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3,5 Millionen Gäste zur Halbzeit auf der Wiesn

Rekordansturm: Bislang wollten so viele auf das Oktoberfest wie nie zuvor. Doch auch die Schlägereien haben zugenommen.

  • Die städtische Tourismus-Chefin Gabriele Weishäupl hält beim traditionellen Standkonzert der Oktoberfest-Kapellen am Sonntag (26.09.2010) vor der Bavaria auf dem Oktoberfest in München einen Maßkrug in der Hand.
  • Besucher fahren in München auf dem Oktoberfest mit dem Kettenkarussell. Das größte Volksfest der Welt feiert heuer sein 200-jähriges Bestehen. Bis zum Ende der Wiesn am 04. Oktober werden mehr als sechs Millionen Besucher erwartet.

München. Weitgehendes Bilderbuchwetter mit viel Sonnenschein hat auf dem diesjährigen Münchner Oktoberfest für einen Rekordansturm gesorgt. Rund 3,5 Millionen Gäste strömten nach Schätzungen der Festleitung bis zur Halbzeit auf das größte Volksfest der Welt. Festleiterin Gabriele Weishäupl sprach von einer „Wiesn wie aus dem Bilderbuch“.

In diesem Jahr wird das 200-jährige Bestehen der Wiesn gefeiert. Deshalb gibt es zusätzlich die sogenannte historische Wiesn, die im Südteil des Festgeländes mit nostalgischen Fahrgeschäften, einem nach altem Rezept gebrauten Bier und Pferderennen an die Ursprünge des Festes erinnert. Zur Halbzeit hatten rund 250.000 Menschen auch die historische Wiesn besucht. „Mit der historischen Wiesn ist es erstmals gelungen, ein Stück alte Wiesnseligkeit wiederherzustellen“, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).

6 Millionen Besucher werden erwartet

Das größte Volksfest der Welt entstand aus der prunkvollen Hochzeit von Kronprinz Ludwig aus dem Geschlecht der Wittelsbacher und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen im Oktober 1810 – die Hochzeit endete damals mit einem Pferderennen. Wegen des Jubiläums dauert die Wiesn heuer ausnahmsweise auch nicht bis zum ersten Sonntag im Oktober, sondern bis zum Montag (4. Oktober) – und damit einen Tag länger als sonst.

Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt werden heuer an den 17 Festtagen auf der Wiesn erwartet. Kehrseite der Wiesn-Gaudi sind die vielen Betrunkenen, darunter auch viele Jugendliche, sowie die immer wieder zu beklagenden Maßkrugschlägereien.

Diese sind heuer bislang öfter als im Vorjahr als Wurfgeschosse oder Schlagwaffen missbraucht worden. Die Münchner Polizei registrierte bis zum Sonntag 31 Fälle. Damit seien bei den Maßkrugschlägereien fast wieder die Halbzeitwerte der Wiesn 2008 (33) und 2007 (32) erreicht worden, hieß es in der Halbzeitbilanz der Polizei. Zwei der Schlägereien in diesem Jahr seien als versuchte Tötungsdelikte gewertet worden. Eine Studie von Rechtsmedizinern ergab, dass ein Schlag mit einem neuen Maßkrug gegen den Kopf grundsätzlich lebensgefährlich ist.

Im ersten versuchten Tötungsdelikt sei eine Gruppe mit einem 20-Jährigen in Streit geraten. Mit einem Krug habe dieser nach einem kanadischen Ingenieur geschlagen und jenen am Kopf verletzt. Das Opfer schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Im zweiten Fall verletzte ein französischer Student einen Australier. Der Mann erlitt eine Gehirnblutung. Im Vorjahr hat es laut Polizei keine derartigen Fälle gegeben.

Der Vorschlag zu weniger verletzungsträchtigen Bierkrügen aus Plastik war schon vor fünf Jahren an schäumendem Protest gescheitert. Die Argumente der Plastik-Gegner: Bier aus Plastikbechern sei einfach ein unverzeihbares Sakrileg. Champagner trinke man schließlich auch nicht aus dem Pappbecher.

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