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Tourismus

St. Englmar bekommt eine Achterbahn

Im Rodelparadies am Egidi-Buckel fährt ab Pfingsten 2016 „Da voglwuide Sepp“ über die Sommerrodelbahnen hinweg.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

St. Englmar.An Pfingsten 2016 wird St. Englmar um eine Attraktion reicher: Dann hat „Da voglwuide Sepp“ seinen ersten Auftritt. Im Hornschlitten wird er eine Ladung Holz den Egidi-Buckel runterschaffen. Alle paar Minuten eine neue Fuhre. „Da voglwuide Sepp“, so heißt die Achterbahn, die im kommenden Jahr im Rodel- und Freizeitparadies im Bayerischen Wald eröffnen wird. Über drei Millionen Euro investiert die Betreiberfamilie Bindl in das Fahrgeschäft. Mit einer Länge von 755 Metern wird es die längste Achterbahn in Bayern sein.

1998 erste Sommerrodelbahn gebaut

Seit 2012, so erzählt Geschäftsführer Franz Bindl am Dienstag bei einer Pressekonferenz, geht ihm die Idee für eine neue Bahn nicht mehr aus dem Kopf. 1998 hatte er die Anlage am Egidi-Buckel mit einer Sommerrodel-Bahn, einer Spielscheune und einem Gastronomiebetrieb eröffnet. Zum zehnjährigen Bestehen wurde um eine einen Kilometer lange Coaster-Bahn erweitert. Nun soll mit „Da voglwuide Sepp“ noch einmal eine neue Marke gesetzt werden. „Das, was wir hier bauen, gibt es so noch nicht in Deutschland“, sagt Bindl. Und seine Frau verrät, dass sich Franz Bindl damit selbst einen Kindheitstraum erfüllt hat. „Er hat 13 Jahre lang Achterbahnen für den Deggendorfer Hersteller Zierer montiert und nun kauft er selbst eine Achterbahn bei Zierer.“

Für den Tourismus in St. Englmar sei die Investition sehr bedeutend“, sagt Astrid Piermeier vom Tourismusbüro. „Mit der Freizeitanlage auf dem Egidi-Buckel und dem Wald-WipfelWeg in unmittelbarer Nähe habe man zwei „Zugpferde“, die ein deutlich jüngeres Publikum in die Region locken. „Fast die Hälfte unserer Gäste ist mittlerweile unter 40 Jahre alt.“ Auch aus Tschechien reisen immer häufiger Besucher an. Inzwischen schon lange nicht mehr nur aus den grenznahen Regionen, sagt Bindl, der inzwischen im Nachbarland offensiv Marketing betreibt.

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Rund 100 000 Besucher kommen im Jahr in die Freizeitanlage am Egidi-Buckel. Die Zahlen stagnieren. „Wir stellen zwar eine immer höhere Verweildauer fest, aber es wäre schön, wenn es auch mit den Gästezahlen weiter nach oben ginge.“ Dafür investiert die Familie Bindl nun kräftig. Das bisherige Konzept – eine Freizeitanlage, die man nutzen kann, ohne Eintrittgeld zu bezahlen – soll weiterhin Bestand haben. Bezahlt wird auch in Zukunft für die genutzten Attraktionen.

Ein Chip, drei Bahnen

Wie die beiden Sommerrodelbahnen wird auch die Achterbahn „Da voglwuide Sepp“ pro Fahrt 2,50 für Erwachsene und 2 Euro für Kinder kosten. „Die Gäste kaufen einen Chip und können sich dann frei aussuchen, mit welcher Bahn sie fahren wollen.“ Die Achterbahn, die über Teile der Sommerrodelbahnen und der Wasserrutschen führen wird, wird eine Geschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometer erreichen und einen Höhenunterschied von 27 Metern zum Bahnhof zurücklegen. Die Anlage wird so in den Berg gebaut, dass sie dabei das natürliche Gefälle zum Schwung holen nutzt. Es gibt drei Züge mit jeweils fünf Wagen. Je zehn Personen haben in einem Wagen Platz. Angeführt wird der Zug vom „Voglwuiden Sepp“ auf seinem holzbeladenen Hornschlitten. „Wichtig war uns, dass wir eine Familienbahn bauen, deshalb haben wir auf Loopings verzichtet und auch relativ bodennah gebaut“, erläutert Bindl. Kinder ab vier Jahren dürfen einsteigen. Nachdem das Landratsamt kürzlich die Pläne abgesegnet hat, soll spätestens im Herbst mit den Baumaßnahmen begonnen werden.

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