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Weihnachten

Die „No-Gos“ unterm Weihnachtsbaum

Heiligabend könnte ja so wunderschön sein – wäre da nicht das alljährliche Elend unter dem Weihnachtsbaum. Diese Geschenke kommen gar nicht gut an:
Von Karin Reiner, MZ

Geschenke-Flops lösen jedes Jahr an Weihnachten Trauermienen anstatt Freudensprünge aus. (Foto: Arno Burgi/dpa)

Regensburg.Alle Jahre stellt sich die zermürbende Frage: Was ist das perfekte Geschenk für die Lieben zu Weihnachten? Am deutschen Geiz scheitert die Bescherung scheinbar nicht. Eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hat ergeben, dass die Bundesbürger dieses Jahr durchschnittlich 273 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben wollen. Das sind 43 Euro mehr als im Vorjahr. Nur leider zaubert das nötige Kleingeld noch lange kein großartiges Geschenk aus dem Hut. Jedes Jahr wird das vielen unter dem Christbaum schmerzlich bewusst. Da heißt es dann Freude vorzutäuschen, tapfer nach dem Kassenbon zu fragen, oder das Flop-Geschenk heimlich in eine Tauschbörse im Internet zu stellen. Damit in diesem Jahr aus dem Fest der Liebe kein Trauerspiel wird, sollten folgende Präsente tunlichst vermieden werden:

Socke und Krawatte:
Das Verlegenheitsgeschenk

Ganz weit oben auf der Horror-Liste der unpassendsten Weihnachtsgeschenke landen die klassischen „Ich-weiß-nicht-was-ich-schenken-soll-ich-schenks-trotzdem“-Geschenke. Prominentestes Beispiel dieser Spezies sind Socken. Die Partner-Agentur ElitePartner fand in einer Umfrage heraus, dass 64 Prozent der Männer Socken als ihr absolutes „No-Go“-Geschenk ansehen. Das verwundert nicht, denn Verlegenheitsgeschenke zeigen wie unkreativ und unüberlegt der Schenkende bei der Suche war. Wer in Erwägung zieht, an Weihnachten Socke und Krawatte zu verschenken, sollte in sich gehen und sich selbst fragen: Würde ich mich über Socken freuen? Wohl kaum. Also Finger weg von den wollenen Fußwärmen. Es sei denn, es handelt sich um selbst gestrickte Exemplare, die wären als kreatives Zusatzgeschenk durchaus geeignet: Als Dekoration für das Hauptgeschenk zum Beispiel.

Staubsauger und Kochtopf:

Das Haushaltsgerät

Das weibliche Pendant zu den Fußwärmern ist das obligatorische Haushaltsgerät. Männer lieben es, ihren Frauen Haushaltsgeräte zu schenken. Für Frauen dagegen sind sind Mixer, Staubsauger und Co. das, was sie nun mal sind: Ganz brauchbare Haushaltshilfen, aber keineswegs ein adäquates Weihnachtspräsent. Wer der Partnerin ein Haushaltsgerät schenkt, sendet ihr damit unbewusst den wenig dezenten Hinweis, den hausfraulichen Pflichten nachzukommen. Hinzu kommt, dass Kaffeemaschine und Co. absolut nicht dem Selbstbild moderner Frauen entsprechen. Kaum eine Dame will im Jahr 2013 in die Rolle der Hausfrau gezwängt werden. Wer sich demnächst zur Geschenksuche in den Elektrohandel begibt, der sollte schnurstracks an Wasserkocher und Konsorten vorbeimarschieren. Denn ganz links hinten im Eck gibt es elektronische Kleinigkeiten, die Frauenherzen höher schlagen lassen. Ja, hier sind Sie richtig liebe Herren: bei Smartphone, Digitalkamera, Tablet-PC und Co...

Duschgel und Parfüm:
Der Kosmetikartikel

Platz drei der unbeliebtesten Weihnachtsgeschenke geht an Kosmetikartikel. Zugegeben, praktisch ist diese Art von Geschenken schon. Rein in die Drogerie, Parfüm aussuchen und 50 Euro ausgeben. Die adrette Dame an der Kasse verpackt den Kosmetikartikel mit rotem Schleifchen und eine Gratis-Probe gibt es obendrauf. Alles richtig gemacht. Nunja, nicht ganz. Ein hübsches Sümmchen zu berappen heißt noch lange nicht, dass es sich um das Duftwasser der Wahl handelt. Wer auf ein Parfüm als Weihnachtsgeschenk besteht, der sollte sich zu 100 Prozent sicher sein, dass es der Lieblingsduft des Beschenkten ist. Sonst landet das teure Fläschchen neben denen vom Vorjahr als Luxusraumspray im Bad. Und nein, Duschgel und Co. sind keine Alternative zum Parfüm.

Gut gemeint:
Das Selbstgemachte

Eine Szene unter einem beliebigen deutschen Weihnachtsbaum: Erwartungsvolle Stille füllt den Raum. Gleich ist das Etwas aus zentimeterdicken Papierschichten befreit, der letzte Tesafilm entfernt und dann... „Hmm, ja, ganz nett, aber was ist das?“

Etwas Selbstgebasteltes ist der klassische Fall eines „Das-Gegenteil-von-gut-ist-gut-gemeint“-Geschenks. Es ist durchaus ganz nett, wenn sich der Partner die Mühe macht, ein Präsent mit eigenen Händen herzustellen. Das erfordert Geschicklichkeit, Originalität und Kreativität. Doch leider besitzen diese Begabungen in Kombination nur wenige Menschen. Mit Ausnahme der vorweihnachtlichen Zeit, denn da entdeckt so mancher sein nicht vorhandenes künstlerisches Talent. Diese Möchtegern Picassos sollten auf Selbstgebasteltes an Weihnachten lieber verzichten. Und mal ehrlich: Ein gekauftes Geschenk selbstständig faltenfrei einzupacken ist künstlerisch anspruchsvoll genug.

Bello und Bunny:
Tiere unterm Baum

Bei vielen Kindern landen lebendige Tiere auf dem Wunschzettel fürs Christkind. Doch auch wenn kleine Hundewelpen und Kätzchen Kinderherzen im Sturm erobern und Freude unterm Weihnachtsbaum garantiert ist, sollten Eltern verantwortungsvoll handeln. Die Tierschutzorganisation Peta rät dringend davon ab, tierische Kinderwünsche an Weihnachten zu erfüllen. Auch der Tierschutzverein Regensburg versucht weihnachtliche Tierkäufe zu verhindern. „Im Dezember vermitteln wir grundsätzlich ungern Tiere und raten den Leuten, im Januar wieder zu kommen “, erklärt eine Mitarbeiterin des Tierheims. Schließlich wird aus einem kleinen Wollknäuel schnell ein großer Hund, der monatelange Erziehung braucht und nicht einfach einige Stunden am Tag alleingelassen werden kann. Wer sich wirklich aus ganzem Herzen ein Tier anschaffen will hat 364 Tage im Jahr Zeit dies zu tun. Es sollte nur kein Spontankauf sein – schon gar nicht zum Weihnachtsfest.

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