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Trachtenumzug zieht zur Wiesn

Quer durch München zieht der alljährliche Umzug zum Oktoberfest. Rund 9000 Menschen nehmen daran teil.

In farbenprächtigen traditionellen und historischen Gewändern rollen und laufen sie von der Maximilianstraße durch die Münchner Innenstadt zum Festplatz unter der Bavaria. Foto: Tobias Hase

München. Der traditionelle Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest auf der Münchner Theresienwiese beruft sich auf das Jahr 1835. Damals zogen Trachtler und Schützen zur Silberhochzeit von König Ludwig I und Therese von Bayern durch die Stadt. Die Hochzeit des Paares hatte 25 Jahre zuvor 1810 das Oktoberfest begründet, das Festgelände wurde damals zu Ehren der Braut Theresienwiese genannt.

Seit 1950 ist der wiederbelebte Trachtenumzug fester Bestandteil des Oktoberfestes - jeweils am ersten Wiesn-Sonntag ziehen die Trachten- und Schützenvereine durch München zur Theresienwiese. Mit bis zu 9000 Teilnehmern und sieben Kilometern Länge ist der Trachtenumzug einer der größten der Welt. Alljährlich reisen auch Trachtler aus dem Ausland an.

Manche Teilnehmer tragen historische Gewänder, die dem Mittelalter, der Rokokozeit oder dem Biedermeier nachempfunden sind. Fahnenschwinger, Spielmannszüge und Schützen sind traditionell dabei.

Schon zur Königshochzeit 1810 huldigten Vertreter aller bayerischen Volksgruppen der königlichen Familie: Eine Gruppe von 16 Kinderpaaren in den verschiedenen Landestrachten zog mit Blumen und Früchten zum Königspavillon. Nicht ohne Hintersinn, sollten sich doch vier Jahre nach der Proklamation des Königreichs alle Volksstämme im neuen, größeren Bayern, dem nun auch große Teile Frankens und Schwabens angehörten, einbezogen fühlen. Ein Versuch der Integration, bei der Eigenarten geachtet werden sollten, ja sogar erwünscht waren.

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