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Interview

„Das bin 100 Prozent ich“

Andrea Berg ist eine der erfolgreichste Schlagersängerinnen. Kurz vor Erscheinen ihrer neuen CD erklärt sie, warum es sich nicht lohnt, allen gefallen zu wollen.
Von Christian Fahrenbach, dpa

  • Die Schlagersängerin Andrea Berg, aufgenommen bei dem Interview in ihrem Heimatort Aspach in Baden-Württemberg. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Andrea Berg mit ihrem Hund Simba. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Eine Frau, die viele fasziniert: Andrea Berg kennt keinen Neid. „Diese Energie stecke ich doch lieber in etwas Positives“, sagt die Künstlerin. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Aspach.Welcher Tonträger war länger in den deutschen Top 100 Albumcharts als alle anderen? Lösung: Es ist weder die „Abbey Road“ der Beatles, noch Michael Jacksons „Thriller“, sondern das „Best of“ von Andrea Berg. Es kommt auf rund sieben Jahre in den Charts. Kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Atlantis“ am 6. September sprach die 47-Jährige im Interview mit der dpa über dessen Entstehung, ihre Beziehung zu Konkurrentin Helene Fischer und was man tun kann, wenn einem ihre Musik nicht gefällt.

Sprechen wir es offen an: Sehr viele Menschen können mit Schlagermusik überhaupt nichts anfangen. Möchten Sie diese Leute trotzdem gerne von sich überzeugen?

Andrea Berg: Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man irgendwann mal aufhört, den Menschen hinterher zu rennen. Es kann nicht sein, dass alle Menschen einen gut finden und ich will nicht um jeden Preis allen Menschen gefallen. Das Schöne bei mir ist, dass ich weder ein Chirurg bin, der einen Kunstfehler machen kann, noch ein Politiker, der eine Fehlentscheidung treffen kann. Ich komme nur im Radio. Wenn man eine Fernbedienung hat, muss man noch nicht einmal aufzustehen, um mich abzuschalten.

Was ja bei Ihnen und Ihren Kolleginnen nicht allzu viele Menschen tun. Mit Helene Fischer, Beatrice Egli und Ihnen gibt es gleich drei sehr erfolgreiche Frauen im Schlagerbereich. Kennen Sie da Neid auf den Erfolg der anderen?

Nein. Das ist doch einfach kein schönes Gefühl, eines, was einen blockiert. Diese Energie stecke ich doch lieber in etwas Positives. Ein ganz berühmter Philosoph hat einmal gesagt: „Das, was man anderen Menschen nicht gönnt, wird man selber auch niemals erreichen.“

Trotzdem fragen sich doch viele Menschen jeden Tag, warum ihr Nachbar das schönere Auto, die tollere Frau und den besseren Job hat.

Ich glaube, das ist alles nur auf den ersten Blick so. Jeder Mensch hat seinen Schmerz und sein Päckchen zu tragen. Man schaut ja oft nur an die Oberfläche und darunter stinkt es manchmal ganz gewaltig und man möchte gar nicht tauschen. Wenn jemand viel Geld in seinem Leben verdient hat, dann hat er sicherlich auch sehr hart gearbeitet und einiges aufgegeben.

Wo setzen Sie sich denn selbst ein Stopp-Schild und sagen: „Bis hierhin und nicht weiter“?

Ich tue nur die Dinge, die mir Spaß machen. Ich begegne sehr gerne Menschen und ich bin ihnen gegenüber sehr gerne offen, aber ich möchte meine Zeit nicht mit Schaumschlägern verschwenden. Die tun mir leid, weil ich immer denke: „Schade, dass Du noch gar nicht verstanden hast, dass wir gar keine Zeit dafür haben, Rollen zu spielen.“ Es gibt einen Song auf dem neuen Album, der sich damit beschäftigt und echt heraussticht, „Vorübergehend nicht zu erreichen“. Der erzählt mit einem Augenzwinkern von den ach so viel beschäftigten und wichtigen Managertypen, die das Leben vergessen. Das ist so ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Ordentlich zu managen gab es auch bei der gesamten Arbeit am Album: Als Produzenten waren neben Dieter Bohlens Mannschaft weitere Teams an Bord, die Show der neuen Tournee ab Januar wird wieder mit DJ Bobo vorbereitet. Wie wirkte sich diese Vielfalt auf das Album aus?

Dadurch, dass ich mit so vielen unterschiedlichen Menschen gearbeitet habe auf diesem Album, konnte ich mich ein bisschen austoben. Das hat sich beflügelt durch das große Team, jeder hat etwas dazu beigetragen. Das denke ich, ist es, was das Album ausmacht: Andrea Berg darf sich weiterentwickeln, bleibt sich aber treu. Das bin 100 Prozent ich, aber mit allen Facetten.

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