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Konzerte

Die Klassik-Stars in Regensburg

Edita Gruberova, Anne-Sophie Mutter, Sol Gabetta: Odeon holt die Weltspitze ins Audimax. Auf die Zusage von Cecilia Bartoli ist Veranstalter Söll stolz.

  • Sol Gabetta gastiert am 18. Oktober im Audimax. Foto: Uwe Ahrens, Sony
  • Hélène Grimaud ist am 20. März 2015 im Audimax zu erleben. Foto: Mat Hennek, DG
  • Cecilia Bartoli Foto: Uli Weber, Decca
  • „Wunder der stimmlichen Konstanz“: Edita Gruberova Foto: Lukas Beck
  • Martin Grubinger Foto: Felix Broede
  • Anne-Sophie Mutter Foto: Harald Hoffmann, Deutsche Grammophon

Regensburg.Selten waren so viele Stars der klassischen Musik bei Odeon angekündigt wie in der kommenden Saison 2014/2015. Berühmte Pianisten wie Rudolf Buchbinder, Martin Stadtfeld und Hélène Grimaud, mit Anne-Sophie Mutter, Hilary Hahn und Julia Fischer gleich die Crème de la Crème der Geigerinnen und ein ganz besonderer Paukenschlag: Rund 20 Jahre nach ihrem ersten Auftritt in Regensburg kommt Cecilia Bartoli wieder ins Audimax. Das ist sowieso ein neuer farbiger Akzent im Odeon-Programm: Mit der unvergleichlichen Edita Gruberova und dem Shooting-Star unter den Countertenören, Philippe Jaroussky, kommen gleich zwei weitere Sänger der obersten internationalen Kategorie in die Domstadt.

„Sol“ heißt auf spanisch „die Sonne“ und Sol Gabetta ist sicherlich der sonnigste Argentinien-Export der jungen Klassik-Szene. Temperamentvoll, virtuos und gesegnet mit einer das Publikum verzaubernden Bühnenausstrahlung hat sie die Podien der Welt in kürzester Zeit im Sturm erobert und steht regelmäßig an der Spitze der Klassik-Charts. Zusammen mit dem vielfach preisgekrönten Kammerorchester Basel eröffnet sie am 18. Oktober die neue Odeon-Saison.

Krystian Zimerman gastiert

„Wenn alles stimmt, bin ich wahnsinnig von der Musik. Da verglühe ich im Konzert. Und ich möchte die Leute diese Besessenheit erleben lassen“: Krystian Zimerman, der dies dem SPIEGEL anvertraute, kommt am 1. November mit der Polnischen Kammerphilharmonie ins Audimax. Der Pianist ist ein Besessener. Besessen vom Ringen um Perfektion, um die letzten Wahrheiten in der Musik. Nur 50 Konzerte im Jahr mutet er sich zu, mögen Veranstalter noch so betteln. Seine seltenen Auftritte, sagt Reinhard Söll von Odeon, werden zu Sternstunden, die man jahrelang im Gedächtnis behält.

Hilary Hahn, die US-amerikanische Geigerin mit deutschen Wurzeln, wurde zweimal mit dem begehrten Grammy ausgezeichnet und gilt als Jahrhundertbegabung. Am 16. November kommt sie mit dem Orchestre Philharmonique de Luxembourg. Auf der Bühne wirkt sie wie eine Elfe, Kritiker nennen sie „ein Wunder“.

Stimme mit Suchtpotenzial

Dass Cecilia Bartoli auf dem Höhepunkt ihrer Karriere endlich wieder nach Regensburg kommt, darauf ist Veranstalter Söll besonders stolz. Am 22. November ist es so weit, wenn die Römerin mit dem Kammerorchester I Barocchisti Barocke Arien und Szenen aus dem 17. und 18. Jahrhundert singt. Ihre neuen Opernpartien, ihre Konzertprogramme und Plattenprojekte werden von der Klassikszene mit Spannung erwartet. Acht Millionen verkaufte CDs, Goldene Schallplatten, mehrere Grammys und acht ECHOs, ein Bambi, zwei Classical Brit Awards und viele andere begehrte Preise sprechen für sich.

