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Die Wiesn gibt’s schon seit 201 Jahren

2011 findet das 178. Oktoberfest statt. Dennoch existiert es schon viel länger. Grund für die seltsame Zählung waren Krankheiten.

Cholera, Inflation, Krieg – auch das Oktoberfest musste darunter leiden.

München. Es ist heuer das 178. Oktoberfest - dabei entstand das größte Volksfest der Welt schon vor 201 Jahren, zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Der Grund für die unterschiedliche Zählung: 24 Oktoberfeste mussten wegen Seuchen, Kriegen und Inflation ausfallen.

Wegen der Cholera wurde das Fest in den Jahren 1854 und 1873 abgesagt. Außerdem gab es in den Kriegs- und Nachkriegsjahren keine Oktoberfeste. Von 1914, als das Deutsche Reich Russland den Krieg erklärte, bis Kriegsende, feierte München kein Oktoberfest. Nach dem Ersten Weltkrieg, dem Sturz der Monarchie und der Niederschlagung der Räterepublik fanden 1919 und 1920 zwar kleine Herbstfeste statt, die aber nicht als Oktoberfeste zählen.

Da nun das Königshaus fehlte, engagierten sich zum Neustart des Festes die Münchner Bürger, gründeten eigens den „Verein zur Erhaltung des Oktoberfests“. Doch kaum war das Fest wieder angelaufen, musste es 1923 und 1924 wegen der Inflation nochmals abgeblasen werden. Nach Angaben der Historiker des Münchner Stadtmuseums blieb der großzügige Platz, an dem 1913 noch das Königszelt gestanden hatte, noch eine ganze Weile leer. Erst 1930 wurde der Platz gefüllt, zunächst aber auch nur mit einer Achterbahn.

Auch während des Zweiten Weltkriegs fiel das Oktoberfest aus. Nach dem Neustart 1946 entwickelte sich das Fest in der aufstrebenden Bundesrepublik jedoch rasch, 1950 kamen rund fünf bis sechs Millionen Besucher - so viele wie heute.

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