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Missbrauch

Domspatzen: Anwalt braucht mehr Zeit

Seit fünf Monaten versucht Ulrich Weber, den Missbrauch bei den Domspatzen aufzuklären. Eine erste Bilanz.
Von Andrea Rieder, MZ

Opferanwalt Ulrich Weber Foto: altrofoto.de
Opferanwalt Ulrich Weber Foto: altrofoto.de

Regensburg.Der Rechtsanwalt Ulrich Weber soll das Ausmaß des Missbrauchs bei den Regensburger Domspatzen aufklären. Jetzt ist klar: Er macht Fortschritte, braucht aber mehr Zeit. In einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung schreibt Weber: „Das Herzstück der Untersuchung – nämlich die Betroffenengespräche und das Aktenstudium – nehmen mehr Zeit in Anspruch, als es vorab einzuschätzen war.“ Dennoch zeigt sich der Anwalt zuversichtlich: Der Eindruck, dass er „unabhängig und neutral“ arbeiten könne, habe sich bestätigt – sowohl vonseiten der Opfervertretung als auch vonseiten der Verantwortlichen beim Regensburger Knabenchor. „Mir wurden und werden alle Unterlagen zugänglich gemacht, die ich anfordere, wovon ich auch in der Zukunft ausgehe“, schreibt Weber weiter.

Ende April hatte das Bistum erklärt, das Ausmaß der Misshandlungen und des sexuellen Missbrauchs bei den Regensburger Domspatzen von einer externen Stelle überprüfen zu lassen. Davor stand die Diözese Regensburg immer wieder in der Kritik, das Ausmaß des Missbrauchsskandals zu verschweigen und Opfer hinzuhalten.

Vor fünf Monaten wurde Opferanwalt Ulrich Weber mit der Aufklärung beauftragt. Seither hat er viele Gespräche mit Opfern und Verantwortlichen geführt. Anfangs habe er noch nicht gewusst, „wie tief das kalte Wasser ist, in das ich springe“. Nun könne er aber abschätzen, wie tief er zu tauchen habe.

Betroffene sollen sich melden

Jedoch ruft er weiterhin Betroffene dazu auf, sich bei ihm zu melden. Nur so könne er Art, Ausmaß und Intensität der Geschehnisse und den Umgang mit denselben so exakt wie möglich erfassen. Auch für die Besetzung eines Beraterkuratoriums, das Weber angekündigt hatte, seien die Gespräche mit Betroffenen eine Grundvoraussetzung. Das Kuratorium soll aus Vertretern beider Seiten bestehen. Wer in diesem Kuratorium sitzen wird, stehe zwar schon weitestgehend fest. Namen wolle er aber erst Ende Januar oder Anfang Februar 2016 bekanntgeben.

Kontakt zu Rechtsanwalt Ulrich Weber: www.uw-recht.org.

Kommentar

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