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Verkehr

Mehr Lkw-Parkplätze an Autobahnen

An der Rastanlage Jura West an der Autobahn 3 im Landkreis Neumarkt startete Innenminister Herrmann ein Pilotprojekt.

Die Pilotanlage an der Tank- und Rastanlage Jura West an der Autobahn 3 bei Velburg nutzt ein neues Steuerungsverfahren, mit dem die Laster ohne Fahrgasse hinter- und nebeneinander parken können. Foto: dpa
Die Pilotanlage an der Tank- und Rastanlage Jura West an der Autobahn 3 bei Velburg nutzt ein neues Steuerungsverfahren, mit dem die Laster ohne Fahrgasse hinter- und nebeneinander parken können. Foto: dpa

Velburg.Mit Hilfe eines Pilotprojekts soll es künftig mehr Lastwagen-Parkplätze an Autobahnen geben. An der Rastanlage Jura West an der Autobahn 3 bei Velburg (Landkreis Neumarkt) ging am Freitag das sogenannte Lkw-Kompaktparken in Betrieb. Die bereits vorhandenen Parkplätze wurden dabei so umorganisiert, dass im Schnitt drei Lastwagen in Reihen hintereinander parken. Sie sortieren sich eigenständig nach ihrer jeweiligen Abfahrtszeit in die richtige Reihe ein. Die Abfahrtszeiten werden auf elektronischen Anzeigetafeln über den Reihen angezeigt. So wird eine mittlere Ausfuhrgasse eingespart.

Vier Millionen Euro investiert

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, an der Rastanlage sei die Parkplatzzahl durch das neue System von 66 auf 105 gesteigert worden. „Es ist eine intelligente Art, vorhandene Flächen besser zu nutzen“, sagte er. So solle „verkehrsgefährdendes und ordnungswidriges“ Parken von Lastwagen verhindert und langer Parksuchverkehr vermieden werden. Den Truckern werde es zudem erleichtert, ihre Ruhezeiten einzuhalten. Bayern nehme mit dem Projekt eine Vorreiterrolle ein. Der Bund hat vier Millionen Euro in das Pilotprojekt investiert.

Ein Schild weist an der Tank- und Rastanlage Jura West den Lkw-Parkbereich aus. Foto: dpa
Ein Schild weist an der Tank- und Rastanlage Jura West den Lkw-Parkbereich aus. Foto: dpa

„Doch das beste System nutzt nichts, wenn die Lkw-Fahrer es nicht annehmen“, sagte Herrmann. Die Trucker werden daher über Info-Tafeln auf der Anlage und auf der Internetseite www.kompaktparken.de informiert – unter anderem auch auf Englisch, Bulgarisch oder Ungarisch. Auf der Anlage sei dafür kostenlos kabelloses Internet verfügbar. Bislang ist außerdem ein Einweiser auf der Anlage, der den Fahrern hilft. Dieser soll aber spätestens nach einem Jahr überflüssig sein.

Güterverkehr wächst enorm

Aufgrund des stetig steigenden Güterverkehrs auf den Straßen seien zusätzliche Parkplätze dringend nötig, sagten Herrmann und die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär (CSU). Die aktuelle Güterverkehrsprognose sage bis 2025 für den Freistaat ein Wachstum von rund 50 Prozent voraus. Das Projekt habe daher eine große Bedeutung. „Wenn es gut funktioniert, soll es auf die ganze Bundesrepublik ausgeweitet werden“, sagte Bär.

Ohne große Erweiterungsmaßnahmen kann die Zahl der Parkplätze durch die Pilotanlage deutlich erhöht werden. Foto: dpa
Ohne große Erweiterungsmaßnahmen kann die Zahl der Parkplätze durch die Pilotanlage deutlich erhöht werden. Foto: dpa

Seit 2008 entstanden auf rund 90 Rastanlagen in Bayern zusätzliche 3600 Lkw-Parkplätze. In diesem Jahr investiert der Bund nochmals 35 Millionen Euro. Ein anderes System („Kolonnenparken“) soll an der A93 bei Kiefersfelden getestet und verglichen werden. (dpa)

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