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Der harte Weg zur Weltspitze

Alexander und Theo Breu beim Studium der Noten. Foto: fi

Furth im Wald. Das Fenster im Erdgeschoss der Volkshochschule ist einen Spalt weit offen. Nach außen klingt virtuoses Klavierspiel. Das ist auch kein Wunder, denn dort üben keine Geringeren als der gebürtige Further Theo Breu, Professor am weltberühmten Conservatoire Russe de Paris Serge Rachmaninoff, und der hochbegabte junge Pianist Alexander Maria Wagner aus Höhhof.

Große Begabung

Vor drei Jahren begann diese außergewöhnliche Zusammenarbeit. Theo Breu hatte die außerordentliche Begabung des mittlerweile 18-jährigen Alexander Maria Wagner sofort erkannt und ihm seine Unterstützung angeboten. Daraus wurde eine Freundschaft. Mittlerweile war Alexander, der bereits mit fünf Jahren das Klavierspiel begann, schon mehrmals in Paris bei Theo Breu. Theo Breu erinnert sich an die Anfänge: „Das war schon wie ein Boxkampf. Jahrzehntelange Erfahrung traf auf jugendliche Begeisterung!“

Doch je öfter man sich zum gemeinsamen Üben traf, umso mehr wurde das Ziel konkreter: Alexander Maria Wagner soll einmal die Klasse von Theo Breu als ein in der ganzen Welt geschätzter Pianist haben. Breu, der seit 42 Jahren in Paris lebt, hat hart arbeiten müssen, bis er an der Weltspitze war. Diese Tatsache erfährt Alexander Maria Wagner bei den Trainingseinheiten immer wieder am eigenen Leib. Beide sitzen am Klavier und üben gerade Tschaikowski. Auf dem Programm der Further Übungseinheit stehen, so Theo Breu, auch Werke von Mozart, Liszt und Brahms. „Nun fange mal an“, fordert Theo Breu den mittlerweile 18-Jährigen auf. Alexander Maria Wagner spielt los und beim Anblick der über die Tastatur flitzenden Finger kann einem schon leicht schwindelig werden. Kaum angefangen zu spielen, greift Theo Breu schon ein. „Das musst du mehr crescendo spielen“ und Breu spielt die Passage vor.Alexander setzt die Vorgabe sofort in die Tat um und erhält spontan Zustimmung von seinem Lehrer. Ganz wichtig ist für Theo Breu, dass Alexander während des Klavierspiels auf die Atemtechnik achtet.

Gestenreiche Hilfe

Alexander spielt weiter und Theo Breu begleitet ihn wie ein Dirigent gestenreich mit seinen Händen. „Auch das habe ich gelernt und selbst schon Konzerte dirigiert“, erklärt Theo Breu, während er mit seinen geübten Fingern seine Vorstellungen auf dem Klavier in die Tat umsetzt. Beide diskutieren auch über diverse Stellen in der Partitur und so entdecken beide – der Meister und sein Schüler – immer wieder neue Nuancen, die es umzusetzen gilt.

Alexander, der bereits große Erfolge trotz seiner Jugend gefeiert hat, hört aufmerksam zu. Er weiß, das von Theo Breu weitergegebene Wissen kann ihm niemand mehr nehmen. Er muss es nur umsetzen. Und das tut er jeden Tag fünf bis sechs Stunden. Aber irgendwann wird auch der stärkste Geist schwach, und während Alexander nach Hause fährt, wandert Theo Breu in der Umgebung von Furth im Wald.

Mittlerweile ist Theo Breu wieder in Frankreich. Seine Arbeit am Konservatorium hat gerufen. Des Weiteren stehen Studioaufnahmen an. 2014 wird er in der Jury beim Concours National de Piano Claude Kahn Paris-Cannes sitzen. Zwischendurch verschlägt es ihn wahrscheinlich wieder einmal in seine Heimatstadt, um ein wenig Kraft zu schöpfen.

Für Alexander, der ab diesem Herbst am Mozarteum in Salzburg Komposition studieren wird, hat er noch einen großen Wunsch. Dieser lautet: „Einmal ein großes Konzert in einem großen Saal in Cham spielen!“ Wenn das keine Steilvorlage für das Chamer Kulturmanagement ist. Dem jungen Mann kann hier sicherlich geholfen werden.

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