Dass der weltberühmte Thomanerchor Leipzig am 28. November in der Regensburger Dreieinigkeitskirche die Domspatzen in ihrem ureigensten Revier „herausfordert“, wäre wohl zu zugespitzt formuliert, sagt Reinhard Söll. „Aber natürlich bietet dieses mit großer Spannung erwartete Konzert die Chance, die Klang gewordenen unterschiedlichen Traditionen der Knabenchöre zu vergleichen.“ Der Beginn der Leipziger Chortradition liegt beeindruckende acht Jahrhunderte zurück, geprägt wurde er von großen Thomaskantoren – allen voran Johann Sebastian Bach.

Philippe Jaroussky steht für Anmut, ein eindringliches, emotional anrührendes Timbre und aberwitzige vokale Virtuosität. „Es ist eine Stimme, die Grenzen überschreitet, nach der man süchtig werden kann“, schwärmt Söll. Dazu passt, dass eine der erfolgreichsten CD-Einspielungen des Franzosen den Titel „Opium“ trägt. „Er ist der beste Countertenor der Gegenwart“, schreibt der Spiegel über den 36-Jährigen und die Süddeutsche Zeitung nennt ihn „den Strahlengott unter den Countertenören“. Am 16. Dezember ist Jaroussky erstmals in Regensburg zu erleben: Mit dem Instrumentalensemble Artasere und einem betörend schönen Weihnachtsprogramm aus Werken Vivaldis.

Mutter sielt Sibelius

Jedes Mal, wenn in den letzten Jahren Odeon den Percussion-Star Martin Grubinger im ausverkauften Audimax präsentierte, stand das Publikum vor Begeisterung buchstäblich auf den Stühlen. Jetzt kommt der Künstler mit „Best of Grubinger!“ und der Camerata Salzburg am 16. Januar wieder nach Regensburg und nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Reise vom Balkan bis Südamerika; er zündet ein wahres musikalisches Feuerwerk an Rhythmen und Klängen.

Ein weiterer Saisonhöhepunkt steht am 29. Januar bevor, wenn die Geigerin Anne-Sophie Mutter zusammen mit dem Dänischen Nationalorchester unter Cristian Macelaru im Audimax gastiert. Mutter ist Deutschlands größter internationaler Klassik-Star und international unangefochten die Nummer 1. „Sie ist nach wie vor Maßstab, Vorbild und Orientierung für alle Geiger, und sie zu rühmen hieße wirklich, Eulen nach Athen zu tragen‘“, sagt der Odeon-Chef. Auf dem Programm stehen das grandiose, expressive Violinkonzert von Sibelius sowie die 1. Sinfonie von Brahms.

Buchbinder mit Beethoven

Edita Gruberova, die am 20. Februar zusammen mit den Nürnberger Symphonikern ihr Programm „Wahnsinnsarien“ präsentiert, ist eine Ikone der Gesangskunst. Die Schönheit ihrer Stimme, die Leichtigkeit ihrer Koloraturen, ihr fließender, ausdruckstiefer Belcanto sind berühmt. Die Gruberova gilt als ein „Wunder der stimmlichen Konstanz“, so Söll; sie blieb in ihrer langen und glanzvollen Karriere von Krisen verschont. In Regensburg singt sie Arien von Bellini und Donizetti, darunter auch die 15-minütige „Wahnsinnsszene“ aus „Lucia di Lamermoor“.

Buchbinder und Beethoven – das ist heute fast zur Gleichung geworden. Am 28. Februar spielt Rudolf Buchbinder im Audimax Klaviersonaten von Beethoven. Buchbinder ist „alte Schule“ im besten Sinn: seriös, technisch perfekt. Mit Zyklen aller 32 Sonaten Beethovens in über 40 Städten – darunter Wien, Berlin, München, Hamburg, Zürich, Buenos Aires und Mailand – setzt er Maßstäbe. Sein Beethoven-Zyklus in der Semperoper wurde live mitgeschnitten und erschien 2011 bei Sony.

