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Kirche

Schönstes Gerücht: Gänswein wird Bischof

Benedikt XVI. hat bei der wichtigen Regensburger Personalentscheidung das letzte Wort. Trotzdem wird nicht nur in Kirchenkreisen heftig spekuliert. Papstsekretär „Don Giorgio“ ist nicht der einzige Favorit.
Von Christine Schröpf, MZ

  • Er hat die Nachfolgefrage im Blick: Erzbischof Müller Foto: altrofoto.de
  • Papstsekretär Georg Gänswein
  • Weihbischof Anton Losinger
  • Prof. Rudolf Voderholzer
  • Prälat Lorenz Wolf

Regensburg.Wer wird neuer Regensburger Bischof? Wer nimmt den Platz ein, der nach Gerhard Ludwig Müller Berufung zum Präfekten der römischen Glaubenskongregation verwaist ist? Das Rätselraten ist im Gang. „Das wüsste ich auch gerne“, bekannte kürzlich fröhlich der Vorsitzende der bayerischen Bischofskonferenz und Münchner Kardinal Reinhard Marx am Rande eines Empfangs in Schloss Schleißheim.

Ein zahmer Oberhirte wäre er nicht

Allein der Papst weiß, wie es weitergeht. Trotzdem wird kräftig spekuliert. Schönstes Gerücht: Papstsekretär Georg Gänswein, den Benedikt XVI. angeblich in der Vatileaks-Affäre aus der Schusslinie bringen will, wechselt nach Regensburg. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Kirchenoberhaupt einen Mann aus seinem engen Umfeld in eine neue Position rückt. Johannes Paul II ernannte seinen Sekretär zum Kardinal von Krakau. Im Fall der Fälle: Gänswein wäre kein zahmer Bischof. Charme und gutes Aussehen paaren sich bei „Don Giorgio“ mit scharfem Intellekt und Redegewandtheit.

Hoch gehandelt wird auch der Augsburger Weihbischof Anton Losinger – ein Mann, der bei vielen hohen Respekt genießt. 2010 wurde er als Nachfolger des Augsburger Bischofs Walter Mixa gehandelt. Losinger gilt als liebenswürdig im Umgang. Als Mitglied im Deutschen Ethikrat hat er bundesweit von sich Reden gemacht.

Ebenfalls weit über Kirchenkreise hinaus geschätzt: Prälat Lorenz Wolf, der Leiter des Katholischen Büros in Bayern. Er sitzt damit an der offiziellen Nahtstelle der Kirche zur Politik, sprich zu Staatsregierung, Landtag, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaft und Gewerkschaften. „Ein guter Mann“, heißt es von ihm.

Als Geheimtipp gilt Rudolf Voderholzer, Theologie-Professor in Trier, der in Regensburg bereits als Direktor des Instituts Papst Benedikt verwurzelt ist. Ein Dienst, den er übrigens ehrenamtlich leistet. In den Räumen des Priesterseminars am Bismarckplatz widmet er sich der Herausgabe der Gesammelten Schriften des katholischen Kirchenoberhaupts – im engen Schulterschluss mit Erzbischof Müller.

Nur Außenseiterchancen werden dem Direktor des Wallfahrtsortes Maria Vesperbild, Wilhelm Imkamp, eingeräumt. Er hat enge Kontakte zu Fürstin Gloria – dürfte aber in Rom ein wenig diskreditiert sein. Beim Papstbesuch 2011 in Deutschland blieb er in Berlin der Messe fern. Stattdessen präsentierte er mit der Adelsfrau in einem Szenelokal das „Tagebuch einer Prinzessin“, das Glorias Tochter Elisabeth verfasst hatte.

Bistum hält sich bedeckt

Das Bistum äußert sich nicht zu den Namen. „Es wäre in jeder Hinsicht völlig unpassend, wenn wir spekulieren“, sagt Sprecher Clemens Neck. Die Personalentscheidung steht im Vatikan nach der Sommerpause auf der Agenda. Im Regensburger Ordinariat hat man seine Hausaufgaben gemacht und eine Liste mit drei Namen nach Rom geschickt. Wer die Wunschkandidaten sind, bleibt geheim. Ein Listenplatz ist keine Erfolgsgarantie. Nirgendwo ist beispielsweise belegt, das Müller je auf einer Liste stand, bevor er nach Regensburg berufen wurde.

Der Präfekt der Glaubenskongregation ist übrigens bei der Entscheidung über seinen Nachfolger mit im Spiel. Von ihm kommt das „Nihil obstat“, eine Art kirchliche Unbedenklichkeitserklärung für den Kandidaten. Auch die bayerische Staatsregierung redet ein Wörtchen mit – sie könnte aus triftigen Gründen ein Veto einlegen.

Bis zur Ernennung verstreichen oft viele Monate. Es gibt aber Anzeichen, dass es in Regensburg schnell gehen könnte. Dabei spielen nicht nur die Vorbereitungen für den Katholikentag 2014 eine Rolle: Offenbar soll sich die Interimsführung von Diözesanadministrator Wilhelm Gegenfurtner nicht in die Länge ziehen.

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