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Trachtenträger müssen draußen bleiben

Zwei Wochen gibt es in München nichts außer der Wiesn. Manche haben aber genug davon. Trachtenträger bleiben draußen, heißt es in ein paar Bars und Clubs.

In manchen Münchner Kneipen ist die Tracht nicht gern gesehen. Foto: dpa

München. Nur noch Dirndl und Lederhosen auf den Straßen – Wiesnzeit in München. Aber die Leute in Tracht sind nicht überall gern gesehene Gäste. In einer Handvoll Bars und Clubs müssen Trachtenträger während des Oktoberfests draußen bleiben.

Eine durchgestrichene Lederhose prangt an der Bar Kosmos, die Disco Sauna stellt auf ihrer Internetseite klar: „Kein Einlass in Tracht“. Und das Kilombo, etwa 200 Meter vom Wiesngelände entfernt, macht während der Wiesn gleich ganz dicht – „weil meine Nerven das nicht vertragen“, sagt Inhaber Christian Blau. „Ich steh lieber wieder gut gelaunt hinter dem Tresen, wenn die Wiesn rum ist.“ Anmache, betrunkene Gäste, die sich übergeben, Aggressionen - „ich habe schon zu viele üble Sachen miterlebt.“

Weil nach dem frühen Schankschluss auf dem Oktoberfest um 22.30 Uhr viele noch weiterfeiern wollen, werben seit ein paar Jahren zahlreiche Clubs und Kneipen mit After-Wiesn-Partys.

Im Café Kosmos hingegen sind die angeheiterten Wiesnbesucher unerwünscht. Tagsüber im Dirndl ein Cappuccino sei nicht das Problem. Aber angetrunkene Gruppen passten nicht ins Bild. „Wir sind eine Bar, in der man sich unterhalten kann“, sagt Betreiber Andreas Rehm. „Seit zwei, drei Jahren nimmt das mit dem Feiern auf der Wiesn überhand. Das ist einfach nichts für uns.“ Da die meisten Gäste vom Oktoberfest angetrunken seien und Tracht trügen, wähle der Türsteher ab etwa 21 Uhr eben nach Outfit aus.

Dass die Wiesngäste meist reichlich Alkohol getrunken haben, stört den Betreiber der Disco Sauna weniger. Aber: „Wir wollen nicht einen Laden haben, in dem 120 Gäste dasselbe anhaben und der aussieht wie das 77. Bierzelt“, sagt er. „Wir bieten eine Alternative zur Wiesnzeit.“

Am 6. Oktober ist Kehraus auf der Wiesn, am 7. Oktober, sperrt Kilombo-Wirt seine Kneipe wieder auf. Gegen bayerische Bräuche hat er grundsätzlich nichts, er hat sogar eine Tradition für Indoor angepasst: Wie sonst nur im Biergarten draußen darf der Gast bei ihm auch drinnen sein Essen mitbringen. „Wenn jemand seine Pizza essen will, soll er sie mitbringen. Ich verlier ja nichts. Im Gegenteil: Ich gewinn einen Gast.“ (dpa)

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