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Trauer

Hilfe für todkranken Ghaith kam zu spät

Der achtjährige Junge aus Syrien starb an Sichelzellenanämie. Er schaffte es nicht mehr zur Behandlung nach Regensburg.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Ghaith starb an Sichelzellenanämie. Foto: privat
Ghaith starb an Sichelzellenanämie. Foto: privat

Regensburg.Der achtjährige Ghaith aus Damaskus ist tot. Die erhoffte Hilfe am Kinder-Uniklinikum Regensburg kam für den Jungen, der an einer Sichelzellenanämie litt, zu spät – auch aufgrund bürokratischer Hindernisse. Ein letzter Hilfeversuch des Helferkreises Zwickau, ihn mit der Initiative „Akuthilfe-Kinder-Libanon.de noch zur Behandlung in den Libanon zu bringen, scheiterten am schlechten Gesundheitszustand.

Seit Monaten konnte der Junge in dem kriegsgebeutelten Land nicht mehr mit lebensrettenden Blutkonserven versorgt werden. Sichelzellenanämie führt zu einer Störung bei der Bildung des roten Blutfarbstoffes. Dadurch kommt es zu Gefäßverschlüssen in den Organen sowie zu Sauerstoffmangel, was den Patienten extreme Schmerzen bereitet. Im Fall von Ghaith hatte die medizinische Mangelversorgung bereits zu Infarkten geführt. Er habe vor seinem Tod sehr leiden müssen, teilte Ute Hinrichs vom Helferkreis Zwickau der MZ mit.

Der Helferkreis hatte Geld gesammelt, um dem Achtjährigen eine lebensrettende Behandlung am Kinder-Uniklinikum Regensburg zu ermöglichen, wo bereits die ebenfalls erkrankte jüngere Schwester liegt. Eine Stammzellentransplantation hätte allerdings über 300 000 Euro gekostet – eine Summe, die der Helferkreis nicht aufbringen konnte. Zudem gestaltete sich die Beschaffung eines Visums problematisch. Ute Hinrichs sagte: „Wir sind sehr traurig, dass aufgrund der bürokratischen Hürden und der hohen Behandlungskosten keine rechtzeitige Hilfe möglich war.“ Das gespendete Geld soll in andere Hilfsprojekte fließen.

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