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Gericht

Betriebswirt gesteht Kindesmissbrauch

Das Landgericht Regensburg verurteilt einen 34-Jährigen zu sechs Jahren Haft. Eine mitangeklagte Mutter bekommt drei Jahre Haft.
Von Marion von Boeselager, MZ

Die beiden Angeklagten räumten den schweren sexuellen Missbrauch vor Gericht ein.
Die beiden Angeklagten räumten den schweren sexuellen Missbrauch vor Gericht ein. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Ein früher in Regensburg lebender Betriebswirt hat mehrere Kinder und sogar Kleinkinder schwer sexuell missbraucht. Das Landgericht Regensburg hat ihn deshalb am Donnerstag zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zudem muss er an seine Opfer insgesamt 17 500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Seine frühere Lebensgefährtin, die das Treiben des Mannes unterstützt hatte, muss für drei Jahre ins Gefängnis. Die beiden 34-jährigen Angeklagten hatten die Taten eingeräumt. Die Öffentlichkeit war von dem Prozess ausgeschlossen worden.

Der Mann, der vor seinem Umzug nach Ingolstadt viele Jahre in Regensburg lebte, hatte zuvor in nicht-öffentlicher Sitzung gestanden, sechs kleine Mädchen missbraucht, zu sexuellen Handlungen genötigt und das Ganze auch noch fotografiert oder gefilmt zu haben. Einige der Opfer waren erst drei Jahre alt. Seine gleichfalls geständige frühere Lebensgefährtin (34), die dem Angeklagten ihre eigenen acht- und neunjährigen Töchter „zuführte“ und teilweise selbst bei den perversen Sex-Spielen mitmachte, wurde ebenfalls wegen schweren Missbrauchs von Schutzbefohlenen verurteilt.

Wie MZ berichtete, war der Angeklagte nach mehreren Übergriffen gegen kleine Mädchen in Regensburg 2012 nach Lüdenscheid umgezogen. Dort schaltete er in der Lokalzeitung eine Kontaktanzeige, in der er gezielt eine alleinstehende Mutter suchte, „weil er endlich eine Familie wollte.“ Alter, Aussehen und Herkunft seien ihm egal. Die Angeklagte, eine Mutter von vier Kindern, meldete sich. Es kam zu einer Beziehung und prompt auch zu Übergriffen gegen die zwei Töchter der Frau. Da der Angeklagte seiner stark verschuldeten Freundin vorgaukelte, er kenne einen reichen Russen, der 25 000 Euro für Kinderpornoaufnahmen zahlen wurde, machte sie bei den Übergriffen mit.

Die Taten kamen ans Tageslicht, da eine andere Freundin den Angeklagten in anderer Sache anzeigte. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Ermittler eine umfangreiche Sammlung kinderpornografischer Darstellungen mit Datumseinblendung. Bei der Urteilsbegründung wertete die Kammer unter Vorsitz von Richter Carl Pfeifer zugunsten des Angeklagten, dass sein Geständnis den Opfern eine Aussage vor Gericht ersparte, außerdem den zum Teil bereits erfolgten Schadensausgleich. Nach Aussage der Gutachter ist der Mann uneingeschränkt schuldfähig. Er leidet ein einer pädophilen Nebenströmung. Zudem kam er in den Genuss des Kronzeugenparagraphen, da er seine Ex-Freundin verriet. Ihr bescheinigte die Kammer „eine deutliche Geldgier.“

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