Klangreise zum Thema Wasser

Das von Sir Charles Hallé 1858 in Manchester gegründete Hallé Orchestra Manchester gehört zu den renommiertesten Klangkörpern Großbritanniens. Am 13. März gastiert es mit dem erfolgreichen jungen deutschen Pianisten, Martin Stadtfeld. Nach Dirigenten wie Sir John Barbirolli und Kent Nagano ist seit 2000 Sir Mark Elder Chefdirigent. Auf dem Programm stehen Verdis Ouvertüre zu „Macht des Schicksals“, das 2. Klavierkonzert von Mendelssohn und als orchestraler Höhepunkt des Abends Mahlers idyllisch-schöne 4. Sinfonie.

Es weht immer eine Aura von „Geheimnis“ um die französische Starpianistin Hélène Grimaud – etwas, das ihr Publikum über das übliche Maß hinaus fasziniert. Am 20. März entführt sie das Regensburger Publikum auf eine Klangreise, die um das Element „Wasser“ kreist. Das Spiel von Wasser und Licht, seine tausendfachen Brechungen, seine ozeanische Gewalt, die quecksilbrige Beweglichkeit, aber auch das Träumerische und Meditative. Viele Komponisten haben das in Klänge verwandelt und Grimaud macht es sinnlich erfahrbar.

Alice Sara Ott und Francesco Tristano sind zwei angesagte junge Klavierstars. Beide Exklusivkünstler der Deutschen Grammphon und beide bereit, neue innovative Wege zu gehen. „Scandale“ heißt ihr in diesem Herbst veröffentlichtes Album, so heißt auch ihr Duo-Abend am 18. April. Der Titel ist eine Anspielung auf den größten Theaterskandal des 20. Jahrhunderts: die Pariser Uraufführung von Strawinskys „Sacre du Printemps“. „Sacre“ ist der Schlusspunkt ihres Regensburger Programms.

Julia Fischer zu Gast

Die Prager Symphoniker kommen am 24. April ins Audimax. In den Orchestern der „goldenen Stadt“ Prag bündelt sich der Glanz böhmischer Musikkultur: ein sonorer, runder und warmer Klang, sowie herzhafte, erzmusikantische Vitalität. Zusammen mit der Tschechischen Philharmonie sind vor allem die vor 80 Jahren gegründeten Prager Symphoniker Botschafter dieser Orchestertradition. Unter Leitung des Österreichers Christian Arming stehen Werke von Smetana, Dvorák und Janácek, sowie Rachmaninows Paganini-Rhapsodie (Solist: Boris Giltburg) auf dem Programm.

Beide Klavierkonzerte Chopins an einem Abend live im Konzert zu erleben, ist ein seltenes und exquisites Erlebnis. Vor allem wenn die Interpretin Olga Scheps heißt, über deren Spiel Kritikerpapst Joachim Kaiser schrieb: „So habe ich Chopin noch nie gehört“. Soeben hat die junge Senkrechtstarterin, die mehrfach mit dem ECHO-Klassik ausgezeichnet wurde, diese Werke zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchester bei ihrer Exklusivfirma Sony eingespielt. Am 5. Mai ist das jetzt live zu erleben. „

Zum Saisonabschluss am 21. Mai kommen die Geigerin Julia Fischer und das Orchester des Nationaltheaters Prag nach Regensburg. Mit erst 30 Jahren steht die Münchnerin schon an der Weltspitze und ist auf den wichtigsten Podien der Welt zu Gast: Bei den Salzburger Osterfestspielen mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle, bei den Wiener Philharmonikern, oder 2014 bei einer Tournee in alle wichtigen Städte der USA von New York bis San Francisco. Zweimal erhielt sie den Echo-Klassik als „Instrumentalistin des Jahres“ und wurde in Cannes mit dem MIDEM Classical Award ausgezeichnet.

Info: Odeon Concerte (09 41) 29 60 00 sowie im Internet unter www.odeon-concerte.de

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