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Optimistischer Blick in Zeitungszukunft

Der Zeitungskongress in Regensburg endet mit Beiträgen, die viele Chancen für die Branche offenbaren – trotz aller Risiken.
Von Sebastian Heinrich, MZ

„Kommen‘S mal wieder“, sagte MZ-Verleger und Zeitungskongress-Gastgeber Peter Esser am Schluss seines Vortrags.
„Kommen‘S mal wieder“, sagte MZ-Verleger und Zeitungskongress-Gastgeber Peter Esser am Schluss seines Vortrags. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Optimistischer Schlussakt beim Treffen der deutschen Zeitungsmacher: Bei den drei letzten öffentlichen Veranstaltungen des Zeitungskongresses des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) stand die Zukunft der Branche im Fokus. Dabei ging es vor allem um die Chancen der nächsten Jahre, trotz der Risiken durch den rasanten Wandel in der Medienwelt. Die Vorträge drehten sich um erfolgreichen Lokaljournalismus, um die Talentsuche für Zeitungsverlage – und schließlich sprach MZ-Verleger Peter Esser über die Rolle des Zeitungsverlegers in der digitalen Welt.

Zunächst stellten drei Verlagsmanager erfolgreiche Konzepte für lokale und regionale Medien vor: Rolf Grummel, Leiter B2B-Marketing von Madsack Market Solutions aus Hannover, Klaus Rieping, Geschäftsführer der ivz.medien GmbH & Co KG aus Ibbenbüren – und Dr. Kurt Sabathil, Geschäftsführer der Schwäbisch Media aus Ravensburg. Grummel stellte die „Mediabox“ der Gruppe Madsack vor – einen Bildschirm, auf dem Zeitungsinhalte in Arztpraxen, Fitnessstudios und anderen Orten präsentiert werden. Rieping präsentierte das eindrucksvolle Konzept seines Lokalverlags aus dem westfälischen Münsterland – das unter anderem eine Unterteilung der Redaktion in zehn „Themenwelten“ vorsieht. Die Kongressteilnehmer, 450 Medien-Entscheider aus ganz Deutschland, waren sicht- und hörbar angetan. Sabathil stellte das Konzept seines Verlags für den Anzeigenmarkt vor – mit dem Ziel, als Regionalverlag „regionaler Champion“ für Unternehmen vor Ort zu werden. Die Botschaft: Nur so könne man Google, Facebook und anderen auf dem regionalen Markt standhalten.

Der Vortrag von Constanze Buchheim, Geschäftsführerin von i-Potentials, behandelte die Suche nach digitalen Talenten aus der „Generation Y“, den 25- bis 45-Jährigen von heute. Buchheim hat i-Potentials 2009 gegründet – das heute das führende deutsche Personalberatungsunternehmen für die Digitalwirtschaft ist. Ihre Tipps: Verständnis für das Lebensgefühl der „Digital Natives“ („Selbstbestimmung ist das neue Statussymbol“), Behandlung der Mitarbeiter auf Augenhöhe – und einen Kulturwandel in den Unternehmen, der von Managern mit „neuen Motiven“ (sprich: nicht mehr nur Gier und Machtstreben) umgesetzt werden müsse.

MZ-Verleger Peter Esser schloss den Zeitungskongress dann mit einem Vortrag zur Rolle der Verleger in der neuen Zeitungswelt. „Zeitung 4.0 – die neue Rolle des Verlegers“ lautete dessen Titel. Esser blickte darin auf die Geschichte der MZ zurück (1945: Auflage 200 000 Exemplare. Anforderungen an neue Mitarbeiter damals: „wenn möglich fachkundig“), auf die jüngere Vergangenheit (schon 1998 habe er auf einem BDZV-Kongress über die Herausforderungen neue Medien, Euro, Urheberrechte gesprochen) – und auf sein Selbstverständnis als Verleger. „Ich glaube, dass ich mich als Verleger am besten einer Kultur des Gelingen-Lassens befleißige“, sagte Esser. Dazu gehöre Gelassenheit gegenüber Politik („von der wir nicht die Rahmenbedingungen bekommen, die wir uns wünschen“) und gegenüber Gewerkschaften („von denen wir uns nicht belehren lassen müssen über unsere Rolle“).

Mehr als 450 Entscheider aus Medienhäusern in ganz Deutschland haben bis Dienstag in Regensburg über die Zukunft der Zeitung diskutiert. Alle Beiträge, Reaktionen und Hintergründe finden Sie hier.

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