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Für jeden ist das richtige Zelt dabei

Modern oder traditionell, jung oder alt, Münchner oder Tourist – In welchen Zelten was los ist, erfahren Sie hier.

16 große Festzelte stehen in diesem Jahr auf der Theresienwiese. Foto: Andreas Gebert

München. Erstmals gibt es heuer 16 große Festzelte auf der Theresienwiese, bisher waren es nur 14. Neu auf dem Oktoberfest sind die beiden traditionsreichen Zelte auf der „Oidn Wiesn“, die als neuer Teil des Oktoberfests mehr Brauchtum bietet. In allen Zelten wird gefeiert, geflirtet und getrunken - doch es gibt große Unterschiede. Je nachdem, für welches der Zelte man sich entscheidet, findet man junges oder gesetzteres Publikum, eingefleischte Münchner oder Touristen aus aller Welt. dpa wagt eine kleine Zeltkunde:

ARMBRUSTSCHÜTZENZELT

Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: Von A wie Adler bis W wie Wildsau. Hier wird die Schützen- Tradition hochgehalten. In einem Zeltanbau gibt es eine 30 Meter lange Schießbahn, auf der seit 1935 während der Wiesn die Deutschen Armbrust-Meisterschaften stattfinden.

AUGUSTINER

Im Zelt der ältesten Münchner Brauerei feiern vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft, den Hirschen. Doch auch im Augustiner tanzt man auf den Bierbänken, die rund 6000 Besuchern Platz bieten.

BRÄUROSL

Das Pschorr-Traditionszelt Bräurosl ist nach der Tochter des früheren Brauereibesitzers Pschorr benannt. Auch dort geht es weitgehend urig und gemütlich zu - mit Ausnahme des ersten Wiesn- Sonntags. Dann feiern hier tausende Homosexuelle den „GaySunday“.

FISCHER VRONI

Bei der Fischer Vroni feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen. In diesem vergleichsweise kleinen Zelt gibt es eine bayerische Spezialität, die sich kein Wiesn-Besucher entgehen lassen sollte: leckeren Steckerlfisch, Fisch am Stock.

HIMMEL DER BAYERN

Ziemlich jugendlich ist das Publikum im Hacker-Festzelt „Himmel der Bayern“. Mit seiner weiß-blauen Decke und kleinen Wölkchen gilt es als eines der schönsten Zelte auf der Wiesn.

HIPPODROM

Das Hippodrom steht direkt am Haupteingang zur Wiesn und versteht sich als Promi-Zelt. Hier liegen Decken auf den Tischen und alles ist etwas schicker. Hier kuschelt Heino mit Hannelore, und vor dem Eingang stehen Marianne und Michael mit dem gemeinen Volk Schlange.

HOFBRÄU-ZELT

Es ist eins der größten und sicherlich das lauteste Zelt: Im Hofbräu-Festzelt treffen sich vor allem Touristen aus aller Welt, die das Bier schon im Hofbräuhaus kennen und lieben gelernt haben. Hier wird getrunken, getanzt und gesungen. Aus dem Zelt dröhnt schon am frühen Morgen, bevor die Musik anfängt, Grölen über den Festplatz.

KÄFER-ZELT

Nirgendwo geht es exklusiver zu als in Käfer’s Wiesnschänke. Fußballstars vom FC Bayern, Verona Pooth und Ralph Siegel - die Promi-Dichte ist hoch. Im Käfer-Zelt gibt es neben Bier auch Wein und Champagner.

LÖWENBRÄU-FESTHALLE

Ein großer Löwe über dem Eingang brüllt „Löööööwenbrääääu“ und zieht damit Einheimische und „Zuagroaste“ gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten. Hier heißt es: Gaudi für jeden, egal woher, egal wie alt.

OCHSENBRATEREI

In der Ochsenbraterei geht es zünftig zu. Seinen Namen hat das Zelt von dem großen Ochsen am Spieß, der nicht nur Dekoration über dem Eingang, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern dieses Festzelts ist. Seit fast 130 Jahren werden hier jedes Jahr ganze Ochsen am Stück gebraten. Auf einer großen Tafel lesen die Gäste den Namen des Ochsen, der sich gerade am Spieß dreht.

SCHOTTENHAMEL

Im Schottenhamel wird das größte Volksfest der Welt traditionell eröffnet. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sticht dort alle Jahre wieder vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an. In den Tagen danach strömen fast nur junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt.

SCHÜTZENFESTZELT

Auch im Schützenzelt werden urbayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Zum Löwenbräu-Bier wird die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel.

DAS WEINZELT

Im Weinzelt liegt der Fokus - wie der Name schon sagt - nicht auf dem Bier. Dort gibt es kein Helles in Maßkrügen, sondern nur Weißbier, Wein und Champagner. Gesungen und gefeiert wird hier trotzdem. „Fesche Madln haben ihren Spaß an den vielen Bars und fesche Burschen an den Madln“, wirbt die Homepage.

WINZERER FÄHNDL

Zur Jubiläums-Wiesn leistete sich die Paulaner-Brauerei einen kompletten Neubau. Als erstes Festzelt bekommt das Winzerer Fähndl eine zentrale Bierversorgung: Eine Ringleitung im Boden garantiert, dass der Bierfluss nicht ins Stocken gerät.

Die Zelte der „Oidn Wiesn“:

FESTZELT „TRADITION“

Zünftige Blasmusik und Alt-Münchner Schmankerl: Hier kommen traditionsbewusste Gäste auf ihre Kosten, denen Landhaus-Mode und Mini-Dirndl ein Gräuel sind. Trachtler, Schuhplattler und Goaßlschnalzer sorgen für „griabige“ (gemütlich-kernige) Stimmung.

MUSIKZELT „ZUR SCHÖNHEITSKÖNIGIN“

Volksmusik zum Zuhören und Mitmachen - damit will das Zelt lebendige Tradition bieten. Unter dem Motto „Musiziert wird, was auf den Tisch kommt“ bieten vielfach junge Gruppen bodenständige bairische Volksmusik angereichert mit experimentellen Elementen, Rock oder Klängen anderer Völker. Gstanzl - der bayerische Spottgesang in Reimform - ist ebenso zu hören wie traditionelle Blasmusik. Um dem Namen des Festzeltes gerecht zu werden, wird jeden Tag ein Madl zur Schönheitskönigin gekrönt.

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