MyMz

Cham hat jetzt einen General

Die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ feierte auf dem Marktplatz mit den Bürgern ihre Ankunft bei Erbseneintopf und Freibier.
Von Johannes Schiedermeier

Beim Appell auf dem Marktplatz sprachen General Jörg See und Bürgermeisterin Karin Bucher zu Bürgern und Soldaten. Foto: Schiedermeier
Beim Appell auf dem Marktplatz sprachen General Jörg See und Bürgermeisterin Karin Bucher zu Bürgern und Soldaten. Foto: Schiedermeier

Cham.Bei Erbseneintopf, Freibier und mit einem Begrüßungsappell hat die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ am Mittwochnachmittag ihre Ankunft in Cham mit den Bürgern der Luckner-stadt auf dem Marktplatz gefeiert. Bei strahlendem Sonnenschein waren zahlreiche Gäste gekommen, um den Appell zu erleben, zu dem die Chamer Stadtkapelle spielte. Das Interesse der Bürger war so groß, dass die Soldaten weitere Tische und Bänke aufstellen mussten.

Gemeinsam mit Abordnungen der Krieger- und Soldatenvereine sowie der Reservistenverbände bildeten die Soldaten ein Karree um das Rednerpult. Nach dem Antreten begrüßte Bürgermeisterin Karin Bucher zahlreiche Ehrengäste und erinnerte an den 26. Oktober 2011, als der damalige Verteidigungsminister de Maiziere seine Strukturentscheidungen bekanntgegeben hatte.

Die Falschmeldung

Als Begrüßungsgeschenk überreichte der General an die Bürgermeisterin das Verbandswappen aus Holz für den Chamer Maibaum. Foto: Schiedermeier
Als Begrüßungsgeschenk überreichte der General an die Bürgermeisterin das Verbandswappen aus Holz für den Chamer Maibaum. Foto: Schiedermeier

Damals hieß es gerüchteweise, der Standort Cham werde aufgelöst. Eine Falschmeldung, wie sich bald herausstellte. Cham verlor zwar sein Fernmeldebataillon, wurde aber Sitz des Stabes der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“, deren Standort Amberg aufgelöst wurde. „Diese Entscheidung hat uns glücklich gemacht“, so die Bürgermeisterin. Cham habe zwar nicht die 300-jährige militärische Geschichte Ambergs, sei aber als Stützpunkt berittener Truppen zum Schutz der Grenze mit seinem „Cordonhaus“ im 18. Jahrhundert erstmals erwähnt worden. Sie wünsche der Stadt Amberg eine gute Hand bei der neuen Nutzung ihrer Kasernenanlage. Den umliegenden Standorten der Brigade, in deren Mitte Cham liege, dankte sie für die konstruktive Zusammenarbeit in den Zeiten der Strukturreform, die den Erhalt der Standorte erst ermöglicht habe.

Lesen Sie hier: Panzerbrigade fühlt sich wohl in Cham

Gemeinsam feierten Bürger und Soldaten die Ankunft der Brigade bei Erbseneintopf und Freibier. Die Tische und Bänke reichten dafür nicht aus. Foto: Schiedermeier
Gemeinsam feierten Bürger und Soldaten die Ankunft der Brigade bei Erbseneintopf und Freibier. Die Tische und Bänke reichten dafür nicht aus. Foto: Schiedermeier

Die Stadt sei stolz, erstmals einen General als Kommandeur in ihrer Kaserne zu haben. Cham sei als soldatenfreundlich bekannt. Sie wünsche sich, dass die Lucknerstadt ihnen nicht nur Dienstort, sondern auch Heimat werde. Der bescheidene Rahmen des Appells sei lediglich der Tatsache geschuldet, dass die Brigade viel Umzugsarbeit habe. Im nächsten Jahr werde man aber gemeinsam 60 Jahre Nordgaukaserne und 60 Jahre Panzerbrigade in einem großen Rahmen feiern, so die Bürgermeisterin, die anschließend zu Freibier und Erbseneintopf einlud.

Der General und die Semmeln

General Jörg See erinnerte ebenfalls an die sieben langen Jahre der Umzugsvorbereitungen. „Als ich vor eineinhalb Jahren in der Kaserne auf der Baustelle stand und mir vorstellte, dass ich heute hier einziehen sollte, da habe ich schon etwas gezweifelt“, gestand er. Der Appell sei insbesondere eine Feier für all jene, die diesen Umzug durch ihren Einsatz möglich gemacht hätten.

Die Stadt Cham revanchierte sich mit der Stadtfahne als Antrittsgeschenk an die Brigade. Foto: Schiedermeier
Die Stadt Cham revanchierte sich mit der Stadtfahne als Antrittsgeschenk an die Brigade. Foto: Schiedermeier

Der General bedankte sich für die tolle Aufnahme in den letzten Tagen, Wochen und Monaten. er erläuterte den Bürgern die Aufgaben der Brigade (siehe Info) und auch ihre Bedeutung für die Stadt Cham. Er habe einmal gelesen, dass die Soldaten dann auch ihre Semmeln in Cham kaufen würden. Ja, bestätigte See, und hatte in seinem Manuskript dahinter einen Smiley notiert. Es werde viele Veranstaltungen vor Ort geben. Auch gemeinsame, wie das Maibaumaufstellen und den Volksfestumzug. Und es werde auch immer Soldaten geben, die Wohnungen suchen.

„Mit anderen Worten: Ich hoffe, sie werden merken, dass wir hier sind“, so der General. Er sei sich jedenfalls des Rückhalts in Cham jetzt schon sicher. Die vielen Bilder und Plakate der letzten Tage seien davon nur ein kleiner Teil. Verbundenheit und Vertrauen spielten sich letztlich immer im Herzen ab – und dazu gehörten zwei. „Wir werden unseren Teil dazu beitragen, mit der Heimat-Garnison zusammenzuwachsen“, versprach der General.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“

  • Die Panzerbrigade 12:

    Dieser Großverband des Heeres ist eine Kampftruppenbrigade, die nahezu 4500 Soldaten in sieben Standorten in der Oberpfalz und Niederbayern umfasst.

  • Die Rolle der Nordgau-Kaserne:

    In der Nordgaukaserne sitzt seit dieser Woche die Führung aller sieben Bataillone. Von hier aus wird geführt, koordiniert und geplant. Erstmals in der Geschichte der Chamer Kaserne ist der Kommandeur ein General: Jörg See.

  • Die Struktur in Cham:

    In der Kaserne sind rund 600 Soldaten untergebracht. Die meisten gehören zum Brigadekommando. Es gibt aber auch Rekruten, Sanitäter und weitere kleine Dienststellen.

  • Die Aufgaben:

    Das breite Aufgabenfeld wird im Wesentlichen durch Auslandseinsätze in Afghanistan, dem Kosovo, Mali und Litauen bestimmt. Derzeit wird in der Truppe der neue Schützenpanzer Puma eingeführt. Der Brigadestab muss in der Lage sein, mit kurzer Vorwarnzeit multinationale Verbände führen zu können. Außerdem ist er zuständig für die Rekrutierung des Nachwuchses und die Wiedereingliederung ausscheidender Soldaten in den zivilen Arbeitsmarkt.

  • Die Geschichte der Brigade:

    Die Panzerbrigade 12 besteht seit 1959. Ihr Sitz war vorher Amberg. Seit 1993 trägt sie den Beinamen „Oberpfalz“ Das spiegelt sich auch im Verbandsabzeichen mit den bayerischen Rauten und dem Oberpfälzer Löwen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht