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Infektion

Zika-Virus in Ostbayern nachgewiesen

Ein Mann aus dem Landkreis Straubing-Bogen hat sich mit dem Virus angesteckt. Es ist der dritte Zika-Fall in Bayern.

Das Zika-Virus wird von verschiedenen Mückenarten wie hier der Ägyptische Tigermücke übertragen. Foto: dpa
Das Zika-Virus wird von verschiedenen Mückenarten wie hier der Ägyptische Tigermücke übertragen. Foto: dpa

München.Nun ist erstmals auch in Ostbayern eine Infektion mit dem Zika-Virus nachgewiesen worden. Das teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag mit. Gemeldet hat den Fall das Gesundheitsamt Straubing-Bogen. Es handelt sich um einen Mann, der sich Anfang Februar in Brasilien aufgehalten hatte.

Es ist der dritte Zika-Fall in Bayern. Die ersten beiden Fälle waren von den Gesundheitsämtern Würzburg und Augsburg gemeldet worden. Das Virus wurde hier bei einem Mann sowie einer Frau, die nicht schwanger war, nachgewiesen. Auch diese Patienten kamen aus Risiko-Gebieten. Sie waren zum Zeitpunkt der Bestätigung der Diagnose schon wieder genesen.

Gesundheitsministerin Huml rät: „Urlauber sollten nach der Rückkehr aus Risiko-Gebieten auf mögliche Zika-Symptome achten. Dazu gehören Hautausschlag sowie Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen. Wer diese Symptome an sich bemerkt, sollte zum Arzt gehen.“

In erster Linie werden Zika-Viren durch den Stich infizierter Mücken übertragen. Das sind zum Beispiel die in den Tropen und Teilen der Subtropen weit verbreiteten Gelbfiebermücken. Experten vermuten, dass es eine Verbindung zwischen dem Zika-Virus und Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen gibt. Deshalb sind Vorsichtsmaßnahmen vor allem für Schwangere wichtig.

Regensburger Virologin erläutert Schutzmaßnahmen

Die Professorin Barbara Schmidt ist am Institut für Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Regensburg zuständig für klinische Virologie.
Die Professorin Barbara Schmidt ist am Institut für Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Regensburg zuständig für klinische Virologie. Foto: UKR

Reisende mit Zielen in Mittel- oder Südamerika sollten darauf achten, sich vor Mückenstichen zu schützen, rät die Professorin Barbara Schmidt, die am Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg für klinische Virologie zuständig ist. Eine Impfung gebe es bislang nicht. Deshalb seien Mücken abweisende Mittel wichtig, um sich zu schützen. Auch imprägnierte Moskitonetze und das Tragen langer heller Kleidung seien sinnvoll. Eine absolute Sicherheit gibt es allerdings nicht.

WHO: Zika-Forschung zu Mikrozephalie dauert noch Monate

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet erst in vier bis sechs Monaten mit Klarheit über einen möglichen Zusammenhang zwischen Zika und einer Schädelfehlbildung bei Babys. Neugeborene, deren Mütter sich am Anfang der Schwangerschaft angesteckt haben, sind nach WHO-Auskunft besonders häufig betroffen.

Zika ist bisher in etwa 40 Ländern nachgewiesen worden, am stärksten ist Brasilien betroffen. Um eine mögliche Infektion durch Geschlechtsverkehr auszuschließen, rät die WHO Touristen, mindestens vier Wochen lang nach ihrer Rückkehr aus betroffenen Gebieten nur geschützten Sex zu haben oder abstinent zu bleiben. Schwangere Frauen und Bewohner aus gefährdeten Gegenden sollten diese Regeln generell befolgen. (ct/dpa)

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