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Kriminalität

Fall Baumer: Abschluss verzögert sich

Die Staatsanwaltschaft Regensburg wollte das Verfahren eigentlich noch 2016 beenden. Der entscheidende Bericht fehlt noch.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Seit viereinhalb Jahren ermittelt die Polizei inzwischen im Fall Maria Baumer. Foto: Archiv
Seit viereinhalb Jahren ermittelt die Polizei inzwischen im Fall Maria Baumer. Foto: Archiv

Regensburg.Die Ermittlungen im Fall der getöteten Maria Baumer werden in diesem Jahr nicht mehr zu einem Abschluss kommen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg teilte am Montag auf Nachfrage unseres Medienhauses mit, dass die Ermittler der Polizei noch keinen abschließenden Bericht zu dem mysteriösen Tod der 26-jährigen Frau aus Muschenried (Lkr. Schwandorf) abgegeben haben. „Vor dem Jahreswechsel werden wir deshalb nicht mehr zu einer Entscheidung kommen“, sagte Markus Pfaller, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bislang ging die Anklagebehörde davon aus, dass die inzwischen seit viereinhalb Jahren laufenden Ermittlungen – zunächst wegen des Verschwindens der Windanlagengutachterin und später wegen der ungeklärten Todesumstände – in diesem Jahr in einer Entscheidung münden würden.

Es fehlen weiter wichtige Informationen

Wie das Verfahren ausgeht, ist offen. Die Polizei hatten nach einer erfolgreichen Haftbeschwerde des ehemaligen Verlobten den Fall neu aufgerollt. Doch auch in den weiteren Ermittlungen habe sich kein Verdacht gegen weitere Personen ergeben, wie die Staatsanwaltschaft zuletzt im Mai unserem Medienhaus sagte. Ob die Verdachtsmomente gegen den heute 32-Jährigen ausreichend für eine Anklageerhebung wegen Totschlags oder gar Mordes an Maria Baumer sind, wird wohl erst der Abschlussbericht der Polizei zeigen. Doch weiterhin fehlen wichtige Informationen. Der Tatort konnte nicht gefunden werden, auch die Todesursache ließ sich nicht ermitteln. Nach MZ-Informationen gehen die Ermittler davon aus, dass Maria Baumer „zeitnah“ zu einem Ausflug auf den Reiterhof des Bruders ihres Verlobten starb – und zwar nahe dem Ort, an dem sie sich zuletzt aufgehalten hatte. Spuren für diese Annahme konnten aber nicht gefunden werden. Maria Baumers sterbliche Überreste wurden später in einer ausgehobenen Grube auf einer Waldlichtung nahe Bernhardswald gefunden – mit Löschkalk bedeckt. Michael Haizmann, der Anwalt des Krankenpflegers hatte stets betont, dass sein Mandant kein Motiv hatte, die Frau, die er wenige Monate später heiraten wollte, zu töten. Haizmann hat angekündigt, dass er im Falle einer Anklageerhebung eine Nichteröffnung des Verfahrens beantragen werde.

Missbrauchsprozess beginnt am 21. November

Bereits zuvor muss sich der ehemalige Verlobte von Maria Baumer ab 21. November vor der Jugendkammer am Landgericht Regensburg wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Schülern sowie sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung einer ehemaligen Patientin am Bezirksklinikum verantworten. Die Polizei war im Rahmen der Ermittlungen im Fall Baumer auf einer verschlüsselten Festplatte auf das belastende Material gestoßen. Der Prozess ist zunächst auf zehn Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte kurz vor Weihnachten fallen.

Weitere Artikel und eine Chronologie zum Fall Maria Baumer finden Sie hier.

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