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V-Mann-Affäre

LKA-Kommissar wurde suspendiert

Der Einsatz eines Spitzels beim Motorradclub Bandidos in Regensburg lief aus dem Ruder. Ermittlungen gegen sieben LKA-Beamte.

Das LKA hatte einen V-Mann bei den Bandidos in Regensburg eingeschleust. Foto: dpa
Das LKA hatte einen V-Mann bei den Bandidos in Regensburg eingeschleust. Foto: dpa

München.In der V-Mann-Affäre des Landeskriminalamts ist der hauptverdächtige Kripokommissar vom Dienst suspendiert worden. Gegen den Mann sei zum 1. Februar das „Verbot der Führung der Dienstgeschäfte“ verhängt worden, berichtete ein Oberregierungsrat des Innenministeriums am Donnerstag im Rechtsausschuss des Landtags. Damit bekommt der Kommissar zwar weiter Gehalt, darf aber vorerst nicht mehr arbeiten. Er soll Straftaten eines kriminellen V-Manns bei der Rockerbande „Bandidos“ unter anderem in Regensburg nicht nur gedeckt haben, sondern beim Diebstahl von Minibaggern in Dänemark quasi Komplize gewesen sein.

V-Mann jetzt im Zeugenschutzprogramm

Abgesehen von der Suspendierung des Kriminalhauptkommissars sorgte auch der Verteidiger des V-Manns für Diskussionsstoff. Der kriminelle Ex-Rocker ist seit Dezember in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen, das ihn vor Racheakten seiner ehemaligen Kumpane bewahren soll. Doch nach Angaben seines Anwalts ist von Zeugenschutz wenig zu spüren.

„Er hat immer noch seine alte Identität und er sitzt immer noch in der JVA Würzburg“, sagte Verteidiger Alexander Schmidtgall. „Stattdessen wird effektiv die Verteidigung erschwert, weil jetzt jedes Gespräch zwischen mir und ihm von der Polizei überwacht wird.“ Der Ausschussvorsitzende Franz Schindler (SPD) stellte deswegen die Frage, ob die Behinderung der Verteidigung möglicherweise der eigentliche Zweck des Zeugenschutzes sei. Eine Kriminaloberrätin des Innenministeriums bestritt das: „Ziel einer Zeugenschutzmaßnahme ist niemals die Behinderung eines Verfahrens, sondern die Sicherung.“

Abgesehen von dem suspendierten Kriminalhauptkommissar wird gegen sechs weitere Polizisten, in der V-Mann-Affäre ermittelt, darunter zwei Führungskräfte aus dem LKA. Einer der beiden ist inzwischen mit einer neuen wichtigen Aufgabe betraut worden, obwohl er im Verdacht steht, Straftaten vertuscht zu haben.

Von den Bandidos zum Oktoberfestattentat

Der Kriminaldirektor führt im Auftrag der Bundesanwaltschaft die wiederaufgenommenen Ermittlungen zum Oktoberfestattentat, wie der Ministerialbeamte auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Franz Schindler (SPD) berichtete.

Der suspendierte Kommissar war der sogenannte „VP-Führer“ in der Nürnberger Außenstelle des LKA – er betreute den bezahlten Spitzel in der Rockergang. 2011 machten sich die „Bandidos“ auf, teure Minibagger in Dänemark zu stehlen, die sie in Südosteuropa verkaufen wollten. Der V-Mann-Führer war darüber nicht nur informiert, sondern gab dem V-Mann sogar Ratschläge für die kriminelle Auslandsreise. Das fand später die Kripo Nürnberg heraus, die den heiklen Fall aufklären soll. (dpa)

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