der dortigen Technischen Hochschule wurde 2012 das Verbundprojekt E-Wald ins Leben gerufen, das auf 7000 Quadratkilometern in sechs Landkreisen das größte Demonstrationsprojekt für Elektromobilität in Deutschland schaffen wollte. Ein Projekt, bei dem Wissenschaft und Wirtschaft eng zusammenarbeiten sollten, um die CO2-Emissionen in der Region zu senken, den Wegzug von Einwohnern zu verhindern, den ÖPNV durch Elektromobilität zu ergänzen und langfristig zehn bis 15 Prozent aller Zweitwagen in der Region durch Elektroautos zu ersetzen.

Der Bayerische Wald sei als Modellregion ideal, sagt Achatz. Bis E-Wald startete, habe es Carsharing von Elektroautos nur in Großstädten gegeben. „Wenn es in einer so großflächigen Mittelgebirgsregion wie dem Bayerischen Wald funktioniert, dann funktioniert es überall“, sagt er. Und so unterstützt auch das Wirtschaftsministerium das Projekt. Nicht zuletzt, weil es Vorzeigeprojekte brauche, um das erklärte Regierungsziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis zum Jahr 2020 zu erreichen, sagt Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer.

Momentan sind knapp 19 000 Elektroautos in Deutschland zugelassen. Aber „die Bevölkerung ist bereit, auch beim Tourismus an Nachhaltigkeit zu denken“, sagt Pschierer. Und weist auf noch einen weiteren Vorteil der Elektroautos hin: Die Batterien der Fahrzeuge seien angesichts der Energiewende willkommene Speicher für Stromüberkapazitäten. Sein Fazit: „Ich wünsche diesem Vorhaben viele erfolgreiche Nachahmer.“

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