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Die Schläge können nicht weniger werden

Zum fünften Mal hat Oberbürgermeister Ude in diesem Jahr nur zwei Schläge zum Anzapfen des Bierfasses gebraucht.

Das 200-Liter-Fass mit einem Schlag anzuzapfen, wäre nicht zu schaffen.

München. Ein Münchner Oberbürgermeister muss vor allem eines beherrschen: Das Anzapfen des ersten Bierfasses auf dem Oktoberfest. Christian Ude (SPD) war der erste OB, der nur zwei Schläge brauchte, um das große 200-Liter Fass, Hirsch genannt, anzuzapfen. Heuer hat er das zum fünften Mal hingekriegt. Zwei Jahre hat er noch als OB - aber mit einem Schlag ein 200-Liter-Fass anzuzapfen, wird auch er nicht schaffen.

Das wäre nicht fachgerecht und könnte allzuleicht in einem Bierbad enden, wie Udes Anzapftrainer, der Brauer Helmut Huber am Samstag erneut klarstellte. Huber steht seit Jahren in den entscheidenden Sekunden neben Ude und hat mit ihm wenige Tage vor dem Anstich extra nochmal trainiert. Böse Zungen sprächen von einer „Übungsstunde“, witzelte der OB - er habe aber nur zeigen wollen, dass er es noch könne.

Begründet wurde das Anzapf-Zeremoniell nach dem Zweiten Weltkrieg durch OB Thomas Wimmer, der einmal sogar 19 Schläge brauchte. Auch Ude musste am Anfang Lehrgeld zahlen: Im seinem ersten Amtsjahr 1993 ertönten nach dem sechsten Schlag „Aufhören-Aufhören“-Rufe - trotzdem musste der Linkshänder noch einmal nachsetzen, bis er mit dem erlösenden Ruf „O’zapft is“ die Wiesn eröffnen konnte. 2005 brach der SPD-Politiker dafür einen Rekord: Als erster Oberbürgermeister schaffte er es 2005, den Wechsel mit nur zwei Schlägen in das erste Fass zu bringen.

Die Zahl der Schläge hat in München durchaus großen Einfluss auf das Ansehen des Stadtoberhauptes. Den Versuch, mit einem einzigen Schlag auszukommen, lehnt Ude ab. Denn allzuleicht wird der Zapfhahn, der Wechsel, wieder aus dem Fass herausgedrückt. Eine Bierfontäne und der Spott des Publikums wären die Konsequenz.

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