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MZ-Chefredakteur Manfred Sauerer über den Zeitungskongress und wie die Branche erfolgreich in die Zukunft geht.
Von Manfred Sauerer

M. Wunnike (Geschäftsführung), M. Sauerer (Geschäftsführer, Chefredakteur), T. Esser (Verleger) und P. Esser (Herausgeber, Verleger) blicken auf das neue Logo des mittelbayerischen Medienhaus.
M. Wunnike (Geschäftsführung), M. Sauerer (Geschäftsführer, Chefredakteur), T. Esser (Verleger) und P. Esser (Herausgeber, Verleger) blicken auf das neue Logo des mittelbayerischen Medienhaus. (Foto: Gruber)

Regensburg.Als ausrichtender Verlag freut sich die „Mittelbayerische“ außerordentlich, dass der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger den Zeitungskongress 2015 in Regensburg veranstaltet.

Unser Wunsch ist, dass dieser Kongress mit seinem attraktiven Programm vorläufiger Höhepunkt einer Aufbruchphase in unserer Branche wird. Verändertes Mediennutzungsverhalten in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft, eine große Nachfrage nach stark individualisierten Angeboten, schwindende Erlöse im Anzeigenbereich und auch die eine oder andere zusätzliche Hürde durch politische Entscheidungen machten und machen Verlegern sowie Verlagsmanagern das Leben schwer.

Aber die Zeit des Jammerns ist vorbei. Schon seit geraumer Zeit stemmt sich die deutsche Zeitungsbranche gegen die disruptiven Kräfte, nutzt mehr und mehr die Chancen der Digitalisierung und diversifiziert ihr Angebot für neue, ebenso anspruchsvolle wie mobile Märkte.

Ganz aktuell wird deutlich, dass die inhaltliche Qualität der Medienprodukte ein entscheidender Faktor des wirtschaftlichen Erfolgs bleibt. Der Hunger nach guten Inhalten, die eben von den Journalisten der Medienhäuser kommen, treibt nicht nur die Internet-Giganten wie Facebook, Google und Apple an.

Chance zur Finanzierung von unabhängigem Journalismus

Zahlreiche weitere Produzenten digitaler Angebote klopfen bei den Verlagen an, weil sie nur in Verbindung mit deren Inhalten an den Erfolg ihres Produkts in den Märkten glauben. Darin liegt die Chance, unabhängigen Journalismus ein Stück weit finanzieren zu können. Das Risiko, eigene Produkte quasi zu entbündeln und in den Einzelteilen selbst als eingeführte Marke nicht mehr erkennbar zu sein, ist allerdings ebenso nicht von der Hand zu weisen.

Sorgfalt und Umsicht sind also geboten, wenn ein Medienhaus die notwendige Vermarktung seiner erarbeiteten Angebote angeht. Fragen sind zu beantworten, die sich vor wenigen Jahren noch nicht gestellt haben. Was möchte ich mit meiner Präsenz in den sozialen Netzwerken erreichen? Wie kann ich dort Qualität mit Wertschöpfung verknüpfen? Wie verhält sich beispielsweise mein Facebook-Auftritt zu demjenigen auf meiner Website? Wie erreiche ich ein längeres Verweilen der Leser in meinen digitalen Angeboten? Wann setze ich Bewegtbild ein, wann gehe ich bewusst in den Dialog mit den Usern?

Die angesprochene Umsicht gilt auch für unser traditionelles und immer noch wichtigstes Produkt, die Zeitung. Sie bietet dem Leser klare Strukturen, er wird durch gestalterische Elemente, die auf einem überschaubaren und begrenzten Raum eingesetzt werden, ebenso sicher durch groß aufgemachte Themen geführt wie durch Nachrichtenüberblicke. Das Umblättern ist so etwas wie ein von ihm selbst eingesetztes Ordnungselement und die verschiedenen Teile der Zeitung geben dem Lesen weitere Struktur.

Zukunft für das Printmedium Zeitung

Bildsprache, Erzählgrafiken und ungewöhnliche Illustrationen oft über Doppelseiten hinweg verleihen der Zeitung zusätzlichen Glanz, auch und gerade in den so wichtigen Regional- und Lokalteilen. Die Relevanz der Themen für die Leser, die grundsätzliche Haltung der Zeitung beispielsweise in der Kommentierung und Einordnung dieser Themen sowie ein hoher Grad an jedwedem Service ergeben eine Mischung, die zusammen mit einer optimalen Leserführung durchaus eine gute Zukunft für das gedruckte Produkt verspricht. Wie wichtig Ordnungsprinzip und Leserführung sind, zeigt auch der Erfolg des E-Papers.

Der Zeitungskongress in Regensburg wird weitere Antworten auf die Fragen geben, wie man die breiter gewordenen Produktportfolios verbessern und damit leichter monetarisieren kann. In Sachen Umgang mit der Digitalisierung nimmt die Geschwindigkeit und Innovationskraft der Zeitungsverlage stetig zu. Nun kommt es darauf an, all das „auf die Straße“ zu bringen und einen Wettbewerb mit ganz neuen Kontrahenten erfolgreich zu bestehen.

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