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Schober betont: Mir gehören 90 Prozent

Der Streit um die Jahn-Anteile geht in eine neue Runde. Der Münchner Investor sagt, nur ein Gericht kann den Vertrag lösen.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Philipp Schober kämpft um seine Jahn-Anteile. Foto: Lex
Philipp Schober kämpft um seine Jahn-Anteile. Foto: Lex

Regensburg.Die Auseinandersetzung um die Anteile an der SSV Jahn Regensburg GmbH & Co KGaA ist noch nicht beendet. Investor Philipp Schober teilte am Montag in einer Pressemitteilung mit, dass seine Global Sports Invest AG weiterhin im Besitz von 90 Prozent der Anteile sei. „Entweder stimmt die Global Sports Invest AG der Übertragung der Anteile zu, was nicht der Fall ist. Oder es wird eine gerichtliche Entscheidung über die Eigentumsverhältnisse durch das Bauteam Tretzel herbeigeführt, was bisher nicht erfolgt ist.“ Am Sonntag hatten BTT und SSV Jahn Regensburg in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärt, dass der Jahn Mehrheitseigner der KG und künftig 62 Prozent der früheren BTT-Anteile halten werde.

Die Spitze des SSV Jahn ist sich sicher, dass Schober in der Auseinandersetzung schlechte Karten hat. „Dieser Spuk ist bald endlich vorbei“, versicherte Vorstandsvorsitzender Hans Rothammer bei der Mitgliederversammlung am Montagabend in der Continental-Arena. „Wir haben mit dem Bauteam Tretzel einen Vertrag geschlossen. Die Aktien gehen an den Verein über“, verkündete Rothammer vor 369 anwesenden Mitgliedern. Der Vereinschef sagte weiter: „Nach den uns vorliegenden Unterlagen ist das BTT wirksam vom Kaufvertrag zurückgetreten, hat dies Herrn Schober auch wirksam zugestellt.“ Global Sports Invest sei damit aufgefordert, die Anteile zurückzugeben. Dieser Aufforderung sei die Global Sports Invest jedoch bislang nicht nachgekommen. Deswegen werde Volker Tretzel nun eine sogenannte Urkundenklage anstrengen. Durch die vorgelegten Unterlagen werde dann die fehlende Zustimmung durch das Urteil des Gerichts ersetzt. Nach Auskunft der Juristen, so Rothammer, sei die Dauer einer solchen Urkundenklage auf vier bis sechs Wochen zu taxieren.

Verweis auf Eilentscheidung

Laut Schober traf das Landgericht Regensburg am vergangenen Freitag eine Eilentscheidung, wonach die Global Sports Invest AG unverzüglich in das Aktienregister der KGaA einzutragen sei. Monatelang, so moniert Schober, habe die KGaA dies „grundlos und rechtswidrig“ verweigert. Aus den Reihen der Jahn-Verantwortlichen war bestätigt worden, dass die endgültige Übertragung noch nicht vollzogen sei. Das Gericht habe die Entscheidung getroffen, obwohl bereits bekannt war, dass BTT plane, einen Teil der Veräußerung der Anteile rückgängig zu machen, hob Schober hervor.Ein Sprecher sagte, dass für die Entscheidung des Landgerichts zur Eintragung ins Aktienregister nicht zwingenderweise der volle Kaufpreis – die Rede ist von insgesamt 4,2 Millionen Euro – geflossen sein muss.

Am Sonntagnachmittag hatten BTT und SSV Jahn über die geplante Neuübertragung der Anteile informiert. „BTT hat sich mit dem Mutterverein SSV Jahn Regensburg e. V. verständigt, dass die zurückgefallenen ca. 62 Prozent der Aktien auf den Mutterverein übergehen sollen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde zwischen BTT und dem e. V. bereits fixiert.“ Dass der Rücktritt vom Vertrag mit der Global Sports Invest AG wohl nicht ganz problemlos über die Bühne gehen würde, konnte man der Pressemitteilung bereits entnehmen. Der Bauträger, der die Anteile im Juni an den Münchner Investor verkauft hatte, kündigte an, dass noch rechtliche Dinge zu klären seien. „Die Formalia im Verhältnis von BTT zu Schobers Global Sports Invest AG“ werde man notfalls auch gerichtlich zur Durchsetzung bringen, wurde angekündigt. Schober zeigte sich enttäuscht, dass im Vorfeld nicht mit ihm gesprochen worden sei. „Ich hätte mir gewünscht, dass Präsidium und Geschäftsführung des Jahn vor der Veröffentlichung einer so eminent wichtigen Information mit mir Kontakt aufgenommen hätten. Dann wäre umgehend eine Klärung möglich gewesen.“ Schober unterstrich nochmals, dass er weiterhin für Gespräche zur Verfügung stehe.

Es ging wohl um Zahlungsfristen

Am Montagabend informierte Jahn-Präsident Rothammer auf der Mitgliederversammlung im Detail über den Coup mit BTT, der den Jahn zum Mehrheitseigner machen werde. Bei Investor Schober verblieben 28 Prozent. Bauträger BTT, der in die Regensburger Korruptionsaffäre verstrickt ist, soll Anfang September von seinem Rücktrittsrecht gegenüber Global Sports Invest Gebrauch gemacht haben. Was genau dazu führte, dass BTT vom Vertrag zurückgetreten ist, halten die neuen Vertragspartner geheim. Wie unser Medienhaus aber aus in der Regel gut informierten Kreisen erfuhr, sollen die vereinbarten Zahlungsfristen von der Global Sports Invest AG nicht, wie vertraglich festgelegt, pünktlich eingehalten worden sein. Ein Verzug bei den Ratenzahlungen soll BTT zur Kündigung berechtigt haben. Allerdings, so Informationen unseres Medienhauses, soll die Rate nach Verstreichen der Frist von der Global Sports Invest AG noch beglichen worden sein. Unterdessen wurde bekannt, dass in einem weiteren Rechtsstreit zwischen dem SSV Jahn und dem Münchner Investor auch Schober eine Niederlage einstecken musste. Der Investor wollte wegen einer Flugblattaktion von Fans im Stadion eine einstweilige Verfügung erwirken. Das Landgericht Regensburg wies den Antrag zurück.

Mehr über den SSV Jahn Regensburg lesen Sie in unserem Spezial: www.mittelbayerische.de/jahn

Der Jahn und Investor Philipp Schober: Erfahren Sie in unserer Timeline mehr dazu.

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